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Schüler-Akademie

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium schlägt besonders begabte Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II für die Teilnahme an zweiwöchigen Schülerakademien vor, um ihnen Begegnungen mit anderen begabten Jugendlichen zu ermöglichen.

Ihnen sollen Gelegenheiten gegeben werden, an außerunterrichtlichen Herausforderungen zu wachsen und durch die Beschäftigung mit anspruchsvollen außerschulischen Themenfeldern im Bereich ihrer Leistungsgrenzen zu arbeiten.

Die folgenden Informationen der Deutschen SchülerAkademie richten sich an interessierte Schülerinnen und Schüler:

 

Warum Akademien?

Viele besonders fähige, interessierte und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler machen die Erfahrung, dass sie nur selten auf Gleichaltrige treffen, die ihre Interessen teilen und deren Fähigkeitsschwerpunkte ähnlich sind, und dass Inhalte und Gestaltung des Schulunterrichts den eigenen Interessen, Neigungen und Fähigkeiten nicht hinreichend gerecht werden.

Anders als etwa für Leistungssportler oder für musikalische Talente gibt es für intellektuell besonders befähigte und interessierte Jugendliche im außerschulischen Bereich kaum Angebote. Der Verein Bildung und Begabung e.V. begann daher im Jahre 1988 in Zusammenarbeit mit dem damaligen Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft, für diese Schüler Ferienprogramme zu entwickeln und zu erproben. Inzwischen haben sie als "Deutsche SchülerAkademie" eine feste Form und Anerkennung gefunden. 

 

Die Akademien

Eine Mischung aus Befangenheit, Unsicherheit und gespannter Erwartung begleitet die meisten Akademieteilnehmerinnen und -teilnehmer auf ihrer Anreise. Umso größer dann das Erstaunen und die Erleichterung, auf außerordentlich aufgeschlossene, interessierte und begeisterungsfähige Menschen zu stoßen, zu denen rasch der Kontakt hergestellt ist, da sie "auf einer Wellenlänge" liegen. In einer nicht alltäglichen, anregenden Atmosphäre, die zum einen geprägt ist von intensiver und anstrengender Kursarbeit, zum anderen aber auch viele Elemente des Spaßes, der Entspannung und des persönlichen Gesprächs enthält, entsteht schnell eine Gemeinschaft, die weit über die Akademie hinaus prägende und bindende Wirkungen entfaltet.

Zwischen Schule und Universität eine Brücke zu schlagen, das Bildungsangebot der Schule zu ergänzen und zu vertiefen, auf die Anforderungen des Studiums vorzubereiten, an die Formulierung wissenschaftlicher Texte heranzuführen, die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit zu erkunden und erfahrbar zu machen, was durch gemeinsame konzentrierte Arbeit in kurzer Zeit zu erreichen ist und dabei noch große Freude macht: alles dies sind Ziele, die von der Deutschen SchülerAkademie angestrebt werden.

Im Sommer 2004 führt die Deutsche SchülerAkademie für insgesamt rund 630 Schülerinnen und Schüler sieben Akademien in Braunschweig (Niedersachsen), Hilden (Nordrhein-Westfalen), Marburg (Hessen), Roßleben (Thüringen), Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) und in Veckenstedt (Sachsen-Anhalt) durch.

Zusätzlich wird für 64 Schülerinnen und Schüler in Metten (Bayern) eine multinationale Akademie durchgeführt. Neben jungen Deutschen werden hier Schülerinnen und Schüler aus vier östlichen Nachbarstaaten (Polen, Ungarn, Tschechische und Slowakische Republik) teilnehmen.

Das Programm der Akademie Metten 2004 wird hauptsächlich durch die Haniel Stiftung gefördert, die übrigen Akademien werden etwa zur Hälfte durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, ferner durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und durch weitere Förderer finanziert; dadurch kann die Teilnahme zu einem Betrag, der deutlich unter der Hälfte der tatsächlichen Kosten liegt, ermöglicht werden. Nötigenfalls kann eine Reduktion oder auch eine Befreiung von der Eigenleistung gewährt werden.

Ziel der Akademien ist, Schülerinnen und Schülern eine intellektuelle und soziale Herausforderung zu bieten, sie in ihren Fähigkeiten zu fördern, miteinander in Kontakt zu bringen und unter Anleitung von qualifizierten Lehrkräften an anspruchsvollen Aufgabenstellungen ihres Interessenbereiches arbeiten zu lassen. Das Niveau entspricht dabei häufig demjenigen von Hochschulstudiengängen in den ersten Semestern.

 

Kurse und kursübergreifende Aktivitäten

Eine Akademie besteht aus sechs Kursen mit jeweils bis zu 15 Teilnehmern. Jeder Kurs wird von zwei Kursleitern (Wissenschaftler, Lehrer oder andere Experten) betreut. Während der Akademie arbeitet jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer in einem Kurs eigener Wahl für eine Dauer von insgesamt ca. 45 Stunden.

Neben dem Kursprogramm gibt es zahlreiche weitere Aktivitäten, die für alle Teilnehmer offen sind: Theater, Musik, Exkursionen, Chor, Sport, Gastvorträge u.v.m. Diesen kursübergreifenden Aktivitäten wird wegen ihrer sozialen und interdisziplinären Bedeutung ein etwa gleicher zeitlicher Umfang im Tagesablauf eingeräumt wie dem Kursprogramm.

Die Teilnehmer werden einige wichtige Erfahrungen aus den Akademien mitnehmen. Durch die Arbeit in den Kursen haben sie die Chance,

  • bereits vorhandene Kenntnisse und Forschungsinteressen zu erweitern und zu vertiefen - aber auch gänzlich neue Gebiete kennen zu lernen und rasch in sie einzudringen; 

  • Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens kennen zu lernen und zu praktizieren; 

  • die Techniken und Formen der mündlichen und schriftlichen Darstellung zu üben und zu verbessern; 

  • kooperative Arbeitsformen zu erproben und die Koordinierung mit Partnern bei der Erarbeitung von Gruppenleistungen zu üben;

  • ihre persönlichen Neigungs- und Fähigkeitsschwerpunkte abzuklären, auch hinsichtlich ihrer Studienfach- und Berufswahl. 

Ein zentrales Anliegen der Akademien ist dabei, durch die Begegnung mit unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen die Perspektiven für die eigene Entwicklung zu bereichern, das interdisziplinäre Denken und Arbeiten anzuregen und den Horizont der bisherigen Lebens- und Erfahrungswelt zu erweitern. 

 

Dokumentation

Während der Kursarbeit erstellen die Teilnehmer schriftliche Berichte zur Kursarbeit und ihren Ergebnissen, Zusammenfassungen von Referaten, Exzerpte zu wissenschaftlichen Artikeln, Texte zu Kurs übergreifenden Aktivitäten etc. So werden die Wiedergabe und Erläuterung von Untersuchungen und Untersuchungsergebnissen, von logischen Gedankengängen etc. geübt. Die Texte werden schwerpunktmäßig in der zweiten Hälfte der Akademie erarbeitet und redigiert. Hierbei lernen die Teilnehmer zusammenhängend und prägnant zu formulieren und wissenschaftliche Standards anzuwenden. In Auszügen werden diese Texte in einer Dokumentation zusammengefasst und später allen Teilnehmern übersandt. 

 

Ein typischer Akademietag

Wer an einer Akademie teilnehmen will, muss sich darauf einstellen, 17 Tage voll eingespannt zu sein und mit voller Kraft zu arbeiten. Natürlich gibt es viele Gelegenheiten zu Gesprächen, gemeinsamen Spaziergängen etc., doch sind die Tage relativ stark strukturiert. So steht von 7.30 Uhr bis 18.30 die Arbeit in den Kursen sowie die Kurs übergreifenden Aktivitäten im Vordergrund.
Nach dem Abendessen werden wieder Veranstaltungen angeboten, die jeder Teilnehmer nach eigenem Wunsch besuchen kann. Je nach Interesse und Engagement der Kursleiter und Teilnehmer gibt es Kammermusik, Theater, Sport, Vorträge, Arbeitsgemeinschaften, Nachrichten, einen Vorleseabend und vieles mehr.

 

Gemeinschaft

Die Schüler leben während der Akademie in einer Gemeinschaft von ähnlich interessierten und motivierten Jugendlichen und Kursleitern. Das Erlebnis dieser Gemeinschaft, die gekennzeichnet ist von einem ungemein anregenden, offenen und toleranten Klima, ist für viele Teilnehmer rückblickend die wichtigste und wertvollste Erfahrung. Schnell ergeben sich auch über die Akademie hinaus anhaltende Kontakte und Freundschaften, die u.a. auch über den Club der Ehemaligen vielfach bis in das Studium hinein aufrechterhalten werden.