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Scholl-Parkplatz 2005

von Martha-Jo Groth

 

„Als wir am 23.01.1989 um 20h losfuhren, erwartete uns eine 11-stündige Fahrt . ...“

1990,1991… so fangen wohl alle Jahreskalenderberichte der Skifahrten an.

Nun könnten wir Euch auch eine Kopie des letzten Jahres vorsetzen und keiner würde es merken. Doch nein, so einfallslos sind wir nicht. Wir haben uns Gedanken gemacht, was in den Köpfen der Lehrer von unserer Fahrt 2004 hängengeblieben sein mag:

Scholl-Parkplatz 2005:

70 nervige Eltern, alle machen sie sich Sorgen und fragen uns Lehrer nach allen möglichen Dinge. Und dabei hat es doch die letzten 20 Jahre immer funktioniert:

Ja, Frau Maier, packen sie doch erst einmal den Koffer in den Bus.“

„Nein, Frau Müller, es wird ganz bestimmt kein Alkohol getrunken.“

Wenn die wüsste, was sie selbst gerade in den Bus getragen hat. Oje. Ich bin mal gespannt, was für Verstecke sich meine Schüler dieses Jahr ausdenken. Wo der Stimmungsmacher zum Beispiel auf der letzten Fahrt ,2004’ gelagert wurde. Das war phänomenal. Sogar die Toilette durfte ihn damals beherbergen, eingewickelt in eine Plastiktüte überlebte er allerdings auch nur bis zum 6ten Tage, dann überstand er unsere Razzia nicht. Dass Christians Geburtstag an diesem Abend so ausartet, hätte ich wirklich nicht gedacht. Da wurde echt alles versoffen, was davor versäumt wurde. Wenn meine Frau wüsste, was uns an jenen Tagen davor angetan wurde:

Gundel musste Tango tanzen- oder versuchte es zumindest, Paul steckte ausnahmsweise mal nicht bis zum Hals in sondern in Sahne, stand ihm aber auch ganz gut, und dass ich wegen einer verlorenen Wette meine Kollegin, die Kathrin, küssen musste, wird hoffentlich nicht mehr allzu häufig erwähnt.

Ansonsten war der Ablauf wie gewohnt: 6:45h Schüler wecken, 7:45h frühstücken, mit dem Bus nach Kaltenbach und mit der Gondel auf die Piste: Und auch hier war wieder mal einige Notlügen an meine Schüler von Nöten, die noch einiges an Übung brauchten: „Toll“, „Das machst du aber schön“, „Das klappt ja schon ganz gut“ und sofort waren alle gleich viel motivierter. Unsere Motivation für den nächsten Tag gab uns dann am Abend unser kleiner Freund: Das Bier.

Hoffentlich wird das Wetter in der nächsten Woche genauso perfekt wie 2004, nur den Schneesturm könnten sie dieses mal weglassen. Das war damals wirklich heftig, doch zum Glück sind alle heil unten angekommen- wenn auch per Hubschrauberexpress.

An dieser Stelle von mir noch einmal ein kleiner Applaus für Sven, der für die zum Glück nur leicht verletzte Kira Rettung holte. Zugegeben, das war für uns alle eine Extrem- situation.

Nein, Frau Schmidt, ich kann sie beruhigen, das Wetter wird bestimmt gut und Schneestürme sind da oben ganz selten.“

Manchmal muss man die Menschen  einfach zu ihrem Glück zwingen…