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Theater-AG führt 'Romeo und Julia' auf

WR v. 28.05.04 Liebe, Herzschmerz und tragischer Heldentod: Das ist der Stoff, aus dem die Dramen sind. Eine außerordentlich gelungene Inszenierung von Shakespeares "Romeo und Julia" ging im Scholl-Gymnasium über die Bühne: Ein Projekt der Theater-AG, das sich sehen lassen konnte.

Die Inszenierung des Klassikers folgte weitgehend der modernen deutschen Übersetzung von Frank Günter. Unter der Leitung von Ina Rogge hatte die gut zwanzigköpfige Schauspielgruppe seit Beginn des Schuljahres geprobt.

Der Spaß am Text und an der Inszenierung stand auch bei der Aufführung am Donnerstag deutlich im Vordergrund. Dies zu übermitteln gelang den Gymnasiasten in großartiger Weise. Besonders Benedikt Henrichs in der Rolle des Romeo, Christopher Pehlke (Mercutio) und Murat Circi (Benvolio) stand die Begeisterung auch im hellen Scheinwerferlicht ins Gesicht geschrieben.

Haupt- wie Nebencharaktere des Stücks um die tragische Liebesaffäre im italienischen Verona verkörperten jedoch mehr als nur die bloße Freude am Spiel. Ihre Aufführung konnte sich durchaus mehr als sehen lassen. Sie trug stellenweise schon professionellen Charakter. Nahezu ohne Versprecher, sich selbst und ihrer Rolle bewusst erzählten die Gymnasiasten die Geschichte.

Das Bühnenbild und die Kostüme waren bei der Aufführung spartanisch gehalten. Das lenkt einerseits die Aufmerksamkeit auf die Performance und auf das gesprochene Wort. Auf der anderen Seite: Bei mehr Liebe zum Detail könnten vielleicht auch noch solche Nichtigkeiten vermieden werden wie die gummibesohlten Turnschuhe unter den Kostümen.

Mit Magdalena Michen in der Rolle der Julia hat die Theater-AG eine Glanzbesetzung getroffen. Mit ganzer Hingabe verkörpert das junge Nachwuchstalent auf der Bühne die Rolle der unglücklich Verliebten, die sich letztlich selbst in den Tod stürzt. Körper, Gesicht und Tonfall sind ihre Ausdrucksmittel, die sie beherrscht.