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Meine Teilnahme am Sprachenturnier in Neuendettelsau

von Sebastian Schriml

 

Vom 27. bis zum 30. September 2006 fand in Neuendettelsau das Sprachenturnier des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen statt. Es ist die Endrunde des Wettbewerbs, in dem sich jährlich die Landessieger diverser Sprachen messen. Da ich in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge Landessieger (NRW) der Sprache Englisch geworden bin, war ich zu diesem Turnier eingeladen.

Während des Sprachenturniers waren wir – 80 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland – in einem Hotel in der kleinen Stadt Neuendettelsau nahe Nürnberg untergebracht.

Es galt nun an diesen vier Tagen die Jury des Wettbewerbs in verschiedenen Prüfungen von den Kompetenzen in zwei Fremdsprachen, in meinem Fall Englisch und Latein, aber auch von Fähigkeiten zu überzeugen, die über das in der Schule Geforderte hinausgehen: So waren auch schauspielerisches Talent und Fähigkeiten in der Präsentation gefragt. Insbesondere verlangten die anspruchsvollen Aufgaben Allgemeinbildung und Kombinationsgabe.

Zunächst sollten wir eine Auswahl zwischen einigen Städten treffen und durch eine mehrstündige Internetrecherche Informationen sammeln, um die gewählte Stadt zwei Prüfern möglichst interessant zu präsentieren – dies freilich auf Englisch. Ein weiterer Bestandteil des Turniers ist das Erlernen von Grundlagen in einer „ganz anderen“ Sprache: Im letzten Jahr war dies Afrikaans, diesmal Schwyzerdütsch. Danach sollten wir eine vorgetragene Geschichte in unserer Wettbewerbssprache – in meinem Falle also Englisch - nacherzählen.

Als äußerst anspruchsvoll stellte sich auch die Aufgabe zur Landeskunde heraus, die sich bei mir auf die gesamte englischsprachige Welt bezog.

Für meine zweite Wettbewerbssprache, Latein, führte ich ein Gespräch mit einem Prüfungsteam über Alexander den Großen, über den ich mich bereits vor dem Turnier durch Übersetzungen und weitere Recherche informiert hatte. Dabei galt es spontan eine Textstelle aus dem zur Vorbereitung empfohlenen Buch zu übersetzen und zu Charakterzügen und Handlungen des berühmten makedonischen Herrschers Stellung zu nehmen. Auch hatte ich mehrere Darstellungen Alexanders auf Bildern und in Form von Büsten zu beschreiben und zu vergleichen.

Das krönende Highlight des Turniers war die Theateraufführung, die die Teilnehmer in Gruppen von vier bis fünf Leuten während des ganzen Aufenthaltes vorbereiteten. Eine Besonderheit dieses Stücks von einigen Minuten Länge war die Tatsache, dass in jeder Gruppe mehrere Fremdsprachen vertreten waren, in unserem Team Englisch, Französisch und Italienisch. Jeder Teilnehmer musste in seiner Sprache Theater spielen. Aus diesem Umstand ergab sich natürlich eine Vielfalt an Möglichkeiten, wie bewusst inszenierte Missverständnisse, Dolmetschen oder Ähnliches.

Da die Aufgaben, die wir während des Turniers zu bewältigen hatten, tagsüber stattfanden, zog sich die Entwicklung unseres Theaterstücks bis in die Nächte. Zum festgesetzten Termin am Ende des Turniers stand dann unsere Inszenierung mit dem Titel „Les Obsessions“ – eine Gerichtsverhandlung über einen Mordfall. Wir stellten insofern eine Ausnahme dar, als da wir die einzige Gruppe waren, die ein ernsthaftes, tragisches Theaterstück aufführte.

Mit diesem Stück gewannen wir den Preis für die beste Aufführung.

Ich habe in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Sprachenturnier erlebt. Retrospektiv sind beide Aufenthalte als Traum zu bezeichnen, wie es auch der Vorsitzende der Bundesjury, Herr Stephan, treffend formulierte. Neben den Aufgaben, die ganz selbstverständlich andere Kenntnisse abfragen, als diese, die in der Schule zu demonstrieren sind, stellt auch der Kontakt mit ähnlich orientierten Schülern aus ganz Deutschland eine überwältigende Erfahrung dar. Ich möchte insbesondere Frau Baum meinen Dank aussprechen, die alle Teilnehmer vom Scholl bei der Vorbereitung auf den Wettbewerb unterstützt hat und immer noch unterstützt. Ohne ihre Initiative hätte ich wohl nie am Wettbewerb partizipiert.

Abschließend fühle ich mich verpflichtet, die Einladung Herrn Stephans zur Teilnahme am Wettbewerb weiterzugeben und zu empfehlen.