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Das Gymnasium - Abitur in 8 Jahren

Das Gymnasium umfasst ab dem Schuljahr 2005/06 die Klassen 5 – 10 (Sekundarstufe I) und die Jahrgangsstufen 11 -12 (Sekundarstufe II), dauert in der Regel also 8 Schuljahre.

Ziel des Gymnasiums ist die  Allgemeine Hochschulreife, die mit dem Abitur am Ende der Jahrgangsstufe 12 erworben wird. Die Allgemeine Hochschulreife berechtigt zur Aufnahme eines Studiums, eröffnet zugleich aber auch den Weg in eine berufliche Ausbildung außerhalb der Hochschulen.

Die zentrale Aufgabe des Gymnasiums ist eine breite fachliche und methodische sowie fächerübergreifende Bildung. Sie zeichnet sich durch grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten aus, mit Hilfe derer die Schülerinnen und Schüler zu abstrahierendem, analysierendem und kritischem Denken befähigt werden sollen.

Es ist der Bildungs- und Erziehungsauftrag des Gymnasiums, junge Menschen zu befähigen, sich mit den komplexen Fragestellungen unserer Gesellschaft verantwortlich auseinanderzusetzen und sich selbst als lebendige Gestalter unseres Gemeinwesens zu begreifen.

Das moderne Gymnasium sieht seinen Bildungs- und Erziehungsauftrag in

  • der Entfaltung individueller Fähigkeiten, Anlagen und Neigungen,

  • der Gestaltung eines kooperativen Zusammenlebens,

  • der Entwicklung vielfältiger konstruktiver Lösungen bei der Konfliktbewältigung,

  • der Orientierung an Grundwerten der demokratischen Gesellschaft, wobei die Unverletzbarkeit der menschlichen Würde, Toleranz, Verantwortung und Pflichtgefühl in der Schulgemeinschaft und der Schulklasse eine wichtige Rolle spielen,

  • der kulturellen Mitgestaltung des schulischen Lebens und dem Austausch mit anderen Kulturen,

  • der Vorbereitung auf eine verantwortliche Tätigkeit in der Berufs- und Arbeitswelt.

Der Unterricht in der Sekundarstufe I des Gymnasiums wird im Pflichtbereich in folgenden Fächern bzw. Lernbereichen erteilt:

  • Deutsch

  • Gesellschaftslehre (Geschichte, Erdkunde, Politik)

  • Mathematik

  • Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik integriert in Klasse 5 und 6)

  • Biologie und Chemie (ab Klasse 7)

  • Physik (ab Klasse 8)

  • 1. Fremdsprache (ab Klasse 5 Englisch)

  • 2. Fremdsprache (ab Klasse 6)

  • Musik, Kunst oder Textilgestaltung oder Werken

  • Religionslehre

  • Sport / Schwimmen

In der Sekundarstufe I  bilden die Klassen 5 und 6 eine besondere pädagogische Einheit: die Erprobungsstufe, wobei es keine Versetzung von Klasse 5 nach Klasse 6 gibt.

In der Erprobungsstufe werden die Kinder an die besonderen Unterrichtsmethoden, Arbeitsweisen und Lerninhalte des Gymnasiums herangeführt. Gemäß den Entwicklungsmerkmalen der Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Jahrgängen schreitet der Unterricht dabei in Klasse 5 zu zunehmend wissenschaftsorientierten Lehr- und Lernverfahren voran. Für diesen Prozess ist ein kontinuierlicher, möglichst störungsfreier Verlauf über einen längeren Zeitraum hinweg erforderlich. Darum fällt die endgültige Entscheidung über den Verbleib am Gymnasium in der Regel erst am Ende der Erprobungsstufenzeit.

Sollten sich von Anfang an jedoch massive Zweifel an der Eignung des Kindes ergeben, die durch die am Gymnasium zur Verfügung stehenden Fördermittel nicht ausgeräumt werden können, so werden die Erziehungsberechtigten über bessere Fördermöglichkeiten an einer anderen Schulform beraten.

In der Klasse 6 setzt die 2. Fremdsprache ein. Für ein vollwertiges Abitur werden in der Bundesrepublik Deutschland mindestens zwei Fremdsprachen verlangt.

Im Differenzierungsbereich der Klassen 8, 9 und 10 (Wahlpflichtbereich II) bietet das Gymnasium im Rahmen seiner Möglichkeiten verschiedene gleichwertige Fächer an, die unterschiedlichen Begabungsrichtungen Rechnung tragen.

In Zeiten zunehmender europäischer Integration kommt der dritten Fremdsprache eine besondere Bedeutung zu, so dass unter den Angeboten immer mindestens eine Fremdsprache zu finden ist. Einen besonderen Stellenwert nimmt auch das fächerübergreifende Lernen ein. Der Differenzierungsbereich bietet die Möglichkeit, durch abgestimmte Kombinationen vertiefte Kenntnisse und methodische Fertigkeiten zu erwerben, indem durch Experiment und Anwendung Fachmethoden und ihr Zusammenspiel bewusster erfahren werden als dies im Pflichtbereich möglich ist. Die methodische Ausrichtung des fächerübergreifenden Unterrichts leistet einen besonderen Beitrag zur Vorbereitung auf die Sekundarstufe II.

Die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe wird mit der Versetzung in die Jahrgangsstufe 11 erworben. Voraussetzung für den Erwerb dieser Berechtigung sind im allgemeinen ausreichende und bessere Leistungen in allen Fächern.

Die gymnasiale Oberstufe setzt den Bildungsgang der Klassen 5 - 10 fort und führt die Schülerinnen und Schüler zur allgemeinen Hochschulreife, die mit bestandener Abiturprüfung erworben wird.

Die Unterrichtsfächer in den Jahrgangsstufen 11 und 12 sind drei Aufgabenfeldern zugeordnet: dem sprachlich-literarisch-künstlerischen, dem gesellschaftswissenschaft- lichen und dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld. Hinzu treten Religion und Sport. Das Ziel gymnasialer Ausbildung ist die allgemeine Studierfähigkeit. Sie bestimmt das Anspruchsniveau der Aufgabenfelder.

Ein breit gefächertes Kursangebot innerhalb der Felder, das durch Kooperation der drei Lüdenscheider Gymnasien gesichert wird, bietet den Schülerinnen und Schülern die Ge-legenheit zur individuellen Schwerpunktsetzung. Schulleitung, Oberstufenkoordinator und Jahrgangsstufenleiter stehen den Schülerinnen und Schülern beratend zur Seite und überwachen die einzelnen Schullaufbahnen.

Alle Lüdenscheider Gymnasien führen ein Schülerbetriebspraktikum durch.

Die Oberstufe besteht aus einer Qualifikationsphase mit den Halbjahren 11.1, 11.2, 12.1 und 12.2. Die Qualifikationsphase mündet in die Abiturprüfung.