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Reisetagebuch: Fahrt nach Hastings

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Donnerstag, 06.04.2006


Abfahrt! Endlich ging es los: mit dem Bus durch Holland, Belgien und Frankreich, wo wir dann schließlich in Calais mit der Fähre nach Dover übersetzten. In Hastings angekommen, wurden wir gegen 19.30 Uhr von unseren Gastfamilien abgeholt, einige sogar von Taxis! Anschließend durften wir alle den ersten Abend, das erste Essen und die erste Nacht bei unseren Gastfamilien genießen, bei denen wir ja zu zweit oder zu dritt untergebracht waren, so dass wir alle schnell die Scheu verloren und schnell Kontakt knüpften.

Freitag, 07.04.2006


Um 8.30 Uhr versammelten wir uns alle an unserem Treffpunkt The Stade am Strand von Hastings. Zuallererst wurden natürlich alle Erlebnisse der vergangenen Nacht ausgetauscht und die Lunch-Pakete verglichen. Danach begannen wir unseren Stadtrundgang, zunächst durch die Altstadt. Am Strand wurden Gruppenfotos gemacht, bevor es weiter zum Pier ging. Schnell haben wir festgestellt, was für englische Seebäder typisch ist: Die Gewinnspiel-Branche scheint in Hastings stark vertreten zu sein – an jeder Ecke findet man ein „Casino“ oder Spielautomaten.

Nachdem wir den Pier in Hastings erkundet hatten, liefen wir zurück durch die neuere Innenstadt zum West Hill Cliff Lift, einer alten Zahnradbahn, für die man einen Tunnel in den Fels geschlagen hatte, um die Touristen zu den Ruinen von Hastings Castle bringen zu können. Wir wollten jedoch nicht zum Castle, sondern zu den Schmuggler-Höhlen, für die wir auch die Tickets reserviert hatten. Leider waren so viele Schülergruppen da, dass wir noch nicht einmal bis zum Eingang kamen, so dass unser Besuch auf den folgenden Sonntag verschoben wurde. Dafür konnten wir dann noch den Blick aufs Meer genießen und uns die Schlossruine ansehen – eigentlich von außen, aber einige merkten nicht, dass gewisse Löcher in Hecken nicht unbedingt dazu genutzt werden sollten, auf das Schlossgelände zu gelangen, für das es schließlich Tickets zu kaufen gab!

Der Bus brachte uns dann zu unserem ersten Englisch-Unterricht: drei Stunden bei drei unterschiedlichen Lehrern in den Gemeinschaftsräumen einer Kirche. Wir bekamen schriftliche Aufgaben und führten Gespräche – natürlich auf Englisch! Nach dem Unterricht gingen einige von uns noch in die Stadt, bevor wir wieder um 18.00 Uhr zum Abendessen bei den Familien waren.

 

 

Samstag, 07.04.2006


London! Heute konnten wir das erste Mal nach London fahren und das bei tollem Wetter! In London waren wir zunächst in Greenwich im Royal Observatory, wo wir den – etwas unspektakulären – Nullmeridian bestaunen durften. Im Observatorium gab es dafür eine sehr interessante Ausstellung zur Entwicklung von sekundengenauen Zeitmessern und Uhren, die für die Schifffahrt sehr bedeutend waren.

Von Greenwich Hill liefen wir zur Themse herunter und konnten uns im Hafengebiet die Cutty Sark, einen alten Dreimaster, ansehen. Mittags haben wir dann endlich unsere Themse-Bootsfahrt ins Zentrum Londons unternommen und sind in Westminster am London Eye, dem Riesenrad gegenüber den Houses of Parliament, ausgestiegen. Die Fahrt im Riesenrad war klasse, wir hatten eine tolle Sicht auf alle Sehenswürdigkeiten, z.B. den Buckingham Palace. Leider mussten wir jedoch fast eine Stunde für das Riesenrad Schlange stehen! Danach sind wir den Jubilee Walk entlang gelaufen, eine Art Fußgängerzone entlang der Themse, und hatten dann eine Stunde Zeit für den Besuch der Tate Modern Gallery, einer modernen Kunstaustellung in einem ehemaligen Wasser- und Energiewerk. Anschließend konnten wir uns noch – von außen – das Shakespeare Globe Theatre anschauen, den Nachbau des Theaters, in dem Shakespeare im 16. Jahrhundert seine Stücke spielen ließ.

Vor dem Globe Theatre gab uns dann ein „fröhlicher“ Londoner noch eine Gesangseinlage und sang uns ein Lied aus unserem dritten Englischbuch vor: Maybe it’s because I’m a Londoner, das wir darauf noch den ganzen Abend vor uns hin gesungen haben.

Auf dem Rückweg zum Bus sind wir noch an St. Paul’s Cathedral vorbei gegangen, die aber leider eingerüstet war.

 

 

Sonntag, 09.04.2006


Am Sonntag fuhren wir nach Canterbury, nachdem wir alle noch ziemlich müde von London waren. Canterbury ist der Amtsitz des Erzbischofs von Canterbury und natürlich prägt eine riesige Kathedrale, Canterbury Cathedral, das historische und häufig noch mittelalterlich aussehende Stadtzentrum von Canterbury. Zunächst haben wir aber die Canterbury Tales Exhibition besucht, eine animierte und oft lustige Ausstellung zu den Pilgergeschichten, den Canterbury Tales, die Geoffrey Chaucer, ein mittelalterlicher Schriftsteller, geschrieben hat. Nach dem Besuch der Kathedrale hatten wir Freizeit und konnten hier problemlos einkaufen gehen, weil auch sonntags fast alle Geschäfte offen sind. Nachmittags besuchten wir in Hastings die Smugglers’ Caves, alte Höhlen, die die Einwohner von Hastings früher zum Verstecken ihres Schmuggelguts nutzten.

Montag, 10.04.2006


Am Montag fuhren wir morgens nach Rye, einem sehr alten und urigen Städtchen in der Nähe von Hastings. Hier sieht es aus, als ob die Zeit stehen geblieben ist! Die Häuser in den engen Kopfsteinpflaster-Gassen sind uralt und meistens vollständig erhalten. Im Rye Heritage Center haben wir dann eine interessante Show zur Entstehung und Entwicklung der ehemaligen Hafenstadt gesehen, die Town Model Show Experience.

 Zurück in Hastings fuhren wir mit dem East Hill Cliff Lift, einer ungefähr 100 Jahre alten Zahnradbahn, auf den East Hill, wo wir uns auf den Klippen ein wenig ausruhen konnten. Von den Klippen hatte man eine tolle Aussicht über Hastings und das Meer. Daraufhin ging es weiter zum Hastings Sealife Center, einem Aquarium, und wir haben die unterschiedlichsten Fische und Pflanzen gesehen, z.B. in einem Glas-Kanal, in dem Rochen und kleine Haie über unseren Köpfen und neben uns schwammen!

Nachmittags hatten wir dann wieder unseren dreistündigen Sprachunterricht.

Dienstag, 11.04.2006


Am Dienstag sind wir morgens nach Eastbourne gefahren, einem weiteren englischen Seebad und Ferienort an der Südküste, wo wir zunächst einen Spaziergang über den Eastbourne Pier gemacht haben. Danach besuchten wir die Ausstellung How we lived then, ein Museum, das in kleinen nachgestellten Ladenpassagen zeigt, wie die Engländer in den vergangenen 100 Jahren gelebt haben und mit welchen Produkten und Haushaltsgegenständen sie hantierten. Mit einem englischen Quiz-Zettel bewaffnet mussten wir bestimmte Produkte aufspüren.

Im Anschluss daran hatten wir endlich wieder Freizeit, bevor wir zum Sprachunterricht nachmittags wieder nach Hastings zurückfuhren.

 

Mittwoch, 12.04.2006


An unserem letzten Aufenthaltstag fuhren wir noch einmal mit unserem Bus nach London. In London haben wir zunächst die Tower Bridge Exhibition besucht, eine Ausstellung über die Geschichte und Funktion der Brücke, die sich im Innern der Tower Bridge befindet. Mit einem Lift sind wir auf die Verbindungsstreben der beiden Brückenpfeiler gefahren und hatten einen tollen Blick über die Themse und auf den Tower of London. Im Maschinenraum der Brücke, dem Engine Room, konnten wir sehen, wie die Brücke sich heben und senken lässt, wenn Schiffe die Brücke passieren möchten – leider nicht zu dem Zeitpunkt, als wir da waren.

Nach einer guten Stunde Aufenthalt am Tower sind wir mit der U-Bahn nach South Kensington gefahren und haben dort das Natural History Museum und das Science Museum besichtigt. Danach ging es zu Fuß zu Harrod’s, einem der teuersten und ältesten Kauhäuser in England – leider etwas zu teuer für unsere Verhältnisse. Dafür konnten wir danach unser Geld umso besser beim Shopping auf der Oxford Street ausgeben. Abends sind wir vorbei am Leicester Square, dem Kino- und Theaterviertel Londons, zum Trafalgar Square gelaufen, wo leider Lord Nelson auf seiner hohen Säule wieder einmal unter einem Baugerüst versteckt war. Auf unserem Rückweg zum Bus haben wir noch Fotos von den Wachen am Amtssitz von Tony Blair gemacht, dem britischen Premierminister, der in 10 Downing Street lebt. Am Themseufer konnten wir noch einmal einen Blick auf die Houses of Parliament und auf Westminster Abbey werfen, bevor wir hundemüde wieder in unseren Bus einsteigen durften.

Der Bus hat uns anschließend nach Dover gebracht, wo wir nachts mit der Fähre zurück nach Calais fuhren. Von Frankreich aus sind wir die ganze Nacht – mit einigen Zwischenstopps -  durchgefahren und kamen schließlich gegen 10.30 Uhr am Donnerstag wieder in Lüdenscheid an.

 

Donnerstag, 13.04.2006 - Back in Lüdenscheid.