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Verrückter Liebesreigen im Reich der Feenherrscher Oberon und Titania

von Anna Hoff 

 

WR • "Dass ich alte Sprüche klopf - jeder Deckel findet seinen Topf". Mit dieser Weisheit schloss sich der Vorhang und das Publikum ging in die Pause. Die Stimmung war gut an diesem Abend in der ausverkauften Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die Schauspieler hinreißend über- zeugend und das Bühnenbild hätte nicht besser sein können.

Die Theater AG inszenierte unter der Leitung von Ina Rogge die Komödie "Ein Sommernachts- traum" von William Shakespeare, die mit 20 motivierten Schauspielern am Dienstag Premiere feierte. 

Die Geschichte ist so alt wie die Menschheit selbst: eine unerwiderte Liebe, Missverständnisse, Verwechslungen und schließlich das "Happy end". Die Interpretation von Frank Günther diente den jungen Schauspielern als Vorlage. 

Da Lysander (Jan Pollmann) und die schöne Hermia (Nancy Kappe) nicht heiraten dürfen, fliehen sie in den Wald, in dem Feen, Elfen und andere Wesen ihr Unwesen treiben. Helenas (Merle Wittwer) Liebe zu Demetrius (Sebastian Gall) bleibt unerwidert, weil der sein Herz unglücklicher- weise ebenfalls an Hermia verloren hat. So landen schließlich alle im Reich von Oberon (Achim Riegel) und Titania (Grazia Giebel), deren Eheglück auch gerade ein bisschen zerrüttet ist. Na- türlich darf in einer solchen Geschichte niemals der Zauber fehlen, der bei dem einen Liebesge- fühle weckt, bei dem anderen genau das Gegenteil bewirkt. 

Überbringer ist der freche Gnom Puck (Monika Gies), der dummerweise nicht immer den Richti- gen damit versorgt. So folgt Missverständnis auf Missverständnis und Pointe auf Pointe. Zu al- lem Überfluss mischen sich dann auch noch die Handwerker ein, die in dem Wald ihre Theater- proben abhalten und ungewollt Teil der Verwechslungskomödie werden.

Mit trockenem Humor und in absolut überzeichneten Charakteren glänzten Steffen Luft und Se- bastian Panus in den Rollen des Niklaus Zettel und Franz Flaut. 

Die Proben liefen seit August, kein einziger Darsteller sprang ab, und in der Endphase spielte der eine oder andere sogar mit Fieber. Das Bühnenbild, bestehend aus mehreren Elementen, und die Kostüme wurden von den Schülern selbst kreiert. 

Die Schauspieler kommen aus den Jahrgängen 9 bis 13 und konnten teilweise ihre ersten Erfah- rungen schon in Ina Rogges erstem großen Stück "Lysistrate" sammeln. 

"Selbst die Jüngeren, die noch keine Bühnenerfahrung haben, sind von den Älteren motiviert und mitgezogen worden", freute sich die Regisseurin über ihrer "Sprösslinge". 

Das war mit Sicherheit nicht der letzte Erfolg der Theater AG, der jubelnd in der Scholl-Aula gefeiert werden kann.