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Skifreizeit Uderns - Zillertal 2001 

von Sabine Vorwerk, 10b

 

Anfangs wollte ich mich krankstellen oder sonstwas, weil ich vorm Skifahren einen Riesenbam- mel hatte. Aber letztendlich kam ich dann doch zum Bus, beladen wie ein Yak und nervös wie ein Stier, der rot sieht. Der Abschied war wie bei jeder Fahrt - ich schreib dir, ruf mich an, hast du auch sicher genug Socken, Tempos, Unterhosen...? Die Fahrt verlief ruhig, allerdings ähnlich wie ein 16-Stunden-Flug in der Business Class: eng und unbequem. Als wir dann endlich da waren, mussten wir eine Stunde draußen rumstehen, bis drinnen alles für uns bereit war. Zur Entschädigung hatten wir den ersten Tag zur freien Verfügung, den viele dazu nutzten, ihr "Jetlag" zu überwinden. Morgens liehen sich diejenigen, die keine eigenen Ski hatten, welche aus. Hinterher war der Skikeller hoffnungslos überfüllt - ein wahres Paradies für Mikadofreunde.

Obwohl die Zimmerverteilung schon größtenteils vorher abgesprochen worden war, gab es noch Überraschungen: meine beste Freundin und ich erwischten ein 2-er Zimmer. Wir hatten kein Bad, nur ein Waschbecken; das am Dachfenster kondensierende Wasser tropfte entweder mein Kopfkissen oder meine Füße patschnass. Das Bett war zu kurz und zu hart, aber das merkte ich erst nachts. Am nächsten Morgen wurden wir mit Krach (Kunstbanausen würden es "Musik" nennen) geweckt, was uns von da an jeden Morgen bevorstand. Zu einem reichlichen Früh- stück hatten wir reichlich Zeit, dafür war es hinterher umso hektischer. In der Sardinendose (ich glaube, der offizielle Name lautete Skibus) war es so voll, dass man sich nicht mal fest- halten musste - Fallen war ganz einfach unmöglich! Die Gondel war eine Sache für sich. Ohrendruck ein Problem, das sich jedoch bald gab. Die Profis machten sich nach einer Gruppen- blamage mit Pseudo-Sirtaki aus dem Staub und wir Anfänger uns auf zu neuen Ufern, die wir aber weder kannten noch sehen konnten. Weil ich das Glück hatte, bei meiner ersten Schlepp- liftfahrt nicht vorzeitig auszusteigen, wurde ich kurzerhand zur Fortgeschrittenen erklärt. Das war mir zwar sehr schleierhaft, aber auf diese Weise konnte ich wenigstens mit meiner Freundin zusammenbleiben. Der Skilehrer hatte leider schmeichelhafterweise eine so hohe Meinung von meinem Können, dass er mir am ersten Tag eine Piste zutraute, die ich mit Textilbremse (Schuss-Sturz-Schuss-Sturz..) und sehr viel Zeit bewältigte. Fortan hieß diese Piste "Panik- piste".

Am nächsten Tag war ich leider krank, so dass mir im Endeffekt ein Tag fehlte. Deshalb hielt ich die anderen aus meiner Gruppe am 3. Tag auch ziemlich auf, weil ich zum Beispiel die Kurven nicht richtig fahren konnte. An dieser Stelle ein RIESEN-Lob an die Betreuer, die sich Zeit ge- nommen haben um mir alles richtig beizubringen und die mir Mut machten, wenn ich mal wieder kurz vorm Nervenzusammenbruch stand. An diesem Tag sind wir nur vormittags gefahren, nach- mittags hingen wir in der Bergstation herum.

Von jedem Tag einzeln zu berichten wäre langweilig, also nur die highlights: bei einem allge- meinen Stromausfall hing eine unserer Gruppen über eine Stunde in einem Sessellift fest, hinter- her waren sie fast erfroren und völlig fertig mit den Nerven. Am Mittwochabend hatte ich eine kleine Auseinandersetzung mit einer Telefonzelle, welche stur behauptete, bei mir zu Hause gä- be es "keinen Anschluss unter dieser Nummer"! Da ich sie nicht überzeugen konnte, lief ich los und suchte mir eine andere. Später hörte ich von anderen, die auch ihre liebe Müh' und Not mit "meiner" Zelle gehabt hatten. An einem anderen Abend gab es eine Schlägerei in der ortsan- sässigen Kneipe, dem Pub, Deutsche contra Österreicher. Leider ist nicht bis zu mir durchge- drungen, wer gewonnen hat. 

Schließlich, am letzten Abend, die Preisverleihung für den am Vormittag bewältigten Slalom. Meine Zeit lag unter einer Minute, und das, obwohl die Piste vereist war und ich mich deshalb auf reichlich Stürze und mindestens 10 Minuten eingestellt hatte. Aber ich kam lebend, heile und einigermaßen früh unten an. Aber bis zur Preisverleihung war es ein weiter Weg: wir wollten die während der Woche entstandenen Videos ansehen, doch die "Techniker" hatten Probleme und keine Lösung bzw. keinen Adapter zur Hand. Dann hielt Paulchen eine seiner Endlos-Reden, und dann war auch noch die Parallelklasse vor uns dran. Ich hatte bei der ganzen Sache mise- rabel abgeschnitten, jedoch besser als ich erhofft hatte. 

Am Abreisetag hatten wir Sch...wetter, es schneite ununterbrochen. Die Busse, die uns holen sollten, hatten ewig Verspätung, aber meine Klasse kriegte den ersten Bus und war nach einer ermüdedenden 12-Stunden-Fahrt dann auch endlich in Lüdenscheid. Die Leute, die nach uns ins Zillertal gefahren waren, taten mir leid: Wir hatten mit dem Wetter ziemlich Glück (die ersten zwei und den letzten Tag schönes Wetter, ansonsten dicker Nebel und Schneetreiben, die gan- ze Zeit saukalt), und diese armen Würstchen durften den größten Teil ihrer Zeit drinnen sitzen, weil Lawinengefahr bestand. Naja, egal.

Hauptsache, wir hatten eine schöne Zeit, die wir immer in Erinnerung behalten werden. Und ich glaube, dass ich nicht für mich alleine spreche, wenn ich sage, dass das wahr ist.