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Kursfahrt nach London

von Stefanie Fiebig

 

Nach etlichen Warnungen vor dem London Underground und seinen zahlreichen Tücken traf sich am Montag, dem 9. September 2002, der unerschrockene Englisch LK von Frau Johannvordersielhorst zur Abfahrt in die englische Hauptstadt am Scholl-Parkplatz.

Nach einem kurzen Stopp in Leverkusen, wo wir eine zweite Gruppe von Schülern abholten, ging es mit unserem Busfahrer Jack (welcher wohlgemerkt Niederländer und nicht Holländer war) weiter nach Calais. Von dort aus setzten wir nach Dover über und kamen schließlich am Abend—nach einer Fahrt durch Londons Innenstadt während der Rush Hour, auf welcher Jack bestanden hatte; als erste Sightseeing Tour sozusagen—in unserem wunderschönen Fünf-Sterne-Hotel an, dem Hilton… Na ja, nicht ganz. Zu unserem Hotel gelangten wir zwar schon, allerdings handelte es sich eher um eine einfache Unterkunft, um es mal wohlwollend auszudrücken. Die Größe der Zimmer entsprach eigentlich nicht der Anzahl der Betten, und die Badezimmer waren auch eher klein und ungemütlich. Wenigstens sorgte dies aber für die ersten (und sicherlich nicht die letzten) witzigen Fotos von entsetzten Mitbewohnern beim ersten Anblick der besagten Räume.

Nachdem alle ausgepackt und sich, soweit wie bei dem Mangel an Schränken überhaupt möglich, eingerichtet hatten, unternahmen wir später noch einen Orientierungsspaziergang durch Londons City. Dabei lernten wir auch die U-Bahn kennen, welche sich als nicht halb so bedrohlich wie beschrieben erwies, und auch das Konzept von East- bzw. Westbound stellte sich als ein einfach zu verstehendes heraus. Nach einem kurzen Spaziergang gab es dann die Gelegenheit, in einem von Londons vielen All-You-Can-Eat Restaurants etwas zu Abend zu essen, bevor wir schließlich ins Hotel zurückfuhren.

Am nächsten Tag—nachdem sich mit über einer halben Stunde Verzögerung der gesamte Kurs vor dem Hotel versammelt hatte—sahen wir uns die Houses of Parliament und Westminster Abbey an. Anschließend gingen wir über die Westminster Bridge zum London Eye, der wohl neuesten Attraktion der Stadt. Aus den Kapseln dieses Riesenrads hatten wir eine großartige Aussicht über ganz London—angeblich kann man an schönen Tagen bis zu 40 Kilometer weit sehen. Nach diesem doch außergewöhnlichen, wenn auch sehr teurem Erlebnis ging es weiter zu Shakespeare’s New Globe Theatre, wo das Theater so nachgebaut worden war, wie es zu der Zeit Shakespeares ausgesehen hatte.  Nach einem Spaziergang über die Millennium Bridge trennte sich unsere Gruppe, und wir konnte uns selbst aussuchen, womit wir den Rest des Tages verbrachten.

Am Mittwoch standen dann Madame Tussaud’s und das London Planetarium auf dem Programm. Während Frau Sielhorst dem Ganzen eher kritisch gegenüberstand („Soviel Eintritt für ein paar Wachsfiguren und ein Planetarium, das eigentlich gar keines ist…“), gefiel es uns dort wirklich gut. Viele Fotos mit mehr oder weniger realitätsgetreu in Wachs abgebildeten Prominenten wurden gemacht, und auch die virtuelle Reise in den Weltraum war sehr interessant. Nachdem wir uns von dem Blitzlichtgewitter erholt hatten, nahmen wir die U-Bahn nach Covent Garden Market. Dort gab es viele kleine Stände und Geschäfte, die von Büchern über Halbedelsteine bis Hüten und Sonnenbrillen wirklich alles verkauften. Danach bestand die Möglichkeit eines Besuchs des British Museum bzw. Freizeit um London weiter zu erkunden.

Donnerstag war schließlich der Tag, an dem unsere Füße am meisten strapaziert wurden. Zunächst gingen wir von unserem Hotel aus zum Museumsviertel. Dort konnten wir sowohl das Natural History Museum als auch das Science Museum besuchen. Die Zeit war jedoch etwas knapp bemessen, und wir mussten uns beeilen um auch nur einen Teil der Ausstellungen ansehen zu können. Danach spazierten wir zu Harrod’s, Londons wohl nobelstem Kaufhaus—mit entsprechenden Preisen. Die dortige Inneneinrichtung aus ägyptischen Statuen und viel Marmor machte uns sofort klar, dass wir uns hier eher nichts kaufen würden, abgesehen vielleicht von dem ein oder anderen Souvenir aus der untersten Etage, wo es T-Shirts, Teddys und Schlüsselanhänger mit Harrod’s-Aufdruck gab oder einem Glas voll Bonbons. Anschließend nahmen wir—eine Erleichterung!—die U-Bahn nach Green Park und gingen von dort aus zum Buckingham Palace. Der Versuchung, die Queen in ihrem Schloss zu besuchen konnten wir allerdings widerstehen, bzw. brachten uns die Eintrittspreise davon ab. Also trennte sich unser Kurs wieder und wir hatten reichlich Zeit für z.B. etwas Shopping in der Oxford Street.

Am Freitag, unserem leider letzten Tag in London, sahen wir uns noch den Tower of London mit den Kronjuwelen an und konnten eine Thames River Cruise, also eine kleine Fahrt über die Themse machen, das London Dungeon, eine Art Gruselkabinett, besuchen oder letzte Souvenirs kaufen, bevor wir am späten Nachmittag wieder Richtung Festland aufbrachen und wohl oder übel dem Ende einer gelungenen Kursfahrt entgegen sehen mussten.