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Bundesjugendspiele am Himmel - Schüler heben ab

 

Segelflug-AG des Lüdenscheider Geschwister-Scholl-Gymnasiums verbringt zwei Tage auf Flugplatz. Sören: "Einfach mal was Außergewöhnliches"

Fluglehrer Christian Fenner - genannt "der Lange" - gibt den Schülern Hans, Lukas, Öeah, Simone, Daniel, Robin, Philipp und Sören beim Zurückschieben des Segelflugzeugs einige Erklärungen (Foto: LN)

LN v. 22.06.06 "Der hat jetzt das große Grinsen im Gesicht, weil er die Thermik gefunden hat. Die Mundwinkel gehen immer weiter auseinander." Michael Haferberger kennt das Gefühl, das Hans Hoffmeister aus der Klasse 9a des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gerade empfindet. Hans sitzt - oder vielmehr liegt - vorne in einem Segelflugzeug, rund 500 Meter über dem Biologie- und Geografielehrer der Schule.

Zwei Mädchen und sechs Jungen hat Michael Haferberger für die Segelflug-AG, die er zum ersten Mal anbietet, begeistern können. Gestern und heute ist die Gruppe auf dem Flugplatz Hegenscheid und übt intensiv Starts und Landungen - anstelle, wie der Rest der Schule, zu den Bundesjugendspielen zu gehen.

Eine Instrumentenprüfung muss vor jedem Start sein (Foto: LN)"Fliegen ist einfach", ist der Lehrer und Hobby-Segelflieger Haferberger überzeugt. Einfacher jedenfalls als das Starten und Landen, das seien die kritischen Momente im Segelflug. Aber Sicherheitsbedenken haben die Scholl-Gymnasiasten aus den Jahrgängen sieben bis zehn, die noch immer mit einem der beiden Segelfluglehrer des Luftsportvereins (LSV) abheben, auch gar nicht. "Da wird ja alles gecheckt und geprüft", meint Robin Prüfer, der in die 7b geht. Mulmige Gefühle über die ungewöhnliche Arbeitsgemeinschaft hatten eher die Eltern, berichten die Jugendlichen. "Meine Mutter fragte, ob ich nicht lieber Schach spielen könnte", sagt zum Beispiel die Zehntklässlerin Leah Schepp.

Eher als über Ängste vorm Fliegen reden die Gymnasiasten über ihre Fluggefühle. Hans Hoffmeister zum Beispiel interessierte sich vorher schon für Modellflugzeuge. Robin Prüfer erzählt, dass das Gefühl beim Start, wenn das Segelflugzeug mittels Motorwinde und Stahlseilen in die Luft gezogen wird, ziemlich beeindruckend sei. Andere "Flugschüler" heben das Kurvenfliegen hervor, wenn g-Kräfte - wie in einer Achterbahn - auf den Körper wirken. "Es ist einfach mal was Außergewöhnliches, nicht wie am PC sitzen", meint Sören Schruth aus der Klasse 8b.

Der LSV Hegenscheid erhofft sich von der Segelflug-AG und den "Bundesjugendspielen am Himmel" - mit Grillen und Übernachtung auf dem Flugplatz - Nachwuchs für den Verein. Einige Schüler sind auf jeden Fall interessiert. Leah rechnet noch wegen der monatlichen Kosten zwischen 35 und 70 Euro: "Ich muss das vom Taschengeld bezahlen." Hans und Lukas sind aber schon überzeugt - was Fluglehrer Karl-Heinz Osterberg nicht wundert: Der finde doch immer eine gute Luftströmung, sagt er. Was Hans schon wieder zum Grinsen bringt.