Zurück

"Kost' ja Nix" - Kursfahrt des Deutsch- und Pädagogik-Leistungskurses

von Jan Höller und Dennis Linnarz


Am Montagmorgen des 29.08.05 machten sich 30 Schülerinnen und 7 männliche Kursteilnehmer zusammen mit 2 weiblichen Lehrkörpern und einem männlichen auf den Weg in Richtung Prag. Gegen ca. 14 Uhr wurde dann auch die tschechische Grenze passiert. Spätestens jetzt wurden auch die letzten Schlafmützen wach, nachdem man durch zahlreiche Kommentare über die Damen des ältesten Gewerbes der Welt endlich dem Anspruch gerecht wurde, Respekt vor der kulturellen und wirtschaftlichen Situation des Landes zu haben. Ungefähr 2 ½ Stunden später erreichten wir unseren Zieltort Cakovice und das gebuchte Hotel Janousek, ein ausreichendes Schlafquartier für die kommende Woche. Um 19 Uhr folgte das erste Abendessen, bei dem besonders ein kleiner Tisch in der hinteren Ecke des Esssaales durch ausgesprochen gute Laune auffallen konnte. Der erste Abend wurde allgegenwärtig zu einem Stadtbummel genutzt. Ein nicht unerheblicher Minuspunkt der logistischen Planung im Vorfeld war die Fahrt Richtung Innenstadt, welche insgesamt (mit Bus- und U-Bahnbenutzung) jedes Mal rund 60 Minuten in Anspruch nahm. Doch unabhängig davon konnte man sich schon einen guten Eindruck über die Stadt verschaffen und vor allem fiel auf, dass Restaurants, Kneipen und Bars, gemessen an westlichen Standards, unglaublich preisgünstig waren, Kost’ ja Nix….

Am Dienstagmorgen erwartete die Reisegruppe zunächst ein überraschend hochwertiges und abwechslungsreiches Frühstücksbuffet. Nach dieser reichhaltigen Stärkung ging es zur Stadtführung inklusive Altstadt und Burg, durchgeführt vom tschechischen Führer Pavel, dessen Deutschkenntnisse vergleichbar mit ausländischen Schulanfängern Deutschlands waren. Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass sie in keinem Verhältnis zu seiner herausragenden Kompetenz standen! Das hervorragende Wetter machte die anschließende Freizeit nur noch besser und man fand sich in guter Stimmung wieder an der Moldau zusammen, um an einer lustigen Schifffahrt auf selbiger teilzunehmen. Der Abend stand zur freien Verfügung und wurde von beinahe allen dazu genutzt die Kneipe des Dorfes auszutesten, was bei Preisen von 50 Cent für einen halben Liter gutgebrauten Krusovice viel Potenzial für gute Laune ließ. Es bestehen keine Notizen darüber, wann und in welchem Zustand die Schüler und vor allem auch die Lehrer wieder das Hotel aufsuchten…

Am Mittwoch (dem wohl heißesten Tag der gesamten Woche) stand der Besuch des KZs Theresienstadt und des Ghettomuseums auf dem Programm. Die Führung durch das Arbeitslager Theresienstadt wirkte auf jeden der Schüler beeindruckend und brachte die viel zitierte problematische Historie Deutschlands auf eine anschauliche Ebene. Bei allem Respekt und Bewusstsein um die Bedeutung des Ortes war das vorgeschriebene Tragen einer langen Hose, worauf man sich im Voraus „geeinigt“ hatte, unter Berücksichtigung der äußerlichen Bedingungen zweifelhaft. Der Abend beinhaltete einen von unseren Lehrkörpern organisierten Kneipenbummel durch zum Teil traditionelle Prager Kneipen. Gegen 23 Uhr trennte sich die Gruppe um unterschiedliche Möglichkeiten des Prager Nachtlebens, wie zum Beispiel das Rockcafe oder die mit 5 Stockwerken größte Diskothek Mitteleuropas, auszutesten. Vor allem nachts, aber häufig auch tagsüber, wurde einem von fliegenden Händlern arabischer oder afrikanischer Herkunft für ein geringes Entgelt das gesamte gängige Arsenal an Betäubungsmitteln und an Frauen exotischer Art angeboten, was glücklicherweise bei niemandem Anklang fand.

Donnerstag gab es für die Bücherratten des Deutsch-LK ein freundliches Wiedersehen mit unserem Freund Pavel, der eine weitere erfrischende, diesmal mit Schwerpunkt Literatur, Führung bot. Die Pädagogen besuchten eine tschechische Schule und ein weiteres Museum. Abends besuchten einige wenige Schüler das schwarze Theater, die Mehrheit entschied sich hingegen erneut für das Prager Nachtleben.

Der Freitag stand komplett zur freien Verfügung, was manche dazu nutzten mit den Lehrern einen Park aufzusuchen, aber der Großteil der Reisegruppe Lüdenscheid (wie Frau Greiten immer so schön laut sagte…) ging zu einem vertrauenserweckenden Markt, der komplett in asiatischer Hand lag, um seine letzten Kronen für original vom LKW gefallene Kleidungsstücke auszugeben. Am letzten Abend boten unsere Lehrer einen Nachtspaziergang mit extra bestelltem Feuerwerk an der Burg an, welches einen gelungenen Abschluss des Tages und der Woche lieferte.

Die Rückreise startete dann Samstagmorgen um Punkt 8 Uhr und endete ca. 18 Uhr an der uns wohlbekannten Schule im heimischen Lüdenscheid.

Zusammenfassend gilt unser aller Dank unseren Lehrern Katrin Achenbach, Sylvia Greiten und nicht zuletzt Carsten Schmidt (der die Fahne für uns Männer hochhielt) für die letztendlich durchweg gute Organisation und das interessante Rahmenprogramm.

Damit schließt sich das Kapitel Prag für unsere Kurse und wird erst nächstes Jahr wieder von einer neuen enthusiastischen Gruppe geöffnet werden.