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Talentsichtung auf die andere Art: 1 000 Kids kurzzeitig im Tennisfieber

WR •  Laute Anfeuerungsrufe begleiteten Julius Seifert, als er gestern Mittag auf dem Rathaus- platz im Endspiel der Klassen 4/5 gegen Julius Kersting gewann und dafür mit Pokal, Kappe und einem neuen Tennisschläger belohnt wurde.

Indes, die Nachwuchstalente des LTV 99, die bereits seit mehreren Jahren mit großem Erfolg Tennis spielen, repräsentierten nicht die Mehrheit der annähernd 1 100 Tennis-Kids, die im Rah- men der vierten Station der Street-Tennis-Tour 2003 des Westfälischen Tennisverbandes (WTV) die Lüdenscheider City für drei Stunden in einen riesigen Centre Court umfunktionierten.

"70 Prozent der Mädchen und Jungen haben noch keinen Schläger in der Hand gehalten", wus- ste WTV-Breitensportwart Ernst Sasse, der mit seinem Team bei strömendem Regen bereits morgens um 4 Uhr die 41 Kleinspielfelder markiert und Netze installiert hatte, "und genau um die geht es uns."

Weil die Mitgliederzahl im Verbandsgebiet gerade in den jüngeren Jahrgängen bis 2001 rückläufig und der WTV im DTB-Ranking auf Platz vier zurückgefallen war, sahen sich die Westfalen eben- so wie der niedersächsische Verband zum Eingreifen gezwungen. "Inzwischen gehen Verband und Vereine auf die Straße, um Tennis gerade bei jungen Leuten wieder populär zu machen", sagte Sasse. Die 1. WTV-Tour 2002 mit 5 000 Kindern sei ermutigend gewesen.

In diesem Jahr bildete Lüdenscheid als Zentrum des Bezirks V nach Datteln, Paderborn und Her- ford die dritte Station und stellte dabei mit über 1 000 Mädchen und Jungen eine neue Bestmar- ke auf, die auch in Gronau (23. und 24. Juli), Dortmund (25. Juli) und Bochum (28. Juli) nicht erreicht wird.

Zu verdanken war dies zum einen der guten Resonanz aus den zwölf beteiligten Schulen (42 Klassen) sowie den Vereinen LTV 61, LTV 99 und TuRa Eggenscheid, die massiv geworben hat- ten und sich gestern mit eigenen Ständen und einem Rahmenprogramm wie einer Malaktion, Ge- schwindkeitsmessung, Torwandschießen und einem Technikwettbewerb präsentierten.

Den Kids machte es sichtlich Spaß, den Softball mit dem für sie noch ungewohnten Sportgerät über das 10 x 6 m große Feld zu spielen. Klar, dass Querschläger nicht ausblieben. Wer nach vierminütiger Spielzeit die meisten Punkte gesammelt hatte, kam eine Runde weiter. Gewertet wurde nach Schulklassen. Ergebnisse:

Jahrgangsstufe 2/3: 1. Andreas Zimmer, 2. Patrick Schlappa (beide Schalksmühle), 3. Erkan Ak- tcan (Astrid-Lindgren-Schule).

Jahrgangsstufe 4/5: 1. Julius Seifert, 2. Julius Kersting (beide Geschwister-Scholl-Gymnasium), 3. Kevin Kaiser (Albert-Schweitzer-Hauptschule) 4. Tobias Martyniok (Hauptschule Stadtpark).

Jahrgangsstufe 6: 1. Manuel Wolf (Freie Christliche Gemeinde), 2. Justus Cordt (Geschwister-- Scholl-Gymnasium), 3. Sandro DAgnelli (Albert-Schweitzer-Hauptschule), 4. Philipp Ehlers (Ge- schwister-Scholl-Gymnasium).