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Beste maritime Unterhaltung mit den blauen Jungs von der Water- kant

WR v. 06.06.04 "Freuen Sie sich auf einen schönen Abend", wünschte GSG-Schulleiterin Antje Malycha den Besuchern. Am Samstag stand zum 8. Mal der "Shanty Chor" der Marinekameradschaft Bielefeld auf der Bühne der leider nicht ganz voll besetzten Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.

Unter musikalischer Leitung von "Kapitän" Christoph Fischenbeck, Moderation von Hans Günter Lokowand und witzigen Sketchen mit dem Matrosen Poldi bot der große Shanty Chor mehr als zwei Stunden beste maritime Unterhaltung. Unter dem Motto des ersten Liedes "Heut geht es an Bord", wurden die Anker gelichtet und das Publikum mitgenommen auf eine musikalische Reise über die Meere zu fernen Häfen.

Viele altbekannte und immer wieder gern gehörte Seemannslieder wie der "Samoa Song, "Ich bin bald wieder hier" und "Auch Matrosen haben eine Heimat" - den Ozean und die Reeperbahn-, begeisterten die Zuhörer. Mit dem Lied "Sonne über Sylt" kündigte Lokowand einen neuen Titel an, "die Sylter Nationalhymne über die Königin der Nordsee. Mitgeschunkelt wurde beim "Friesenlied". Von Seegang im Publikum könne aber nicht die Rede sein. "Die linke Seite ist voll abgestürzt", kommentierte Lokowand die spärliche Reaktion des Sauerländer Publikums.

Bei Shanties, Seemannsgarn und eine Prise Döntjes verflog die Zeit mit den blauen Jungs von der Waterkant viel zu schnell. Die Sailors hatten in der alten Seekiste gekramt und auch bekannte, aber bisher ungesungene Lieder hervorgeholt. Wie das Lied "In Bremen und Bremerhaven", ein flottes Lied zum Mitmachen.

Vier Solisten begeisterten mit schönen Stimmen wie W. Mühlhardt mit der "Seemannsliebe", Chorkamerad Johann (Reck) mit dem "Jungen an der Reling" und O. Volkmann mit dem Klassiker "Rolling home". H. D. Wollny behauptet, "ein Fässchen Rum" schmeiße ihn nicht um. Akkordeonspieler Dieter Schürmann stellte als ostfriesiischer Mitarbeiter Ole Pinelle wieder unter Beweis, dass er auch singen kann. "Aber nicht nackend ohne Quetschkommode und Rum", verkündete der bärtige Seemann und begeisterte dann mit lustigen Begebenheiten in einem Seemannsleben.

Mit der Verpflichtung des Bielefelder Shanty Chores hatte man einen ausgesprochenen Glücksgriff getan und das Publikum war begeistert von schönen Seemannsliedern und einer gelungenen Aufführung.

Gesammelt wurde beim Konzert wieder für die Deutsche Gesellschaft Schiffsbrüchiger, für die bisher 175 000 Euro an Spenden in das kleine Spendenschiff gesteckt wurden. 64 000 Menschen wurde bisher aus Seenot geholfen.