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Christmas Time is Here Again: Einfühlsam und vor Ideen sprühend

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WR v. 10.12.05  "Mensch, die könnte man glatt für ne richtige Feier engagieren!" Was ein Vater einem Vater in der Pause zurief, galt den Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums: Die stellten am Donnerstagabend ein wunderbares, vor Einfällen sprühendes vorweihnachtliches Schulfest auf die Beine.

Bereits zum neunten Mal, so Schulleiterin und Moderatorin Antje Malycha, hieß es am Scholl: "Christmas Time is here again". Wie seit Beginn hätten wieder Schüler, Eltern und Lehrer viel Freizeit geopfert, doch:" Es ist reizvoll, zu erleben, wie mittlerweile eine ganze Schule mitmacht" - von den kribbeligen Fünfern bis zu den Großen, nicht zu vergessen die "Techniker".

Erstaunlich, wie viele Chöre das Scholl hat! Die wurden in rasanten, einfallsreichen Choreographien präsentiert, es kam zu brausenden Ovationen. Publikumsnah die Protagonisten, sie zogen immer wieder quer durch die Reihen zur Bühne. Zugaben verlängerten die Weihnachtsfeier; die "Kleinen" kamen mal ziemlich spät ins Bett.

Tolles Konzept der Musikpädagoginnen Cornelia Heinz (Gesamtleitung, Klavier) und Silvia Greiten: Immer wieder sah und hörte man Klein und Groß, immer wieder auch Eltern und Lehrer dabei. Aufgegriffen Neues aus der Musikpädagogik: Jedes Kind ist dabei, singt oder bearbeitet ein Instrument, egal, wie weit es ist. Schließlich kann jedes Kind sein Rhythmus-Gefühl nutzen, nicht nur "am Triangel".

Das funktionierte. Da glänzten Einige mit wunderbaren Solo-Auftritten: So Lisa Dicke und Magdalena Michen mit anrührenden weichen Stimmen bei dem lyrischen Mendelssohn-Lied "Montagsmorgen" (Fast-Gänsehaut-Gefühl). Oder Katrin van Loo (Bratsche) tief konzentriert beim schwierigen Allegro von Hoffmeister. Souverän mit Nikolausmütze Saxophonist Manuel Moos.

Hervorragend der Super-Solist der Schule: Karsten Patzer (man flüstert, dass er sich kein Musical entgehen läßt) war ein herrlich locker-kätzischer "Cats"- Kater; super frech sein "Nur für Dich" (Wise Guys)- Auftritt: Gejoggt, treuer als Olli Kahn, täglich Klo geputzt, Birkenstock-Sandalen und trotzdem verlassen... Da gibts nur eins: Rache! (Nanananana!) Das Publikum weinte vor Lachen. Doch der gesamte Kammerchor überzeugte beim A Cappela- Auftritt.

Ebenso beeindruckend die Chorleistungen: Der Freiheitssong "Guanta na mera" wurde zum "Bueno Vista Scholli-Club" (Antje Malycha) mit mitreißendem Rhytmus der 6c. "Blue Men" und steppende Füße der 7c. Klar, dass Vampire immer ankommen (5a,b). Es gab Uraufführungen: Eigenwillig die "New Music". Lehrerin Silvia Greitens Weihnachtslied ließ die Gäste Apfelduft, Zimt und Mandelkern schnuppern - und mitsingen. Akteuren und Gästen wurde es etwas eng in der Kehle vor Sentiment beim "California Dreaming" (Eltern-Schüler-Lehrer-Chor).

In der Pause hätten Klaustrophobe besser das Foyer gemieden. Kaum ein Drankommen an Getränke, Brezel, Weihnachtskarten und den neuen Scholl-Kalender 2006 vom Förderverein. In Teil zwei wurde es dann weihnachtlich-besinnlicher.

Wunderschön der Einzug der vielen, vielen Lichter beim afrikanischen Lied "Hamba ni kahle". Das war wahres Weihnachten.

Es nieselt. Gedanke beim Einsteigen ins Auto: Diese Schule lebt!