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Unterhaltung mit Tiefgang: Erinnerung bleibt lebendig

Bunter Abend als Abschluss der Veranstaltungsreihe zum Gedenken an die Geschwister Scholl. Schüler gestalten Programm. Ein Abend voller Respekt

 

LN • Es war ein Abend voller Respekt, Ehrfurcht und Emotionen. Im Rahmen einer ganzen Veran- staltungsreihe zum Gedenken an die Hinrichtung von Sophie und Hans Scholl vor 60 Jahren be- deutete der vergangene Freitagabend das Schlusslicht. Ein eigens von Schülerinnen und Schü- lern erarbeitetes Programm unterhielt die Besucher auf der einen Seite prächtig, regte anderer- seits schließlich einen jeden zum Nachdenken an.

So hatten die Gäste bereits auf den Einlass im Aula-Foyer gewartet, als plötzlich Flugblätter von herumeilenden "Studenten" verteilt wurden - eine Imitation der Geschwister Scholl. Das Theater (Leitung: Ina Rogge) fand dann schließlich auf der Bühne des Geschwister-Scholl-Gym- nasiums seine Fortsetzung.

Hans (Mario Bause) und Sophie (Leonie Bause) werden am 18. Februar 1943 verhaftet. "Die Verbreitung der Flugblätter hat zugenommen", hatte das Regime die Gefahr erkannt. In den Verhören werden ihnen "inhaltliche Radikalität" vorgeworfen. Die Gegenthese: "Was ist schon die Wahrheit?" Anschaulich wurde der Beginn der Weißen Rose im Sommer 1942 in München illustriert, "die sittliche Pflicht, das System zu stürzen."

Musikalische (Leitung: Cornelia Heinz), literarische (Leitung: Norbert Adam) und philosophische (Leitung: Simon Veerkamp) Einwürfe sorgten für eine Behandlung der Thematik auf hohem Ni- veau. Prominente Autoren wie Paul Celan und Dietrich Bonhoeffer wurden rezitiert. "Wer bin ich?", "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" - emotionalisierende Passagen, die wahrlich ei- nen immensen Aussagegehalt übermitteln. Tiefgründig erschien allem voran die philosophische Abhandlung. "Denjenigen, der mit Recht tötet, bezeichne ich als unglücklich und bemitleidens- wert. Jedoch nicht denjenigen, der durch das Unrecht umkommt", zielten die Schüler vor allen Dingen darauf ab, den Mut und Trotz der Geschwister Scholl zu würdigen. "Sie werden in die Geschichte eingehen."

Lieder wie "Yankele", "Hope" oder Berthold Brechts "Kälbermarsch" kritisierten, parodierten und gaben einen Hinweis auf die Wehrmachtsgefängnisse, auf Buchenwald, Flossenbürg, Vernich- tungs- und Arbeitslager, in denen auch zahlreiche namhafte Künstler ihr Leben ließen.

Die Intention, den gesamten Abend auf Schülerbasis zu veranstalten, bedeutete insgesamt ei- nen riesigen Erfolg.