Zurück

Prag 2005 - Kursfahrt des  Pädagogik- und Deutsch-Leistungskurses

von Martin Gies

 

Dieses Jahr fuhren der Deutsch- und Pädago-

gik-LK unter der Leitung von Frau Greiten, Frau

Achenbach und Herrn Schmidt in die güldene

Stadt an der Moldau, auch Prag genannt. 

Der Bus gefüllt mit über 80% weiblichen und ca.

20% männlichen Teilnehmern/-rinnen machte

sich in den frühen Morgenstunden auf den Weg.

 

Der angekündigte Frühsport fiel zum großen Be-

dauern aller Teilnehmer aus. Doch auch ohne 

diesen hielten wir die neun Stunden anstrengen-

de Fahrt mit Andrea (ein Lob auf unsere Bus-

fahrerin!), die stimmtechnisch faszinierende Ähn-

lichkeiten mit Ricky vom Popsofa besaß, aus. 

  

Am Drei-Sterne-Hotel (tschechische J) ange-

kommen, bezogen wir sogleich die Zimmer, die 

sowohl mit luxuriösem Aschenbecher als auch mit bis zu vier Betten im Nichtraucher–Doppel-

zimmer aufwarteten. In einem kleinen Supermarkt direkt gegenüber vom Hotel konnten wir uns 

mit „Mineralwasser“ sowie „Obst und Gemüse“ kostengünstig versorgen (Kost’ ja nix...!). Ein

festliches 3–Gänge Menü im Speisesaal stärkte uns für einen ersten abendlichen Stadtbummel

zur Orientierung. 

 

Der erste Eindruck von Prag war zwiespältig: Auf der einen Seite war die Stadt romantisch aus-

geleuchtet und strahlte uns von ihrer besten Seite an, auf der anderen Seite wurden wir Zeu-

gen einer Schlägerei nahe der U-Bahn Station Mûstek (Obdachlose schlugen sich vor Hugo Boss oder ähnlich renommierten Läden). Der erste Abend klang auf den Zimmern aus.

 

Der Dienstagmorgen begann wie jeder folgende, mit einer Tasse oliv-grauem Instantcafé oder

als Ersatz schwarzem Tee und Frühstücksbuffet (man munkelte, die Brötchen wären aufge-

backen gewesen...). Danach begannen wir eine erstklassige Stadtführung durch die Burg

Hradschin (inklusive Wachwechsel und spektakulärem Ausblick auf die Stadt der 100 Türme),

einem Besuch im St. Veitsdom, der größten Kirche Prags (ein Vorzeigeobjekt gotischer Kathe-

dralenkunst), einem Gang durch das goldene Gässchen und einem Abstecher in Prags Altstadt.

Geführt wurden wir vom kompetenten Germanisten, Prag-Experten und tschechischen Klischee-

touristenführer Pavel.

 

 

Ab ca. 12:30 Uhr stand uns Prag zur freien Verfügung und man konnte erste Einkäufe oder 

Ähnliches tätigen. Nachdem wir doch noch ein Schiff fanden, das mit uns ein paar Mal die 

Moldau auf und ab schipperte, fuhren wir gemeinsam zurück ins Hotel. Nach dem Abendessen 

war angedacht den restlichen Abend in einer Kneipe in der Nähe des Hotels ausklingen zu 

lassen. Da wir aber schon wegen der Sperrstunde frühzeitig von den überaus netten Gastge-

bern diskret aus dem Hause verwiesen wurden, musste der Abend auf den Zimmern weiter-

gehen.

 

Am Mittwoch fuhren wir in das KZ Theresienstadt und bekamen eine wirklich interessante 

Führung durch die kleine Festung (ein Zuchthaus für politische Feinde wie z.B. Kommunisten), in

der zwar keine Massenvernichtung von Juden stattfand, man aber trotzdem die schockierenden

Verhältnisse von damals nachvollziehen konnte. Danach waren wir im Ghetto-Museum, in dem 

viele historische Quellen das Leben von damals dokumentieren. Die dokumentierten Fakten wa-

ren Anlass zum Nachdenken. Mit den gewonnenen Eindrücken fuhren wir wieder ins Hotel und 

später erneut in Prags Innenstadt – Bummeln, Diskothekbesuch, einen Trinken ...

 

Am Donnerstag gingen die beiden Kurse getrennte Wege... Thementag: Der Päda–LK durfte 

immerhin kostbare 30 Minuten länger Schäfchen zählen. Trotzdem kam es zu einem kleinen 

Zwischenfall, nämlich einer Demonstration für Sittenverfall. In einem „Seminar“ bereiteten wir 

uns in dem Luxussalon mit Sonnenterasse auf „Comenius“ vor. Der LK besuchte die deutsche 

Schule in Prag, in der Kinder deutscher Familien wie auch Kinder reicher tschechischer Eltern in 

besten Verhältnissen lernen. Die Unterrichtsfächer sind mit unseren identisch, doch das Schul-

gelände und die Einrichtung mit Computern, Spezialräumen, einer Bibliothek, Mensa und Nach-

mittagsprogramm übertreffen unsere öffentlichen Schulen. Ein frühzeitiger Unterrichtsschluss

wegen der Hitze erlaubte uns leider keinen Unterrichtsbesuch. 

 

Danach folgte ein Besuch im pädagogischen Museum, das sich mit den Taten und der Person 

von Johann A. Komenský beschäftigt, welcher sich schon im 17. Jahrhundert revolutionäre 

pädagogische Gedanken gemacht hat, die noch heute aktuell sind, wie zum Beispiel ein stufen-

förmiges Schulsystem und die Verbindung von Texten mit Bildern, um diese anschaulicher für 

Kinder zu gestalten.

 

Der Abend wurde wieder in Bars und Kneipen mit Cocktails, Musik und der schönen Atmosphäre der Stadt verbracht. Ein Teil der Gruppe besuchte ein „Schwarzes Theater“ in Prag, das die 

Schöpfungsgeschichte in ein „anderes Licht“ rückte.

 

Am letzten Tag in Prag fuhren viele Schüler zu einem Schwarzmarkt, um sich mit „Originalen“ 

aus Fernost einzukleiden. Andere fuhren mit der Tram in den Stadtpark der Kleinseite und der 

Rest genoss beim Bummeln die letzten Stunden in Prag. Nach unserem letzten Abendessen im

Hotel fuhren wir noch einmal mit der Metro in die Stadt. Ein abendlicher Rundgang durch die

Prager Burg ließ das Panorama im besten Licht erscheinen. Und wie für einen LK angemessen,

verschönte ein Feuerwerk den Ausblick. Andere gingen auf ein Rock-Konzert oder in Europas

größte Disko an der Karls-Brücke, in Cocktailbars und irgendwann fuhr man mit dem Nachtbus,

zumindest die, die ihn rechtzeitig erwischten, zurück ins Hotel.

 

Am nächsten Morgen ging es schon um 7.30 Uhr heimwärts und um ca. 18 Uhr kamen wir wieder in Lüdenscheid an, dazwischen wurde fast nur geschlafen. Es lässt sich sagen, dass es eine Super-Kursfahrt war in einer sonnenreichen, heißen Stadt, die es sich lohnt kennenzulernen.