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Anneliese Knoop-Graf referiert vor den Politikkursen der Klassen 10

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 60. Todestag der Geschwister Scholl berichtete die Zeitzeugin Anneliese Knoop-Graf heute in der 5. und 6. Stunde vor den Politikkursen der Klassen 10.

Anneliese Knoop-Graf, heute über 80 Jahre alt, hat die Aufgabe ihres Lebens darin gesehen, "Menschen dafür zu sensibilisieren, wo Unrecht beginnt und wo Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, ja Aufmüpfigkeit gefragt sind". Dieses Anliegen ist Folge ihrer Erlebnisse und der Hinrichtung ihres Bruders, Willi Graf, in der Nazi-Zeit. Er war Mitglied der "Weißen Rose".

Die jüngere Schwester wurde, damals 22, von ihm, ohne dass sie um die Hintergründe wusste, in den Freundeskreis um die Geschwister Scholl eingeführt und erlebte in München die Fest- nahme und Aburteilung der Studenten mit, wurde verhaftet und saß vier Monate im Gefängnis der Münchner SS.

Letzte Notizen Willi Grafs vor seinem Tod lesen sich als testamentarische Verfügung: "Du mö- gest dafür sorgen, dass dies Andenken in der Familie und bei den Freunden lebendig und be- wusst bleibt."

Eine Aufgabe, der sich die Schwester mit allen Kräften noch heute widmet; vor allem auch in den Schulen.

Sie trägt dazu bei, die Erinnerung an die "Weiße Rose" und die Hintergründe des gefahrvollen Widerstands gegen die Nationalsozialisten wach zu halten. Anneliese Knoop-Graf selbst be- trachtet die Last der immer wieder aufgefrischten Erinnerungen als Vertiefung ihrer Persönlich- keit und als eine Bereicherung ihres Lebens.