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1. Platz im Wettbewerb 'Menschenfeindlichkeit' für GSG-Abiturienten

von Marlene Stube

 

„Kennst du das Land, wo die Kanonen blüh'n? Du kennst es nicht? Du wirst es kennen lernen!“ Mit diesen drohenden Zeilen beginnt das Gedicht des berühmten Schriftstellers Erich Kästner, das sich Björn Schäfer und Joachim Riegel als Grundlage ihres Wettbewerbsbeitrags ausgesucht haben. Im Rahmen der Ausstellung „Teofilia Reich-Ranicki – Bilder aus dem Warschauer Ghetto“ hatte das Stadtmuseum Hagen einen Wettbewerb unter dem Oberthema „Menschenfeindlichkeit“ ausgeschrieben.

Mehr als 80 Einzel- und Gruppenbeiträge kamen seit Anfang des Jahres zusammen. Unter vielen Skulpturen und Gemälden auch die Multimedia Präsentation der beiden Abiturienten aus Lüdenscheid. In ihrer Arbeit unter dem Titel „Kennst du das Land, wo die Kanonen blüh'n?“ haben die zwei  Staberger Schüler eine etwa zweiminütige Videoinstallation erarbeitet. Dazu haben sie das berühmte Gedicht von Erich Kästner in mehrere Abschnitte geteilt, die im Video eingeblendet werden. Zwischen den Gedichtsequenzen haben Joachim Riegel und Björn Schäfer eine Fluss aus 120 Bildern zusammengestellt, die im Sekundentakt eingeblendet werden. Die Bilder zeigen erschreckende Szenen aus der Zeit des Nationalsozialismus: Die Begeisterung der Massen, die grausame Vernichtung der Juden in den Konzentrationslagern und die zerstörten Städte nach dem Krieg. Demgegenüber haben die beiden 19-jährigen Szenen aus der heutigen Zeit gestellt, die unter anderem die fanatische Begeisterung von Skinheads zeigen. Unterlegt sind die Bilder mit einem Percussion-Stück, dessen Rhythmus im Laufe des Videos immer schneller und eindringlicher wird. Am Ende sitzt der Zuschauer beinahe erschüttert vor dem Fernseher und versucht, das Gesehene angemessen zu verarbeiten.

Mit ihrer Präsentation wollen die Abiturienten aufmerksam machen auf die Vielzahl der Menschen der heutigen Zeit, die ihre Ideen aus den dunkelsten Stunden Europas, aus Tagen des Völkermords und Rassewahns,  beziehen. „Man stößt im Unterricht immer wieder auf dieses Thema, es zieht sich wie ein roter Faden durch die Schulzeit“ erklärt Björn Schäfer. Etwa vier Wochen haben die Schüler in das Projekt investiert. Für ihre Mühe und ihr Engagement sind sie mit dem ersten Platz und 500 Mark belohnt worden.