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Förderkonzept

Das Konzept zur Individuellen Förderung orientiert sich am Leitbild unserer Schule und soll in der jetzigen Form auf der Schulkonferenz v. 09.04.2014 beschlossen werden.
Den einzelnen Bausteinen sind Leitsätze zugeordnet, die unsere Aufmerksamkeit auf wesentliche Entwicklungsaufgaben lenken:

• Kompetenzen fördern
• Leistung fordern
• Profile erkennen
• Unterstützung anbieten
• Persönlichkeiten formen
• Grenzen überschreiten
• Räume schaffen
• Kooperieren
• Chancen erweitern

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium stellt die einzelne Schülerpersönlichkeit in den Mittelpunkt des Fördergedankens. Dies wird gewährleistet durch die systematische Entwicklung von Leistungsvertrauen, Leistungsbereitschaft und Leistungskompetenz, Einfühlvermögen, Toleranz und Durchsetzungsfähigkeit. Die Schule soll für das einzelne Kind eine Welt voller kognitiver, emotionaler, sozialer, motivationaler und musisch-ästhetischer Erfahrungsfelder sein, in denen seine Kompetenzen zunehmend mehr gefordert werden, die Schülerinnen und Schüler sich zunehmend mehr zu Hause fühlen und für sich selber, für Mitschülerinnen und Mitschüler sowie die Schulgemeinschaft Verantwortung übernehmen.

Es ist für uns wichtig, dass Schülerinnen und Schüler im Unterricht und außerhalb des Unterrichts zu persönlichen Anstrengungen und Durchhaltebereitschaft ermutigt werden, weil wir glauben, dass Leistungszuversicht nur auf Kompetenzerleben gebaut sein kann. Wir betrachten es dabei als unsere pädagogische Herausforderung, Schülerinnen und Schülern auch dann Kompetenzerleben zu ermöglichen, wenn sie einem Unterrichtsinhalt gegenüber verschlossen sind oder keinerlei Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten haben.

Dies setzt voraus, dass wir erkennen, mit welchen Kompetenz- und Leistungsprofilen die Kinder zu uns kommen, wie sich diese Kompetenzen weiter entwickeln und wie wir diese Kompetenzen nach dem Prinzip „fordern und fördern“ unterstützen können. Diese anspruchsvolle Aufgabe versuchen wir verstärkt seit 2007 durch die Entwicklung von fachbezogenen diagnostischen Einschätzungsbögen sowie einer differenzierten Lern- und Förderplanung anzugehen. Hier haben sich bereits gute Erfolge durch die Verknüpfung von Lern- und Förderempfehlungen mit Förderplanungen in den Lerntutorien im 2. Halbjahr und den dort verwendeten Materialien gezeigt. Doch auch für die Hausaufgabenbetreuung, die Angebote der fachspezifischen Lernbetreuung und die weiteren Unterstützungsmodule soll die Verwendung diagnostischer Materialien intensiviert werden.

In den einzelnen Fächern stellen die Fachlehrkräfte zunehmend geeignetes Fördermaterial und Lernhilfen bereit. Als eine wichtige Arbeit sehen wir die Weiterentwicklung diagnostischer Aufgaben und Einschätzungsbögen an, die sich an den Kompetenzen der Kerncurricula orientieren.
Abhängig von ihren Begabungsprofilen bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern ein umfangreiches Angebot an individuellen Fördermöglichkeiten an, die ihnen helfen sollen, ihre persönlichen Stärken auszubauen und ihre Schwächen zu minimieren.

Neben den kognitiven Fähigkeiten sind es die Motivations- und Interessenlagen in einer Lerngruppe sowie die sozialen Kompetenzen, moralischen Werte und die emotionale Stabilität, die wir zu erkennen und beachten versuchen, um dem einzelnen Kind in seiner Lerngruppe gerecht zu werden.
In der Schule besteht ein hohes Maß an Lehrerkooperation, was genügend Raum und Anlässe für Absprachen über Bewährtes und Experimentelles sowie einen kritischen Austausch bereitstellt. So konnten sich in den letzten Jahren eine differenzierte Lernkultur und eine Intensivierung der Individuellen Förderung entwickeln, die auch der Individualität der Lehrpersonen gerecht wird.

Unsere Aufgabe ist es, die individuellen Förderangebote durch die Verfeinerung der schulinternen Fachcurricula weiter zu entwickeln und verpflichtend einzuhalten, die Angebote der Lernunterstützung weiter auszuweiten, die Ergänzungsstunden mit klassenübergreifenden und klasseninternen Förderansätzen inhaltlich und methodisch abzusprechen und als ‚Komm-mit-Schule‘ die Quote der Sitzenbleiber bei gleichbleibend gymnasialen Niveau stabil unter 1% zu halten bzw. weiter zu verringern.

Als Mitglied im Netzwerk der Gütesiegelschulen Individuelle Förderung haben wir uns verpflichtet,

1. die jeweilige Lernausgangslage, den Lernstand und Lernbedarf der Schülerinnen und Schüler zu ermitteln und dazu die geeigneten Instrumente und Verfahren anzuwenden;

2. die konzeptionell geleitete Unterstützung, Förderung und Begleitung der jeweiligen Lernprozesse zu vertiefen;

3. Förderangebot auch aus der Perspektive des nachfolgenden Schul- bzw. Hochschulsystems zu betrachten, um die Anschlussfähigkeit des Wissens sicher zu stellen und Übergänge gezielt vorzubereiten;

4. die Dokumentation und Auswertung der Fördermaßnahmen, die schulinterne Überprüfung ihrer Wirksamkeit und die Weiterentwicklung der Förderkonzepte einzuhalten.

Als Mitglied im Netzwerk „Hochbegabtenförderung NRW“ haben wir uns dazu verpflichtet, eigene Konzepte der Begabten- und Hochbegabtenförderung für andere Schulen zur Verfügung zu stellen und Hospitationen und Fortbildungen anzubieten. Gleichzeitig haben wir uns einen Entwicklungs-Schwerpunkt gesetzt, nämlich Aufgabenformate für Begabte mehr in den Blick zu nehmen und Begabtenförderung in den schulinternen Curricula zu verankern. Die Ausbildung von Lernpaten für Hochbegabte soll das bestehende Angebot ergänzen.

Als Schule mit dem Siegel Berufswahl legen wir Wert auf eine ab der Klasse 5 beginnenden konsequente Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt und deren Ausbildungsvielfalt, die unseren Schülerinnen und Schülern eine ihrer Persönlichkeit gerecht werdende Ausbildungs- und Studienwahl ermöglicht.

Als Mitglied im „Netzwerk Zukunftsschulen NRW – Lernkultur Individuelle Förderung“ und als Referenzschule werden wir uns in verbindlichen Netzwerken im Austausch mit anderen Schulen und auf Fortbildungen inhaltlich und konzeptionell weiterentwickeln und die externe Sicht auf unsere Konzeptionen zu deren kritischen Überprüfung nutzen.

Überarbeitung des Förderkonzepts

Im Schuljahr 2013/14 wird das Geschwister-Scholl-Gymnasium eine umfassende Evaluation des bestehenden Förderkonzepts vornehmen. Dazu werden alle Fachkonferenzen Auskunft über unterrichtliche und außerunterrichtliche Maßnahmen geben, insbesondere zu unterrichtlichen Methoden, fachbezogener Diagnostik, fachbezogenen Förderangeboten, Angebote an Wettbewerben, Lern- und Förderempfehlungen, Nutzung des Lern- und Arbeitszentrums und des Computerraums, Anbindung an die schulinternen Curricula und Fortbildungsbedarfe.
Ebenso werden alle Unterstützungsmaßnahmen für unterschiedliche Lernprofile evaluiert. Diese umfassen u. a.

• Lernplanung
• allgemeine Lernbetreuung
• fachspezifische Lernbetreuung
• Lerntutorium
• Enrichment (u. a. Arbeitsgemeinschaften, Coaching-Ausbildung, Wettbewerbe, Schüleruniversität, Schülerakademien)
• Akzeleration (u. a. Drehtürmodell, Springen)
• Einzelfallorientierte Beratung und Förderplanung
• Auslandsaufenthalte
• Studien- und Berufsorientierung
• Medienkompetenz, IT-Grundbildung
• Materialpools

Die Evaluationsergebnisse werden im Laufe des Schuljahres in allen notwendigen Gremien diskutiert. Das Förderkonzept wird in das Schulprogramm als Beschreibung der Leitgedanken und der systemischen Förderstrukturen aufgenommen und einzelne Bausteine des Förderkonzepts durch Anlagen erläutert. Am Ende des Schuljahres soll die überarbeitete Fassung des Förderkonzepts durch die Lehrer- und die Schulkonferenz verabschiedet werden.

Ein Schwerpunkt liegt aktuell auf der Weiterentwicklung von kompetenzorientierten, niveaudifferenzierten Aufgaben, die den Anspruch an eine gymnasiale Bildung unterstützen. Die Arbeitsschwerpunkte für das Jahr 2013/14 und 2014/15 konzentrieren sich auf die Erweiterung der Unterstützungsangebote durch spezifische Fördermodule, eine Erweiterung des Lernplaners und der Lernplanung bis zum Jahrgang 9 und die Konzeption von Förderplänen, die an die Lern- und Förderempfehlungen anschließen.

Leitgedanken der individuellen Förderung

Am Geschwister-Scholl-Gymnasium ist der Umgang mit Heterogenität seit Langem selbstverständlich. Unter der im Kollegium gewachsenen pädagogischen Leitidee „Individuelle Förderung - individuelle Wege für individuelle Entwicklungschancen“, die den einzelnen Schüler, die einzelne Schülerin in den Mittelpunkt stellt, hat sich ein Förderkonzept etabliert, welches der Frage folgt: „Was braucht der einzelne Schüler, die einzelne Schülerin, um sich im Lernen und in der Persönlichkeit entwickeln und seine Begabungen entfalten zu können?“ So ist ein Schulklima entstanden, in dem Individualität akzeptiert wird, das Unterstützung für alle Schülerinnen und Schüler zusichert und in dem auch etwas unkonventionelle Lösungen wie Förderstunden im Drehtürmodell oder Veränderungen der Schullaufbahn innerhalb unserer Schule anerkannt werden. In diesem Schulklima sind die Grundsätze unseres pädagogischen Handelns - Vielfalt fördern und Verbindlichkeit schaffen, Exzellenz fordern und Unterstützung sichern – fest etabliert.

Konzeptbausteine zur individuellen Förderung

Durch breitgefächerte inner- und außerunterrichtliche Konzeptbausteine und eine Unterrichtsgestaltung, die zwischen instruierenden, individualisierenden und gezielt förderbezogenen Phasen wechselt, sowie einem Beratungsansatz zur individuellen Förderung und der Möglichkeit zur Konzeption von individuellen Fördermodellen für Schülerinnen und Schüler mit spezifischen Förderbedarfen stehen unseren Schülerinnen und Schülern Zugänge offen, die ihre unterschiedlichen Lern- und Bildungsvoraussetzungen berücksichtigen und individuelle Unterstützungsmöglichkeiten ausloten.

a) durch die Unterrichtsgestaltung z.B.

• fachspezifische Lerntechniken und fachspezifische Fördermaßnahmen
• Methodenschulung
• Formen innerer Differenzierung
• kompetenzorientierte Reihenplanung
• vielfältige Formen der Leistungserbringung
• Lerngespräche
• Berücksichtigung körperlicher Lernbeeinträchtigungen wie Rollstuhlfahrer, Schreib- , Seh- und Hörhandicaps
• Berücksichtigung sozial-emotionaler Lernbeeinträchtigungen

b) durch etablierte Förderkonzepte z.B.

• Lern-und Förderempfehlungen mit Förderplanung
• Förderung in Lerntutorien und der Hausaufgabenbetreuung
• Module zur emotionalen und sozialen Persönlichkeitsstärkung
• Drehtürmodell nach unten und oben (bei Lernschwierigkeiten und Begabtenförderung)
• sukzessives Springen, Teilspringen oder vollständiges Springen, AG´s, Wettbewerbe, Schüler-Uni (Begabtenförderung)
• Sport-, Theater- und Musikförderung
• Schülercoaching
• Kooperation mit externen Partnern

c) durch Individuelle Beratung

Die Beratungsangebote zählen zu den wichtigsten Bausteinen der individuellen Förderung. Zeitnahe Gespräche zu individuellen Anliegen im und nach dem Unterricht sind selbstverständlich geworden und werden im Kollegium als situationsbezogene vorbeugende Unterstützungsmaßnahme geschätzt, um möglichst schnell reagieren zu können. Zu stärker ins Gewicht fallenden Anliegen wie Lernschwierigkeiten, mangelnden Lern- und Arbeitstechniken, emotionalen oder sozialen Problemen, Teil-Begabungen, Hochbegabung, Erkrankungen usw. wird ein Beratungsgespräch mit Klassen-, Fach- und Beratungslehrkräften, der Schulsozialarbeiterin sowie der Stufen- bzw. Schulleitung angeboten. Der Schule steht mit dem Märkisches Kinderschutzzentrum, verschiedenen Beratungsstellen, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, dem Jugendamt u.a ein differenziertes Netz externer Partner zur Verfügung. Dadurch wird frühzeitig versucht, die Ausweitung der Probleme zu verhindern und durch die Beratung zu individuellen Lösungen zu finden.

d) durch Individuelle Förderkonzeptionen und Begleitung für Einzelfälle

Schülerinnen und Schülern, die trotz der Förderung im Unterricht und in entsprechenden Förderkonzepten schulische Probleme aufweisen, bieten wir eine intensivere individuelle Beratung auf der Basis des lösungsorientierten Beratungsansatzes und eine längerfristiger Begleitung an, die in der Regel von einer Lehrperson als verlässlicher Ansprechpartner/ verlässliche Ansprechpartnerin koordiniert wird. Diese richtet sich an den spezifischen Förderbedarfen aus. So entstanden individuelle Förderkonzeptionen für hochbegabte Under- und Overachiever, für Schulverweigerer, Asperger-Autisten und Autisten und Schülerinnen mit weiteren spezifischen emotionalen- und sozialen Auffälligkeiten.

Systemisch verankertes Netz als Organisationsstruktur

Eine individuelle Förderung, die den einzelnen Schüler, die einzelne Schülerin in den Mittelpunkt stellt, bedarf einer komplexen und zugleich transparenten Organisationsstruktur.

So zieht sich das Anliegen der individuellen Förderung durch alle Ebenen – von der Schulleitung über die Projektkoordinationen bis zur Fachlehrkraft und von den schulinternen Curricula bis zu Aufgabenformaten im Unterricht: Die Schulleitung fordert die Verankerung der individuellen Förderung in allen Gremien und auf der Ebene der Steuergruppen „Schulprogramm“ und „Unterrichtsentwicklung“ sowie der Ebene der „Fachkonferenzen“ ein. In der Steuergruppe Schulprogramm wird dazu regelmäßig der Arbeitsplan zur individuellen Förderung vorgestellt und evaluiert. Die Steuergruppe Unterrichtsentwicklung und die Fachkonferenzen vereinbaren jährlich Schwerpunkte zur Weiterentwicklung des Konzepts der individuellen Förderung. Auf der Unterrichtsebene zeigt sich die individuelle Förderung durch zunehmenden Einsatz diagnostischer Aufgaben, Fördermaterialien und Lernhilfen und differenzierende Angebote im Sinne des Förderns und Forderns. Dabei bleibt den Lehrpersonen viel Spielraum für die Unterrichtsgestaltung und Orientierung an ihrer Lerngruppe. Über diese Ebenen hinaus gibt es für jeden Baustein des Förderkonzepts verbindliche Ansprechpartner – und partnerinnen, die sowohl für die Entwicklung der Förderstruktur, die Organisation als auch die Dokumentation verantwortlich sind.

Durch diese Organisationsstrukturen schaffen wir ein systemisches Netz, in dem individuelle Förderung auf allen Ebenen und mit klaren Verantwortlichkeiten transparent wird und mit dem wir die Förderung des einzelnen Schülers, der einzelnen Schülerin flexibel und individuell organisieren können.