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Illuminabis werden die Welt erobern

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Zur Abiturede

 

WR vom 18.06.06 (MS) - "Müde wird man von der Arbeit, die man nicht tut - müde wird man aber auch von den Spielen, die man nicht spielt. Manchmal müssen Sie ausbrechen, um Grenzen zu verstehen. Manche nennen das Regelbruch, andere Kreativität."

Die Welt "immer wieder einmal im und als Spiel zu betrachten, um sie in Wirklichkeit zu erobern", empfahl Antje Malycha, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, den Staberger Abiturienten am Freitagabend im Kulturhaus, um die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Ins Mäntelchen der Riten eines Geheimbundes, der sich in Anspielung auf Dan Brown "Illuminabi" nannte, kleideten die 119 Abiturientinnen und Abiturienten - davon 64 am Scholl, 55 am Zepp erfolgreich - ihren festlichen Abiball, in dessen Mittelpunkt die Ausgabe der Abiturzeugnisse stand.

Lena Günter und Simon Bayerschen führten durch ein Programm, das kurzweilig Klassik mit Funk, Tanz mit Sketchen kombinierte - und bei den Geheimnissen der "Illuminabi" immer wieder augenzwinkernd seine Zuflucht fand. Erfolgsintelligenz machte Antje Malycha, die die Festrede hielt, naheliegend an Höchstleistungen bei der Fußball-WM fest. "Sie sind motiviert, sonst würden Sie nicht spielen. Sie lassen Ihrer Wut bei Misserfolgen keinen freien Lauf, da Sie weder Strafstoß noch Rote Karte riskieren möchten, d.h. Sie kontrollieren Ihre Impulse...", listete sie die Stärken erfolgsintelligenter Menschen auf.

Um diese Eigenschaften zu erlernen, ließen sich auch andere Spiele - beispielsweise das Theaterspielen oder Computerspiele - heranziehen. Auf Schiller und seine Briefe zur "Ästhetischen Erziehung" griff sie zurück, um die Wichtigkeit des Spieltriebs zu untermauern. "Ichstärke entwickelt sich nur im Erproben, Grenzensetzen und in der Disziplinierung. Vom Spiel können wir aber auch lernen, dass harte Arbeit, Zähigkeit und Entschlossenheit fast noch wichtiger sind als Begabung und Talent."

Dank an die beiden Jahrgangsstufenleiter Anne Günnigmann und Simon Veerkamp, die Oberstufenkoordinatoren Marlies Fricke und Jürgen Krüger, die Sekretärinnen Dagmar von der Heyde und Petra Hüttemeister sowie die Hausmeister Michaela Brongkoll und Michael Hamacher ging der Zeugnisvergabe, die Schulleiter Dr. Stefan Werth für das Zepp und Antje Malycha für das Scholl vornahmen, voraus.

Für herausragende Leistungen im und außerhalb des Unterrichts sowie besonderes soziales Engagement zeichneten beide Schulen ihre in der Schülervertretung, in Arbeitsgemeinschaften und anderweitig engagierten Schüler mit Buchpreisen aus. Unter anderem erhielt Simon Bayerschen als bester Zepp-Historiker einen von Dr. Bernhard Mönnighoff, Zepp-Abiturient des Jahrgangs 1931 und mit 94 Jahren der Schule immer noch eng verbunden, gestifteten Preis. Als Beste gingen Adrienne Chantal Giacobino (Abinote 1,4) am Zepp und Martin Hensler (Abinote 1,3) am Scholl aus dem diesjährigen Abiturjahrgang hervor.

Mit barockem Klangzauber und Pachelbelscher Kanonkunst, von Streichern dargeboten, Funk und amüsanten Sketchen umrahmten die Abiturienten ihre festliche Feier. Zur Augenweide geriet eine gelungene Tanzperformance in Neonlicht. In Reimversion trugen die Jahrgangssprecherinnen Simone Petereit und Corinna Schiemenz mit ihrer "Lesung aus den Memoiren der Illuminabi" zur lockeren, gelösten Stimmung im Theatersaal bei. Alle Leistungskurslehrer wurden vor der langen Ballnacht mit besonderen Ehrungen bedacht.