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Von Lampenfieber keine Spur - "Wir haben ja genug geprobt..."

Scholl-Schüler mit Hauptdarstellerin: Im Essener Colosseum Theater sahen sich die rund 60 jungen Lüdenscheider das Musical "Aida" von Elton John und Tim Rice an und lernten die Erstbesetzung der Hauptrolle, die 27-jährige Florence Kasumba, einmal persönlich kennen.

WR v. 14.03.04 Für Sarah, für Denise, für Michelle, für "meine Mutter auch..", und noch für viele mehr. Florence Kasumba kommt Freitagabend aus dem Autogramme schreiben kaum heraus. Die Hauptdarstellerin des Elton-John-Musicals "Aida" im Essener Collosseum Theater steht eine gute Stunde 66 jungen Gästen des Lüdenscheider Geschwister-Scholl-Gymnasiums Rede und Antwort.

Mitglieder der noch jungen Musical AG und des Schulorchesters - unter Regie von Musiklehrerin Cornelia Heinz - hatten sich in Begleitung von Freunden auf den Weg in die Ruhrmetropole gemacht.

Dort gab es die einmalige Gelegenheit, einen Musicalstar auszufragen. Bestens vorbereitet war man auf die Reise gegangen: "Wie sind Sie zum Musical gekommen", "Wie aufgeregt ist man vor dem Auftritt?" - Fragen über Fragen.

Da staunen die Musicalfans nicht schlecht, als ihnen Florence frei weg erzählt: "Lampenfieber kenne ich nicht. Dafür haben wir die Show ja oft genug geprobt". Musik hört sie "alle Richtungen - bis auf 'Heavy Metal' ", spielt Tenor-Saxophon ("wenn es die Zeit zulässt"), lebt in Essen und fühlt sich dort wohl, wünscht sich eine Familie, liebt Hasen und vor allem ihren jungen Yorkshire-Terrier "Fifi-Alfonse".

Schon als Kind begann die gebürtige Uganderin zu tanzen und nahm Gesangsunterricht. Nach dem Abi in Essen folgte ein vierjähriges Studium in Gesang, Tanz und Schauspiel an der Fontys Dansacademie in Tilburg/Niederlande.

Auf der Musicalbühne stand sie u.a. in "Die Schöne und das Biest", "Evita", "West Side Story", in "Jesus Christ Superstar" und im Hamburger Operettenhaus beim ABBA-Musical "Mamma Mia!".

Die musikalische Story einer "verbotenen" Liebe in den Zeiten des kriegerischen Ägyptens auf der Bühne in Essen ist eine besondere Herausforderung: Die tragische Figur natürlich "Aida", die nubische Prinzessin; in Zeiten der Pharaonen in Ägypten unbarmherzig versklavt und verliebt in ihren Feind, den Feldherrn Radames. "Eigentlich eine ganz traurige Sache", so die 27-Jährige, "die zudem noch tragisch endet".

Und als die Schüler schließlich geschafft vom Frage-Marathon endlich im Theatersaal sitzen und den Beginn der fast dreistündigen Vorstellung kaum noch erwarten können, schwärmt Florence hinter der Bühne noch begeistert von "den freundlichen Lüdenscheidern", mit denen die Zeit im Flug verging: "Die waren so lieb - das gibt´s doch eigentlich nicht mehr." Auch Manuela Wolf aus der Pressestelle der "Stage Holding" ist überzeugt: "Der Abend hat sich gelohnt".

Und vergessen hat Sportlehrerin Gabriele Müller am späten Abend auch nicht das besondere Autogramm "für Antje.." - zur Erinnerung an einen besonders tollen Theaterabend für Schulleiterin Malycha.