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Vortrag über Gentechnologie

von Marlene Stube

 

Wissenschaft heißt gleichzeitig Gewissen, dass machte Dr. Harald Daute am Dienstag, d. 20. März 2001, deutlich. Vor rund 200 Staberger Lehrern und Schülern hielt er in der Aula des Ge- schwister-Scholl-Gymnasiums einen Vortrag über die Vor- und Nachteile der Gentechnologie

Die Schüler aus den Biologiekursen der Jahrgänge 11 bis 13 kamen allesamt mit großen Erwar- tungen, einige hatten im Biologieunterricht schon über das Thema diskutiert.

Der Lüdenscheider Arzt begann seinen Vortrag mit einer Einführung in die Gentechnologie. Ver- einfacht dargestellt schneidet man aus einem Organismus ein Gen heraus, um dieses dann in ei- nen anderen Organismus einzufügen. Was hierbei erlaubt ist und was verboten, wird nach ethi- schen Kriterien beurteilt. So darf die Gentechnologie beispielsweise weder mit dem ärztlichen Berufsethos noch mit der Menschenwürde in Konflikt treten. 

Wie Dr. Harald Daute erläuterte, gibt es sieben Stufen dieser Wissenschaft. Bei der ersten Stu- fe werden Krankheiten durch die Verabreichung von Ersatzgenen behandelt. Auf der zweiten Stufe werden intakte Gene in einen Körper mit Gendefekt eingeschleust. Während diese beiden Formen in Deutschland legal sind, ist die „Pränataldiagnostik“ der dritten Stufe zwar erlaubt, aber die künstliche Befruchtung im Reagenzglas verboten. Die nächste Form der Therapie, die sogenannte „Keimbahntherapie“, bedeutet die Veränderung des Erbmaterials und verstößt so gegen das Mandat ärztlichen Handelns.  Die fünfte Stufe, die beispielsweise die Therapie mit Pavianzellen zur Aidsbekämpfung beinhaltet, ist wegen der unabsehbaren Konsequenzen nicht legalisiert. In den letzten Stufen wären sogar die Intelligenz und das Aussehen der Kinder kon- trollierbar. Da ethisch keine Rechtfertigung für so einen Eingriff vorliegt, sind auch diese verbo- ten.

Im Anschluss stand der Referent den wissbegierigen Schülern Rede und Antwort. Biologielehrer Michael Haferberger zeigte sich sehr zufrieden mit dem Erfolg der Veranstaltung. Ziel sei es ge- wesen, denn Schülern Denkanstöße zu geben, was offensichtlich gelungen sei.