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Weihnachten von See

Shanty-Chor der Marinekameradschaft Bielefeld gibt vorweihnachtliches Konzert. Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums restlos ausverkauft. Facettenreiches Programm aus maritimen Leckerbissen. Von der Sehnsucht der Seemänner am Heiligen Abend

 

LN Am Sonntag gab der Shanty-Chor der Marinekameradschaft Bielefeld in der restlos ausver- kauften Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums das erste Konzert seiner Weihnachtskonzert- reihe. Es war das insgesamt vierte Mal, dass der Chor dort auftrat, jedoch das erste Mal im Rahmen der Einstimmung auf die Weihnachtszeit. Demzufolge entsprach ein Teil des Publikums dem "harten Kern", in deren Herzen sich der Chor bereits bei den vorigen Konzerten gesungen hatte. Und genauso freundschaftlich ging auch Moderator Hans-Günter Lokowand, der zugleich Vorsitzender des Fördervereins des Geschwister-Scholl-Gymnasiums ist, mit seinen Gästen um.

Die 55 Sänger und die siebenköpfige Band unter der musikalischen Leitung von Christoph Fi- schenbeck boten ein facettenreiches Programm, so dass sie mit ruhigem Gewissen behaupten können, einen "maritimen Leckerbissen" präsentiert zu haben. 

Die Texte handelten vordergründig von der Sehnsucht der Seemänner, am Weihnachtsabend bei der Familie zu sein, wobei Chor und Band die Stimmung der Lieder sehr gut auf die Zuhörer transportieren konnten. Besonders das Lied "Norddiek Radio" dürfte bei den im Publikum zahl- reich vertretenen Senioren Erinnerungen geweckt haben. 

Doch wurden auch Lieder der fröhlicheren Art gespielt, welche von der Freude des lang umher gereisten Matrosen erzählten, der sich nach der Zeit bei seiner Mutter am Heiligen Abend ge- sehnt hat. Glücklicherweise rutschten Solisten und Chor nur im Dialekt in "platte" Gefilde ab, nicht in emotionalem Sinne. Gefühle wurden glaubhaft dargeboten. Auch vor einer Interpreta- tion des Pop-Songs "I am sailing" von Rod Steward scheute der Chor nicht zurück und verlieh dem Stück einen ganz eigenen und besonderen Schliff.

Abgerundet wurde das Programm von Weihnachtsgeschichten und Gedichten, die gelegentlich zwischen den Liedern eingestreut wurden. Zu guter Letzt sangen Shanty-Chor und Publikum zusammen das traditionelle Lied "Oh, du fröhliche".

Das war mit keiner Zugabe zu überbieten, und so verließen Publikum, Chor und Musiker mehr als zufrieden den Saal. Alles in allem war es ein gelungener Abend, bei dem der Shanty-Chor es ge- schafft hat, den schmalen Grad zwischen besinnlich und kurzweilig zu beschreiten, was alles andere als selbstverständlich ist.