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Auf den Spuren von Goethe, Schiller und Co

Exkursion der Deutschkurse 12 Adam/Rogge nach Weimar vom 11.07.-12.07.02

von Ann-Christin Koch und Birgit Neuferf 

 

Am Donnerstag, den 11.07.02, war für die Schülerinnen und Schüler der Deutschkurse von Herrn Adam und Frau Rogge frühes Aufstehen angesagt. Um 6.30 Uhr fuhren wir vom Scholl aus in Richtung Weimar los. Einige Zeit später erreichte dann auch der Bus die Schule und so konn- ten wir mit leichter Verspätung losfahren,

Nach einer Busfahrt ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir Weimar gegen 11 Uhr. Das größ- te Problem hatten wir bis dahin allerdings noch nicht gelöst – wo war das Hotel??? Nachdem wir ungefähr eine Dreiviertelstunde das Weimarer Umland erkundet hatten, fanden wir endlich unser Hotel und freuten uns auf die verbliebenen 15 Minuten Mittagspause. Während des vielen Hin- und Herfahrens hatten wir allerdings noch eine seltene und (besonders für die Jungen) span- nende Begegnung: ein Panzer der Bundeswehr durchfuhr – begleitet von mehreren anderen Bundeswehrfahrzeugen – vor uns einen Kreisverkehr.

Der kulturelle Teil der Exkursion begann dann gegen 13 Uhr mit einem Vortrag über die einstige „geistige Hauptstadt Deutschlands“, die im 18. und 19. Jahrhundert von zahlreichen Künstlern, Schriftstellern und Wissenschaftlern wie Goethe, Schiller, Herder und Liszt geprägt wurden. Hier wurde deutlich, dass es nicht um Größe ging (Weimar hatte zu Goethes Zeit lediglich 6000 Ein- wohner), sondern viel mehr um Geist, Kunst und Wissenschaft. Auf der anderen Seite lernten wir ein ganz anderes Weimar kennen – zwischen 1936 und 1945 fanden dort z.B. zahlreiche Parteiveranstaltungen der NSDAP statt.

Nach dem Vortrag im Kirms-Krackow-Haus, das zu den ältesten Häusern der Stadt gehört, ging es in getrennten Gruppen weiter zum Goethe- bzw. Schiller-Wohnhaus. Dort bekamen wir einen näheren Einblick in das private Leben Goethes und Schillers und erfuhren ebenfalls etwas über ihren Einfluss auf die damalige Gesellschaft.

Anschließend hatten wir die Möglichkeit, Weimar selbst zu erkunden. Manche entschieden sich dafür, die kulturelle Seite der Stadt weiter kennenzulernen, andere nutzten die freie Zeit zum Bummeln durch das gemütliche Städtchen.

Nachdem wir wieder zurück am Hotel waren, war es uns freigestellt, den Rest des Abends dort zu verbringen oder noch einmal zurück in die Stadt zu fahren. Ein paar Leute entschieden sich, das Flair der Stadt in den verschiedenen Cafés, Biergärten etc. zu genießen. Die meisten waren jedoch von den vielen Fußmärschen so erschöpft, dass sie sich lieber im Hotel vergnügten.

Am nächsten Morgen mussten schon wieder alle Taschen gepackt und die Zimmer geräumt sein, da wir erneut die Wohnhäuser Goethes bzw. Schillers besichtigten – jeder Kurs ging in das Haus, in dem er am Vortag noch nicht gewesen war. Nach einer ausgedehnten Mittagspause fuhren wir zunächst zu den Grabstätten Goethes und Schillers und danach in das nahegelegene KZ Buchenwald, an dem sich erneut die Bedeutung Weimars für die Nazis zeigt. Eine beeindruk- kende Filmvorführung gab uns erste Eindrücke über die Geschehnisse im KZ. Durch die anschlie- ßende Führung über das Gelände bekamen wir eine noch bessere Vorstellung von den schreck- lichen Ereignissen während des Zweiten Weltkrieges. Allerdings war es enttäuschend, dass zahlreiche Gebäude nicht mehr vorhanden und viele Spuren verwischt sind.

Etwas später als geplant traten wir schließlich die Heimreise an, die erstaunlich ruhig verlief, denn nach den vielen Unternehmungen der vergangenen zwei Tage waren alle ziemlich er- schöpft. Gegen 20.30 Uhr kamen wir nach zwei ereignisreichen und schönen Tagen in Weimar wieder in Lüdenscheid an.