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3000 Schüler protestierten gegen Krieg

LN • Mit einer in Lüdenscheid vielleicht beispiellosen Demonstration haben gestern Mittag rund 3000 Schülerinnen und Schüler gegen den Krieg im Irak protestiert. Für den befürchteten "Tag X" hatten die Schülervertretungen zahlreicher Schulen zur Kundgebung auf dem Sternplatz auf- gerufen.

"Überwältigt" und auch ein wenig stolz zeigten sich die Organisatoren von der gewaltigen Zahl der Teilnehmer - die Schätzungen reichen von rund 2500 seitens der Polizei bis zu 4000 bei den Veranstaltern.

Ab 11.15 Uhr bewegten sich mehrere Demonstrationtszüge sternförmig auf die Innenstadt auf den um 12 Uhr völlig überfüllten Platz zu, wo eine von der Anti-Kriegs-Koalition (AKL) organi- sierte Lautsprecheranlage machtlos war gegen den Schalldruck der Massen und hunderter Tril- lerpfeifen. Stellungnahmen der Schüler und organisatorische Hinweise gingen im lautstarken Happening schlicht und einfach unter.

Trotz zeitweiliger Behinderungen erhielten die Schüler breite Zustimmung von Passanten und Autofahrern. Die Polizei hatte keine Schwierigkeiten mit den Demonstranten, und auch die Or- ganisatoren dankten der Polizei gestern im Gespräch mit der WR für die "super Zusammenar- beit".

Vor rund drei Wochen erst waren die Pläne für die Demo zum Kriegsbeginn in der Schülerver- tretung der Reichwein-Gesamtschule entstanden - und gestern zeigten sich Beobachter begei- stert, was die Schüler in kürzester Zeit auf die Beine gestellt hatten, so zum Beispiel Bernd Benscheidt von der Friedensgruppe.

Kritische Anmerkungen gab es allerdings am Rand zur restriktiven Haltung einiger Schulleitungen. Dort hatte es zum Teil keine Genehmigung gegeben, sich an der Kundgebung zu beteiligen. Dies sei Anlass, mit den entsprechenden Schule noch einmal das Gespräch zu suchen oder auch bei der Bezirksregierung in Arnsberg zu intervenieren, sagte Superintendent Klaus Majoress am Rand der Demonstration. Eine solche Haltung sei angesichts der Wichtigkeit des Ereignisses nicht nachzuvollziehen.