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"Emil und die Detektive": Ensemble vom "Scholl" begeisterte mit viel Witz

WR •  Eine schwung- und humorvolle Inszenierung von Erich Kästners "Emil und die Detektive" ging am Donnerstag Abend in der Aula des Scholl-Gymnasiums über die Bühne.

Die knapp 200 Zuschauer quittierten die gelungene Aufführung der jungen Akteure mit lautstarkem Beifall. Die Darsteller dankten ihrerseits Lehrerin und Regisseurin Ina Rogge mit einer vielstimmigen "Parole Rogge".

Erich Kästners schon 1928 erschienener Roman, mehrfach verfilmt und unzählige Male als Theaterstück aufgeführt, hat in der aktuellen Inszenierung des Scholl-Ensembles nichts von seiner Liebenswürdigkeit eingebüßt. Die in Kästners Kinderromanen immer wiederkehrenden, zeitlos gültigen Werte wie Freundschaft und Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit kamen auch in der in die heutige Zeit übertragenen Aufführung zur Geltung, wurden dabei aber nicht überbetont. Stattdessen standen zur Freude des Publikums Wortwitz und Humor des Stückes im Vordergrund.

So überzeichnete Leonie Bause mit einem guten Gefühl für den richtigen Witz die Rolle der um das Wohl ihres Emils besorgten Mutter gekonnt. Glänzend besetzt war die Hauptrolle mit Christoph Henrichs, der souverän den ebenso braven wie pfiffigen Neustädter Jungen Emil spielte, der auf seiner ersten großen Fahrt in ein dramatisches Verfolgungsabenteuer stolpert, das er mit Hilfe von Einfallsreichtum und Mut, aber vor allem mit Unterstützung seiner neuen Berliner Freunde meistert. Angefangen mit Emils Cousine Pony Hütchen (Alina Bertels), dem frechen Dieb Grundeis (Benedikt Henrichs), der redegewandten Professorin (Halina Bause) und Gustav mit der Hupe (Christian Gößlinghoff) über die kleine Dienstag (Theodora Kapna) und die rappenden Zwillinge Mittenzwey (Stefanie Linnepe) und Mittendrei (Fabienne Ganghoff) bis hin zur Dackeldame Neele, die für ein paar passende Beller Szenenapplaus erhielt, agierten alle 28 Darsteller mit viel Herz und Können. Kleine Pannen wurden geschickt überspielt ("Hat es da nicht gerade geklingelt?").

Einige Akteure hatten sichtbar Bühnenerfahrung. Aber auch die vielen "Neuen" - Ina Rogge hatte eine ganze Anzahl Fünftklässler zum Mitmachen begeistern können - überzeugten und wurden vom Publikum für die wochenlange Probenzeit mit viel Beifall belohnt. Eine zweite Aufführung für jüngere Zuschauer fand gestern statt.