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Zur Namensgebung der Schule

 

 

Der ehemalige Schulleiter, Herr Oberstudiendirektor Ernst-August Benfer, befasste 

sich anlässlich der Gedenkstunde zum 50. Todestag der Geschwister Scholl am 

27. Februar 1993 in seinen einleitenden Worten mit der Namensgebung der Schule 

im Jahre 1959 und führte aus:

 

"Ein Blick in die Protokolle der damaligen Schulausschuss-Sitzungen zeigt, dass in keiner Weise Einstimmigkeit über den künftigen Namen der Schule bestand, die 1959 den Neubau am Staberg bezog.

Das Lehrerkollegium favorisierte Persönlichkeiten der deutschen Litera-

turgeschichte: Agnes Miegel, Annette von Droste-Hülshoff, Johann Gottfried Herder und entschied sich schließlich für den Letzteren, des-

sen Einfluss (so der damalige Schulleiter Thierkopf) auf die Ausrichtung einer Mädchenoberschule immer noch groß sei.

Im Schulausschuss konnte man sich allerdings für diesen Vorschlag nicht erwärmen. Man bevorzugte Persönlichkeiten aus dem politischen Raum und einigte sich schließlich auf den heutigen Namen, durch den die jüngere Vergangenheit mit ihren schrecklichen Folgen ins Gedächtnis

zurückgerufen wurde. Pfarrer Dörnenberg vertrat im Ausschuss die An-

sicht, dass der Name der Geschwister Scholl in einer Situation unbewäl-

tigter Vergangenheit für die Jugend wie eine ernste Mahnung, wie ein Programm sei. Das Kollegium akzeptierte die Meinung des Schulaus- schusses, und am 4. November 1959 wurde im Rat der neue Name mit großer Mehrheit beschlossen.

Herr Benfer zitierte abschließend aus dem Flugblatt der 'Weißen Rose':

 

'Es geht uns um die wahre Wissenschaft und echte Geistesfreiheit! Kein Drohmittel kann uns schrecken, auch nicht die Schließung unserer Hoch-

schulen. Es gilt den Kampf jedes Einzelnen von uns, um unsere Zukunft, unsere Freiheit und Ehre in einem seiner sittlichen Verantwortung be-

wussten Staatswesen.'

'Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewaltstaaten, das sind die Grundlagen des neuen Europa',

  und schloss mit den Worten:

 

Dies sind auch heute Werte, die es zu verteidigen gilt. Wir Deutschen leben zwar seit mehr als 40 Jahren in einem freiheitlichen Staat, der die-

se Grundwerte in seiner Ver- fassung garantiert, die Rechte des Ein-

zelnen schützt, aber es gab, und es gibt - gerade in der jüngsten Ver-

gangenheit - Gruppierungen, Entwicklungen, die in fataler Weise an die Zeit der NS-Diktatur erinnern. Deshalb haben die Worte Dörnenbergs heute nichts mehr von ihrer Bedeutung verloren, kann der Name der Ge- schwister Scholl auch heute für uns, für Sie, die heranwachsende Gene-

ration, 'Programm, ernste Mahnung sein, die freie Gesellschaftsordnung, in der wir leben, zu verteidigen.'"

 

(aus dem Jahreskalender 1993)

 

 

 

 

Theateraufführungen 

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