Zurück

Abitur-Jahrgang 1954 feiert Goldenes Abitur im Scholl

Ihr Goldenes Abitur feierten am 6. März 2004 neun von elf Abiturientinnen, die 1954 am damaligen Neusprachlichen Mädchengymnasium ihr Abitur ablegten. Einige ehemalige Abiturientinnen waren eigens aus Florenz oder Berlin angereist, um das Jubiläum zu feiern.

Oberstudiendirektorin Antje Malycha begrüßte die Jubilarinnen mit einem kleinen Sektempfang, dem sich ein lockerer Vortrag über das gewandelte Bildungsverständnis seit 1954 anschloss. Nach einem Rundgang durch die Schule konnten die Jubilarinnen Einsicht in ihre Abiturarbeiten nehmen, die sich zum Erstaunen einiger Schülerinnen selbst nach 50 Jahren vollständig im Archiv der Schule befinden. Danach ging es zum gemeinsamen Mittagessen, bei dem in großer Lebendigkeit und fast schulmädchenhaft die Zeit zwischen 1945 und 1954 wieder lebendig und natürlich ein Termin für das 60jährige gemacht wurde.

Die ehemaligen Oberprimanerinnen legten ihr Abitur in einer Zeit ab, in der sich die 'geistige Reife' der Schülerinnen noch durch ihr sprachliches Können manifestierte. Die Schülerinnen mussten zwar noch drei Fremdsprachen lernen, hatten dafür aber reduzierten Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern. Dies wurde in den Lehrplänen von 1952 damit begründet, dass es die Frau war, die das Gut der Sprache stärker pflegen konnte und sollte als den technisch-naturwissenschaftlichen Bereich der Kultur.

Die Nachkriegszeit brachte einen großen Mangel an geeigneten Lehrkräften mit sich, besonders in den Fächern Latein, Leibeserziehung, Kunsterziehung und Musik. Insbesondere die drei letzten Fächer litten zudem unter dem Fehlen geeigneter Arbeitsstätten.

Da das neue Gebäude an der Hochstraße noch nicht gebaut war, blieb die Raumnot eine drückende Last, die das Arbeiten aufs äußerste erschwerte und beeinträchtigte. Zum Teil waren die Klassen sogar auf fünf verschiedene Gebäude verteilt, was die Ordnung und Einheitlichkeit des Schullebens erheblich beeinträchtigte.

Dennoch haben die ehemaligen Schülerinnen überwiegend gute und lustige Erinnerungen an ihre Schulzeit. Lehrerinnen wie die am 6. Oktober des vergangenen Jahres verstorbene Hanna Turck, die damals Englisch unterrichtete, prägten das neue offene und tolerante Weltbild der Schülerinnen.

Doch auch an den am 29. September 2000 verstorbenen Oberstudiendirektor Thierkopf, aus dessen Hand die Abiturientinnen 1954 ihr Reifezeugnis entgegennahmen, erinnern sich die  Schülerinnen gern, fühlte er sich doch dem klassischen Bildungsideal verpflichtet und setzte sich engagiert für Toleranz und Ausgleich ein.