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Vorstellung

von Simon Veerkamp

 

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,

ich möchte mich bei Euch und Ihnen als neuer Philosophie- und Religionslehrer am Geschwi- ster-Scholl-Gymnasium vorstellen.

Nach dem Studium der Katholischen Theologie mit Diplomabschluss und dem Lehramtsstudium für die Fächer Kath. Religionslehre und Philosophie in Münster absolvierte ich mein Referendariat am Goethe-Gymnasium Ibbenbüren. Mit dem 1.2.2002 trete ich nun am Geschwister-Scholl- Gymnasium in Lüdenscheid meinen Dienst an, worüber ich mich sehr freue.

Ihr Simon Veerkamp

 

Was ist für mich Religionsunterricht?

Meines Erachtens ist das zentrale Anliegen des Religionsunterrichts die Rede vom jüdisch- christlichen Gott und die Erfahrungs- und Erlebniswelt der Schülerinnen und Schüler miteinander in Verbindung zu bringen. Der Religionsunterricht bietet hierbei die Rede von Gott als Sinn- und Weltdeutungshorizont an. Hierbei bleibt die Rede von Gott Angebot. Weder setzt der Religions- unterricht den gläubigen Schüler voraus, noch will er ihn hervorbringen. Vielmehr fordert er dazu auf, sich mit dem Sinnangebot der jüdischen-christlichen Religion ernsthaft und intellektuell red- lich auseinander zu setzen. Aus der Sicht des eigenen Standpunktes, der eigenen Erfahrungen werden die Schüler und Schülerinnen aufgefordert, das Sinnangebot der christlichen Religion zu prüfen und für sich zu bewerten, um es dann übernehmen oder auch verwerfen zu können.

Was ist für mich Philosophieunterricht?

In Staunen und Verwunderung darüber zu geraten, dass die Dinge so sind, wie sie sind, ist die Geburtsstunde der Philosophie. Ein guter Philosophieunterricht gibt diesem Staunen Raum, denn es ermöglicht dem Denken utopische Horizonte und gibt ihm Weite. Damit aber das Staunen nicht äußerlich bleibt, stellt der Philosophieunterricht das Subjekt und sein Konstrukt von Welt in die Mitte seiner Überlegungen. Jedoch kann das subjektive Konstrukt für den, der mit seinen Fragen in die Welt der Philosophie eintritt, nicht das letzte Wort sein. In dem Augenblick, wo ich auf der Suche nach Antworten auf meine Fragen in die „überkommenen und gegenwärtigen Problemstellungen, - lösungen und Methoden der Philosophie“ eintrete (Rehfus), partizipiere ich an einem universellen Verständigungswillen. Denken hat stets das Moment des Allgemeinen. „Was triftig gedacht wurde, muss woanders, von anderen gedacht werden können.“ (Th. W. Adorno) Die Andere, der Andere und ihre/seine Vernunft wird so zum kritischen Korrektiv meiner Fragen und Überlegungen. Nur in Verständigung mit ihr und ihm kann ich meine Fragen revidie- ren, sie als überzogen und ungerecht zurücknehmen oder sie beibehalten und weiterverfolgen. Ein Philosophieunterricht, der beim Fragen und bei der subjektiven Antwort auf dieser Frage stehen bleiben würde, hätte nur einen ersten Schritt vollzogen. Ohne den zweiten aber wäre nicht viel gewonnen – der Fragende bliebe einsam und ohne Korrektiv.

Welche Methoden bevorzuge ich im Unterricht?

Diejenigen Methoden, die es dem einzelnen Schüler erlauben, auf Basis seiner Erfahrungen und Vorkenntnisse am Unterrichtstoff anzuschließen. Dabei wird der Unterricht immer wieder versu- chen, durch die Auswahl des Unterrichtsstoffes Fragezeichen hervorzurufen: Hast du hier auch weit genug gedacht? Könnte es nicht auch ganz anders sein? Ist nicht die andere Position mehr im Recht, als du es für möglich hältst?

Hierbei kommt es gerade darauf an, die Position des Anderen, der Anderen wahrzunehmen, sie zu verstehen zu versuchen und sich von ihr irritieren zu lassen. Ein solcher Unterricht setzt auf Dialog.

Auf Basis dieser Fragen wird der Unterricht dann Antworten anbieten und versuchen, die Schü- lerinnen und Schüler in die Lagen zu versetzen, die Antworten selbstständig kritisch zu prüfen und für sich bewerten zu können.

Wie stelle ich mir die Zusammenarbeit mit Ihnen vor?

Schule wirkt nach außen und tut gut daran, die Außenwelt in die Schule zu holen. Um dieses zu erreichen sind mir der Dialog und die Zusammenarbeit mit Ihnen besonders wichtig.

Der Dialog hilft die eigene Position zu überdenken, eingefahrene Wege zugunsten von neuen zu verlassen und Missverständnisse zu vermeiden oder auch auszuräumen. Die Zusammenarbeit bereichert den Unterricht für Lehrer und Schüler und lässt die Schule nach außen wirken. Daher freue ich mich über Ideen, wie dieses gelingen kann.

Also greifen Sie zum Hörer (02351-365490) oder machen einfach mit mir einen Termin für ein Gespräch aus. Ich freue mich.