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„Around the World“ - Kursfahrt des Mathe-LK's

von Jan Pollmann

 

Sonntag, den 26.8.2001, um 16 Uhr brachen wir auf. Zunächst glücklich über das gute Wetter, dann resigniert als sich die Klimaanlage des Busses als leicht schwach auf der Brust herausstell- te. Das heraufziehende Gewitter. die damit verbundene Schwüle und der leicht miefige Gestank im Bus sind Details, die man nicht näher beschreiben muss.

Nach ca. vier Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel, den Hafen von Lemmer am Ijsselmeer, erreichten ihn fast ohne uns zu verfahren, und fast entspannt.

Doch beim Anblick unseres Schiffs, der Beantra, erholten wir uns bald. Stolz und frisch gestri- chen lag sie vor uns im Hafen. Auf den ersten Blick wirkte dieses Schiff geräumig und komforta- bel, was sich auch in weiten Teilen bestätigt hat.

Einen ersten Dämpfer erhielten wir allerdings, als wir aufbrachen, um unser Gepäck in den Kabi- nen zu verstauen. Der Architekt, der dieselben gestaltet hat, erntete sofort unseren Respekt, weil er sie mutig als Hommage an eine Sardinendose entworfen hat. Aber nach dem ersten Tag störte auch das fast niemanden mehr, weil man seine Zeit nur zum Schlafen in dieser gemütli- chen Enge verbrachte. Zudem stellte sich der Aufenthaltsraum demgegenüber als sehr geräumig und praktisch dar. Auch die Küche war für ein Schiff sehr luxuriös und völlig ausreichend für die Zubereitung von allerfeinsten Fertiggerichten. Aber nein, ich möchte nicht sagen, dass wir schlecht gegessen haben. Jede Gruppe hat alles getan, was in ihren Fähigkeiten und Möglich- keiten stand, um ein leckeres Abendessen zuzubereiten. (Dies als Ironie auszulegen wäre sehr gewagt.)

Aber genug davon; das Essen ist auf einem Segeltörn nun wirklich nicht das Wichtigste, und auch die Enge der Räumlichkeiten verliert an Wichtigkeit unter dem Eindruck bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und unter vollen Segeln über das Wasser dahinzugleiten!

Vor allem an den ersten beiden Seetagen hatten wir ausreichende Windstärken, dafür allerdings auch eher bewölkten Himmel und etwas niedrigere Temperaturen. Dann wurde das Wetter im Laufe der Woche besser, mehr Sonne, höhere Temperaturen, aber zwangsläufig auch weniger Wind. So kam es vor, das wir ganz vorn am Bug im Klüvernetz lagen und darüber diskutierten, ob sich das Schiff nun bewegt, oder ob wir trotz Einsatz aller Segel auf der Stelle stehen. Nur an den ersten Tagen kamen wir auf solche Geschwindigkeiten, die es erlaubten, im Klüvernetz zu duschen.

Aber auch ohne viel Wind ist so ein Segelschiff eine feine Sache. Die meisten Mitglieder unserer Gruppe fanden es durchaus ausreichend, sich auf dem Deck zu sonnen, durch die Segel den blauen Himmel zu genießen oder schlichtweg ein bisschen Schlaf nachzuholen, was teilweise doch sehr nötig schien.

Denn nicht nur tagsüber an Bord ging es uns gut, auch abends im Hafen versuchten wir, das Beste aus unserer Kursfahrt zu machen. Auch unseren Begleitpersonen, Frau Ermlich und Herr Adam, muss ich an dieser Stelle ein Kompliment machen. Sie haben sich immer die größte Mühe gegeben, uns eine tolle Fahrt zu organisieren, und waren auch was die Ausgehzeiten angeht doch recht großzügig.

So hatten wir auch in den angelaufenen Häfen immer ein abwechselungsreiches Programm, wie z.B. eine Fahrradtour, Schwimmen im wohltemperierten Nordseewasser, gelegentliche Kneipen- bzw. Diskobesuche, oder auch ein Gemeinschaftsabend mit Bier vom Fass.

Also eigentlich kein Grund zur Beschwerde.

Auch über unsere Besatzung kann man sich bestimmt nicht beklagen. Hylke, der Skipper, Anne- lies, seine Freundin, und Yp, der Matrose, waren immer sehr nett zu uns und haben uns auch einiges geboten. Besonders mit Yp, dessen Name für einige Verwirrung sorgte, kamen wir prima aus.

Bleibt zu sagen, dass wohl die meisten von uns auch relativ viel Spaß an den Tätigkeiten hat- ten, die mit dem Segeln verbunden sind, und dass die Woche insgesamt doch sehr gelungen war. Noch mal danke an alle, die dafür gesorgt haben, dass wir eine so schöne Zeit hatten, be- sonders an Frau Ermlich dafür, dass sie uns überhaupt auf die Idee gebracht hat, segeln zu gehen, und dafür, dass sie soviel Zeit für die Organisation geopfert hat.