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„ACHTUNG, ACHTUNG BEDROHUNG DURCH SCHULKLASSEN!!!

von Theresa Pütz und Jacqueline Ritter, 6a

 

Nach wochenlanger Besprechung in der Schule waren wir im Begriff in die großen Reisebusse zu steigen. Am Vortag waren wir alle bis in die Nacht damit beschäftigt gewesen, unsere Koffer zu packen und sie mit Mühe und Not zu schließen. Deshalb fiel es allen sehr schwer, um 4.30 Uhr (oder früher) aus den Federn zu kommen (wir wollen ja keine Namen nennen). Als auch alle Nachzügler an der Bushaltestelle angekommen waren, warteten wir nur noch auf den Bus, der natürlich zu spät kam. Dass Busfahrer Angelo verschlafen, hatte war nur wenigen klar.

Nachdem der Bus schließlich doch angekommen war, verstauten wir unsere Koffer in den gro- ßen, geräumigen Laderäumen. Bevor der Bus jedoch anfing die Motoren laufen zu lassen, verab- schiedeten wir uns von Eltern und Familienmitgliedern hier und da liefen vereinzelte Tränen die Wangen der Mütter und Kinder herunter. Es war jedoch nicht so schlimm, dass Herr Haferberger erste Hilfe leisten musste. Kaum hatten wir uns durch das Gedränge im Bus gekämpft, hatten wir auch schon einen Platz gefunden. Also konnte die Schweinerei beginnen und wir fingen gleich an unseren Vorder- oder Nebenmann zu nerven. „Kann ich mal deine Zeitung haben?“ „Oh nein, ich hab mein Stofftier vergessen.“ „Herr Haferberger, der da nervt mich immer, Hilfe!“ „ Bäh, lass mich doch, du Doofe.“

Um 7.00 Uhr schließlich war die Hälfte der Klasse eingeschlafen und die andere Hälfte machte einen Mordsradau. Dann um 9.30 Uhr eine kleine Rast. Auf den Toiletten im nahegelegenen Ge- bäude entstand ein Massenandrang. Gut, dass man kein Geld bezahlen musste, das wäre sonst nämlich in die Tausende gegangen. So, nachdem sich viele noch einen kleinen Zwischenimbiss gegönnt hatten, rief Herr Haferberger: „Alles einsteigen“, und die Fahrt ging weiter. Zwischen- durch fielen selbst Herrn Haferberger und Frau Rohlmann die Augen zu. 

Als wir dann um 12.30 Uhr im Hafen von Bensersiel  ankamen, glich der vorher „blitzblanke“ Bus einem ...Schweinestall ... eine Zumutung für den Busfahrer, dessen Nerven sowieso schon ziemlich angenagt waren. Nachdem dann fast jeder die Hafentoilette besucht hatte, Frau Rohlmann uns ihren Stoffigel vorgestellt hatte, wir uns in 2er Reihen aufgestellt hatten, sich ein paar „Personen“ gestritten hatten und endlich die Fähre kam, betraten wir sie mit dem gewohn- ten Lärm. Auf dem Fährendeck herrschte ein zugiger Wind, der den meisten Anwesenden die Hüte vom Kopf wehte und die Jacken aufblies.  Hier und da schwebten ...kackende ... Möwen hin und her, die Tasche von Dora musste dran glauben. Als sich die Hälfte der Klasse auf das Innendeck verzogen hatte, brüllte Herr Haferberger: “Robbe, Robbe in Sicht, hart Steuerbord.“ Sofort rannte das halbe  Innendeck nach draußen und die Hälfte der Einrichtung mit. Unverzüglich schnappten sich ein paar Leute Herrn Haferbergers Mini-Fernglas und beobachte- ten die auf einer Sandbank sich „sonnende“ Robbe. Und auf einmal  „Tuuuuut!!!“ Angekommen! Juchuuu! Sofort verabschiedeten wir uns von der Fähre und marschierten zur Inselbahn.

Am Dienstag ging es schon etwas turbulenter zu. Nachdem wir alle aufgestanden waren und unsere Morgentoilette erledigt hatten, gab es endlich Frühstück. Brötchen, Marmelade und Ha- gebuttentee für alle. Nach dem Frühstück gab Herr Haferberger den Tagesablauf bekannt. Doch davor kontrollierten Herr Haferberger und Frau Rohlmann erst mal die Zimmer. Schnell den Dreck unters Bett gekehrt in der Hoffnung, dass es keiner merkte. Kurz danach gingen wir in die Stadt um Geld auszugeben. Als auch das erfolgreich geschehen war, sagte Herr Haferberger, dass wir noch vor dem Mittagessen ins Schwimmbad gehen würden. Als wir dann im Schwimmbad waren, stürzten sich manche in die Fluten, andere gingen gemächlich über die Stufen der Leiter. Selbst Herr Haferberger und Frau Rohlmann konnten dem „Duft“ des Salzwassers nicht widerstehen und sprangen in die Wellen, die jeweils um viertel nach... und zehn vor... ihr Unwesen trieben. Auch die 45m lange Rutsche hatte ihre Reize und war mit unserer Klasse doppelt belastet. Nachdem wir viel Spass hatten, gingen wir zurück ins Heim und aßen die wohlverdiente Mahl- zeit.  Nachdem alle Teller leer geputzt waren, war Siesta und anschließend Fiesta am Strand...

Als wir wieder im Heim waren und das Abendessen erfolgreich abgeschlossen war, konnte das Versteckspiel beginnen. Als es bei dem Versteckspiel soweit kam, dass man sich zwischen den Mülleimern versteckte, weil es keine anderen Verstecke mehr gab, war es auch schon 10.00 Uhr geworden. Wie schnell doch de Zeit vergeht...

Am Mittwoch war das Wetter einfach „blendend“ für eine Fahrradtour. Es war kalt und es reg- nete. An der Melkhörndüne machten wir Rast Nummer 1. Anstatt des Mittagessens hatten wir uns Lunchpakete zurecht gemacht, die für jeden ein Trinkpäckchen und 2 Scheiben Brot ent- hielten. Nachdem wir ungefähr eine Stunde gefahren waren, legten wir Rast Nummer 2 in der Meierei ein. Als jeder gegessen hatte, worauf er Hunger hatte, und noch ein dickes Eis ver- speist hatte, ging es auch schon wieder weiter. Doch das Wetter wurde zusehends schlechter. Also beschloss unser großer Meister Herr Haferberger umzukehren. Nun waren wir an der See- notrettung angekommen und das Wetter war schön geworden. 

Im Heim stellte sich erst mal die Hälfte der Klasse unter die Dusche um wieder warm zu werden. Als Entschädigung meinte Frau Rohlmann: "Gehen wir noch mal Schwimmen bis 21:00 Uhr." Ach, was freuten wir uns. Im Heim lief der Abend wie alle anderen Abende ab: viel zu schnell war zehn Uhr. Doch dann schliefen alle sofort ein. Na ja, nach 25km mit dem Fahrrad...

Am Donnerstag war wunderschönes Wetter. Nichts und niemand hielt uns davon ab, nach dem Morgenmahl zum Strand zu laufen. Die ganz Mutigen zogen sich schon mal ihre Badesachen drunter. Am Strand spielten wir dann „Wer hat den Ball als erstes?“ und zogen uns kurz da- nach T-Shirts und Hosen aus und liefen ins Meer. Der jemand, der vor der Klassenfahrt  noch in dem Elternbrief geschrieben hatte „...Baden im Meer (ha,ha)...“, wollte sich drücken, doch Frau Rohlmann zeigte keine Gnade. Erfrischt gingen wir zum Mittagessen und dann sofort wieder zum Strand um die Sturmflut abzuwarten, die nicht lange auf sich warten lies. Puh, auch dieser Tag war ziemlich anstrengend gewesen, doch gewisse Gespräche im Bett gehören einfach zu der Klassenfahrt.

Am Freitag freuten sich alle auf die Aktivitäten, die an diesem schönen letzten Tag zu erwar- ten waren. Nachdem der Morgen verlaufen war wie immer (+Freigang), machten wir uns auf den Weg zur Wattwanderung. Unser Wattführer, ein junger Mann mit gold-blonden Ringellöckchen, zeigte uns allerhand, darunter Herzmuscheln, Wattschnecken, Krebse und Würmer. Während wir uns im Kreis aufgestellt hatten, hatte sich David so tief in die Erde gegraben, das er nicht mehr herauskam. Herr Haferberger machte den Vorschlag, bis zur nächsten Flut zur warten, doch damit war David überhaupt nicht einverstanden. Nach der Wattwanderung gab es erst mal Mittagessen, Siesta und die Vorbereitungen zur Disco. Nachdem sich alle gestylt und ge- schminkt hatten, halfen ein paar Leute Herrn Haferberger, die Tische und Stühle wegzustellen und die Tanzfläche „aufzubauen.“ Dann endlich um 21:00 Uhr war es soweit, die Disco konnte beginnen. Eminem, Tiziano Ferro,... alle Musikgeschmäcker wurden berücksichtigt. Auch von vielen kleinen Streitigkeiten ließen wir uns nicht die Laune verderben. Auch die Nachtwande- rung war ein voller Erfolg. Herr Haferberger erfand Räubergeschichten um uns zu beeindrucken, doch keiner nahm ihm ab, dass hier fast jeden Tag Menschen verschwinden. Im Heim fielen wir dann in unsere Betten, gut, das die Koffer schon gepackt waren...

Am Samstag war keiner so richtig wach. Frühstück, Koffer runter bringen und zur Inselbahn laufen, alles lief im gewohnten Tempo ab. Auf der Fähre war es ungewöhnlich still, genauso wie im Bus. Nach einer kleinen Rast waren wir nur noch wenige km von zu Hause entfernt. Um 15:30 sahen wir dann endlich unsere wohlbekannte Schule wieder, die wir in ein paar Tagen wieder besuchen mussten. Aber jetzt erst mal zu Hause, was für eine Freude. „Mama, Papa, mein Zimmer...“