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Schülerbetriebspraktikum: Arbeit und Lernen mit Spaß

von Dennis Rhiel

LN Eine kleine Sache stört Boris Trzin in seinem Praktikum: Die Namensschilder mit der Auf- schrift „Schülerbetriebspraktikum". „Diese Schilder sind doof", meint Boris und fügt an: „Manche Kunden denken dann, ich wüsste nicht, was zu tun ist, obwohl sie nur eine einfache Einzahlung machen wollen." Boris erklärt dann aber, dass er auch in der Lage ist, ihnen zu helfen.

Jedes Jahr im Januar schicken das Geschwister-Scholl- und das Zeppelin-Gymnasium die Schü- ler der elften Jahrgangstufe zum Praktikum. Die Schüler müssen sich selbstständig einen Prakti- kumsplatz in einem Betrieb aus Lüdenscheid oder Umgebung auswählen.

Nach erfolgreichem Bewerbungsgespräch beginnt für die Schüler ihr dreiwöchiges Praktikum. In dieser Zeit werden sie in den Betrieb eingeführt und lernen den dortigen Arbeitsablauf kennen.

 

 

Praktikum bei der Sparkasse Lüdenscheid

Boris macht sein Praktikum bei der Sparkasse Lüdenscheid in der Filiale am Rathausplatz. Er hat einen breit gefächerten Aufgabenbereich. „Ich mache Überweisungen, Auszahlungen und Einzahlungen", erzählt Boris. Er ist scheinbar ziemlich aktiv. Boris huscht durch die Filiale und erledigt kleinere Aufgaben. „Manchmal stehe ich auch am Schalter. Wenn dann ein Kunde kommt und etwas Größeres will, hole ich einen Kollegen", erläutert Boris. In solchen Fällen stellt er sich neben den Schalter und hört dem Kundengespräch zu. Insgesamt gefällt Boris sein Praktikum mit der lockeren Atmosphäre sehr gut und er könnte sich vorstellen, später einen Beruf in der Bankenbranche zu ergreifen.

 

 

Praktikum bei der AOK Lüdenscheid

Bei der AOK Lüdenscheid hat Pascal Zimmer seinen Praktikumsplatz gefunden. „Ich bin in der Kundenbetreuung", berichtet Pascal, „Ich habe hier gut zu tun. Jetzt mache ich die Kundenneuerfassung." Pascal hat eine Liste mit Namen vor sich liegen, die er in den Rechner überträgt. Auch einzelne Versicherungsfälle bearbeitet Pascal. „Ich schicke Erinnerungen, wenn zum Beispiel Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlt haben." Aber nicht nur Schreib- tischarbeit gehört zu Pascals Praktikum. So sammelt und sortiert er zum Beispiel die Post für die gesamte Abteilung. Bei Kundengesprä- chen schaut er interessiert zu und versucht, etwas zu lernen. Auch Pascal mag die lockere und angenehme Atmosphäre in dem Betrieb, dennoch hat er noch keine bestimmten Vor- stellungen, was seine Zukunft angeht.

 

 

Praktikum bei der Firma Eduard Hueck

In einem völlig anderen Bereich arbeitet Len- nart Poppe. Seine Praktikumswahl fiel auf die Firma Eduard Hueck. Lennart ist dort im Labor für Qualitätssicherung tätig. Dort werden die Produkte getestet und geprüft. „Naja, was hab ich hier zu tun?", fragt Lennart und hebt die Schultern. „Ich trage meistens das Aluminium durch die Gegend und stecke Probestücke auf ein Gestell, das in eine Lauge getaucht wird", erklärt Lennart. Er möchte später Chemie stu- dieren und würde sich für sein Praktikum mehr Umgang mit Chemikalien wünschen. Lennart fühlt sich unterfordert: „Viel neues kann man hier nicht machen. Aber eigentlich ist es hier ganz in Ordnung. Alle sind nett." Er bekommt meistens praktische Arbeit zugeteilt. Die ist ihm allerdings auch lieber als das „Ewige am- Schreibtisch-sitzen". 

 

Praktikum bei der Firma Wilesco

Praktische Arbeit hat sich auch Jens Prillwitz für sein Praktikum ausgesucht. Die Firma Wilesco bietet da die richtigen Möglichkeiten. Jens beaufsichtigt die Maschinen im Bereich Zinkdruck- guss. „Meistens bin ich alleine hier und passe auf, dass alles reibungslos abläuft", berichtet Jens. Falls mal etwas schief läuft, holt Jens von nebenan Mitarbeiter der Firma. „Die kümmern sich dann darum", sagt er. Aber nicht nur aufpassen muss Jens, er muss auch Zink nachlegen und darauf achten, dass volle Wagen durch leere ersetzt werden. Der Lärm ist das einzige, was ihn stört. Jens macht die Arbeit an den Maschinen viel Spaß. „So einen Beruf könnte ich mir auch später vorstellen", sagt er und ergänzt fröhlich: „Es ist interessanter, als es aussieht." Zu den „Männern in den weißen Kitteln" kann sich Jean-Marie Schaldach zählen. Er absolviert sein Praktikum im Lüdenscheider Sportkrankenhaus im Bereich Anästhesie. „Ich wollte schon immer mein Praktikum hier machen", sagt Jean-Marie. In seinem späteren Leben möchte er gerne ei- nen medizinischen Beruf ergreifen. „Ich will nicht das Gleiche machen wie jetzt, aber etwas ähnliches", erläutert er. Aber auch seine jetzige Tätigkeit spannt ihn schon voll ein. Blutdruck messen und ein EKG anschließen gehören genauso zum Programm wie selbständiges Zuschauen bei Operationen und kleinere Hilfsarbeiten, die in der Anästhesie anfallen. Allem Anschein nach fühlt er sich richtig wohl im Krankenhaus. Einziger Makel: Seine Füße tun ihm weh, weil „die Schuhe nicht so angenehm sind."