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Premiere im Scholl: Viel Theater um Tina Thalers verkauftes Lachen

Zum Schluss durfte gelacht werden. Die Theater-AG des Geschwister-Scholl- Gymnasiums feierte am Dienstag mit der Aufführung von Timm Thaler nach dem Roman von James Krüss Premiere.

 

WR v. 04.03.04 Ein köstlicher, vom Publikum gerne verziehener Versprecher, ausgerechnet im Schlusssatz des Stückes, sorgte für Heiterkeit. "Wo der Mensch lacht, hat der Teufel seine Macht verloren", sollte es heißen und nicht: "Wo der Teufel lacht, hat der Mensch seine Macht verloren". Verdienten Beifall gab es für alle Akteure, die mit ihrer Lehrerin und Regisseurin Ina Rogge wochenlang für die beiden Aufführungen geprobt hatten.

Anderthalb Stunden unterhielten die jungen Darsteller, überwiegend Schülerinnen und Schüler der 6., 7. und 8. Klassen, ihr Publikum mit der Geschichte des zwölfjährigen Timm Thalers, der sein Lachen verkauft und es erst nach abenteuerlicher Reise wiedergewinnen kann.

Mangels männlicher Protagonisten wurde in der Inszenierung der GSG-Theater-AG aus Timm eine Tina (gespielt von Jana Lagrave) und auch der geheimnisvolle Baron Lefuet wandelte sich kurzerhand in eine Baronin. Beide spielten ihren Part überzeugend, wobei es Halina Bause besonders gut gelang, der Baronin wahrhaft diabolische Züge zu verleihen. Gefallen konnten aber auch Theodora Kapna als Tinas lieblose Stiefmutter, Kim Vomerg als wohlgenährter Herr Rieckert oder Julie Saesen als Tinas Freund Jonny. In den weiteren Rollen spielten Alina Bertels (Kreschmir), Melanie Blöink (Frau Rickert), Janika Büdenbender (Zimmermädchen), Fabienne Buschinski (Direktorin Granizzi), Lea Höller (Mr. Penny), Stephanie Link (Direktorin), Dominic Lohoff (Hausmeister), Dana Mester (Selek Bei), Theresa Pütz (Fotografin), Jaqueline Ritter (Senhora van Tholen), Max Schulte (Kapitän), Dominik Schweizer (Schüler) und Sarah Verhoen (Frau Bebber).

Zwar zwangen die ständig anderen Handlungsorte zu häufigem Szenenwechsel, aber der tapfere Kampf der Darsteller mit der umfangreichen Requisite wurde vom Publikum als amüsante Abwechslung zum sonst ja eher ernsten Schauspiel aufgenommen. Etwas wenig Raum blieb dabei für die Entwicklung der einzelnen Charaktere, für die Darstellung der Figuren, aus deren Handlungen und Motivationen sich die Geschichte entwickelt. Besonders die Wandlung Timm Thalers nach dem Verkauf seines Lachens von einem überall beliebten Jungen hin zum unglücklichen und einsamer werdenden Millionenerbe, hätte man gerne auch mit Tina Thaler durchlebt. Deutlicher wurde die Grundidee der Geschichte in den Dialogen: der Kampf von Machtbesessenheit, Geldgier, Gefühlskälte und dem Glauben an Freundschaft und Mitgefühl.