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Fritz Pawelzik erzählt

In zwei Veranstaltungen vor den 5. - 7. Klassen des Zeppelin- und des Geschwister-Scholl- Gymnasiums in der Scholl-Aula erzählte Fritz Pawelzik, ein ehemalige CVJM-Reisesekretär, von seinen Erlebnissen und Erfahrungen in Ghana. 

Über Fritz Pawelzik

Als Missionar des CVJM reiste er mit 31 Jahren zum ersten Mal nach Ghana. Er blieb dort viele Jahre, gründete eine Lehrwerkstatt für Jugendliche und baute Schulen, Kindergärten und Be- triebe mit auf. 

Als er 1994 nach Deutschland zurückkehren wollte, ließ man ihn nicht gehen und entführte ihn stattdessen, um ihn in einem aufwendigen Stammesritual zum Häuptling und König des Ashanti- Stammes in Konongo, Ghana, zu machen, der fortan den Namen Nana Kofie Marfo II tragen dur- fte.

Der Stamm kann sich seitdem auf Fritz Pawelzik alias Nana Kofie Marfo II verlassen: als "Ent- wicklungschef" des Stammes bereist er die ganze Welt, um Spenden für Projekte zu sammeln in Ghana zu sammeln.

Wenn er nicht in Ghana bei seinem Stamm ist oder reist, lebt der ehemalige Bergmann aus Her- ne als Schriftsteller in Düsseldorf.

Die Abenteuer von Fritz Pawelzik

von Kristina Meinig, 5b

Als Mitglied des CVJM  machte Fritz Pawelzik einmal eine Expedition nach Afrika und gelangte von dort aus zu dem Stamm einer afrikanischen Kultur. Dort angekommen, fielen ihn 20 Männer an. Er dachte, sie würden ihn nur begrüßen, aber sie fesselten und knebelten ihn und banden ihm die Augen zu. Fritz Pawelzik wurde in ein riesiges Zelt verschleppt, das so groß wie eine Schulaula in rund war.

Dort zogen ihn dann schwarz gekleidete Männer aus und legten ihn in eine Ecke. Ein roter Medi- zinmann zog ein Schwert aus seinem Schaft und Fritz dachte jetzt: "Das ist mein Ende."

Nun wurde jedoch ein Schaf in das Zelt gebracht. Der Medizinmann schlachtete es und strich Herrn Pawelzik mit dem Blut des Schafs ein. Dabei nahm ihm ein anderer Afrikaner die Augenbin- de ab. Zu seinem Erstauen wurde er jetzt vorsichtig abgewaschen und ihm wurden alle Haare abrasiert.

Nach diesem Ritual krönte der Medizinmann Fritz und sagte: "Nana, du bist jetzt der Häuptling."

Fritz war ganz erstaunt und sprachlos, aber der rote Medizinmann erwiderte: "Wir haben dich beobachtet und sind davon überzeugt, dass du unser Häuptling bist."

Später wurde er in einer riesigen Badewanne behutsam gebadet und gesalbt. Nun war Fritz Pa- welzik tatsächlich Häuptling eines afrikanischen Stammes. 

Die nächsten 10 Tage musste er im Zelt bleiben und dort morgens, mittags und abends Ge- schichten von den Familien des Stammes anhören. 

Sitzungen, die der Häuptling leitete, dauerten 5 - 6 Stunden und nahmen Ende mit einem lauten "Gähn" und einem Schwung mit Fritzens Schwert.

Als er einmal verreisen konnte, war er mit seinem Freund vom CVJM bei Schimpansen, mit denen er eine witzige Woche verbrachte.

Eines Tages, als er wieder bei dem Medizinmann war, fragte dieser, ob Fritz einen Sohn hätte. "Ja", antwortete dieser. "Bist du stolz auf Deinen Sohn?" fragte der Medizinmann dann. "Ja, er hat sein Abitur mit 1,3 gemeistert!" Der Medizinmann wusste nicht, was 'Abitur' war, also muss- te Fritz es erklären. Jetzt fragte der Medizinmann aber etwas Seltsames: "Nana, würdest du deinen Sohn töten?" "Nein, natürlich nicht! Ich liebe meinen Sohn!" schrie Fritz. "Gott hat sei- nen Sohn auch geopfert," sagte nun der Medizinmann. Damit war das Gespräch beendet. 

Als Fritz wieder in Deutschland war, wurde sein Sohn von einer Zecke gebissen. Der Biss endete fast tödlich und Fritz war in großer Sorge um seinen Sohn. Zum Glück überlebte sein Sohn den Zeckenbiss. Doch Fritz war von da an sehr viel bewusster, welch unmenschlich großes Opfer es für Gott bedeutet haben musste, seinen Sohn den Menschen zu opfern.