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10 000 Küsse und Kung Fu zum Ende des Schul- jahres

Projektwoche am Geschwister-Scholl-Gymnasium: Praktisches Arbeiten und Diskutieren, Spaß und Ernst prägen den Schlussspurt vor Zeugnisausgabe

 

LN • "Von Isi: Ganz liebe Grüße an Bernadette, Nadia, Charly, An- drea, Cathrin, Tina, Dommi, Maggi, Miri, Te, Maren, Maria, Jana und alle, die mich kennen. 10 000 Küsse, hab euch lieb, eure Isi!" Die Gruß- und Kuss-Seite der Projektzeitung am Geschwister- Scholl-Gymnasium offenbart, wie die Stimmung unter den Schü- lern ist. Die Ferien stehen bevor, die Zensuren stehen fest, nichts steht mehr auf dem Lehrplan, die Projektwoche steht im Mittelpunkt. Das Schuljahr klingt fröhlich aus.

Im Schlussspurt vor der Zeugnis-Ausgabe wird die Schule zur Werkstatt, zur Kung-Fu-Schule, zum Diskussions-Forum oder Ausgangspunkt für historische Stadtwanderungen oder Touren zum Golfplatz. Dabei sind Projekte wie der "Klassiker" Gips-Arbei- ten ebenso beliebt wie ungewöhnliche Themen, zum Beispiel das Erfinden von Musikspielen. Nebenbei verschönern die "Schollis" ihre Schule, streichen Klassenräume oder bemalen den Säulen- gang am Schulhof. Lachen, Rufen, Gesang, Hämmern und Sägen und das Trappeln vieler Füße erfüllen das Gebäude - so klingt gu- te Laune.

Aber es ist auch Raum für ernste Nachdenklichkeit. "Gibt es einen gerechten Krieg im 21. Jahrhundert?", lautet ein Projektthema. Oder "Ausbildung, Beruf und Arbeitswelt". Oder "Drogen". Hier machten die Teilnehmer gestern eine ganz besondere Erfahrung. Neben Gesprächen mit der Polizei und Drogenberatern hatten die Lehrer für ihr Projekt eine Überraschung parat. Durch den LN-Be- richt über einen ehemaligen Heroinsüchtigen aufmerksam gewor- den, der mit dem Fahrrad zur Tour de France gefahren war, luden sie Thomas Pusch ein. Der 48-Jährige nahm kein Blatt vor den Mund und berichtete freimütig über seine Drogen-Karriere, über Gefahren, Knast und psychischen und körperlichen Verfall - Dro- genprävention aus erster Hand.

Die Hausmeisterin verdreht schon die Augen. "Herr, lass Mittwoch sein!" Morgen Mittag endlich kehrt Ruhe ein. Dann verabschieden sich die "Schollis" für sechs Wochen voneinander. Mit mindestens 10 000 Küssen vermutlich.

Praxis und Theorie: Projektwoche am Staberg zum Ausklang des Schuljahres

WR • Heute ist der letzte Schultag. Auch am Lüdenscheider Ge- schwister-Scholl-Gymnasium freuen sich die Schüler auf die Zeug- nisse und die kommenden Ferienwochen.

Doch auch die Zeit bis heute verlief recht kurzweilig. Im Rahmen einer Projektwoche gestalteten sich die letzten Tage zur Freude der Schüler durch zahlreiche Projekte mit den unterschiedlichsten Zielrichtungen abwechslungsreich (WR berichtete bereits) - die Zeugnisnoten standen ja bereits endgültig fest.

Die "Kollegen" der Projektwochenzeitung machten es sich mit ihren Lehrerinnen Cornelia Heinz und Michaela Knaupe zur Aufgabe, die einzelnen Vorhaben - natürlich garniert mit ein paar lieben Grüßen an Mitschüler und Freunde ("Ich grüße meinen Schatz....") - zu dokumentieren.

Zwar hat man in diesem Jahr am Scholl auf eine offizielle Präsen- tation verzichtet, doch können sich die Ergebnisse sehen lassen.

Im Projekt "Erste Hilfe" z.B. erlernten die Teilnehmer unter Leitung von Danny Möhrchen vom DRK, Lehrerin Petra Stock und Jennifer Schenkel "Sofortmaßnahmen für den Notfall".

Hier stellvertretend nur einige der zahlreichen Projekte: "Kreatives Schreiben" (Katrin Achenbach), "Wendepunkte der Geschichte im 20. Jahrhundert" (Bruno Aichinger), "Filmanalyse" (Nicole Auen und Norbert Adam), "Ausbildung, Beruf und Arbeitswelt" (Reinhard Fricke), "Vom Fliegen" (Michael Haferberger), "Phänomenta" (Hans-Henning Langkitsch), "Biologiespiele" (Werner Knäbe), "Gibt es einen gerechten Krieg im 21. Jahrhundert?" (Susanne Stein- metz und Dr. Reinhard Wilczek), "Historische Wanderungen in und um Lüdenscheid" (Joachim Terinde), "Sport und Freizeit" (Paul Scheermann), "Nähen für Anfänger" (Susanne Schmidt) und viele mehr.

Handwerklich griffen einige Schüler ein. "Die Neukolorierung der Wände" war Schwerpunkt von "Räume und Flure gestalten". Ne- ben reinem Anstreichen kam auch die Idee, Räume durch moderne Zeichnungen kreativer zu gestalten. Auch die Außenanlagen - die Arkaden am Schulhof - konnten sich über eine optische Auffri- schung freuen.