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Latein - na klar!

4 Wochenstunden

 

Das Leben der Römer - Grundlage vieler Gedanken Europas

Die Römer haben wie kein anderes Volk Europas die Geschichte dieses Kontinents beeinflusst. Durch ihre Ausdehnung von Schottland bis nach Afrika, vom Atlantik bis weit nach Asien haben sie das Leben der dort lebenden Menschen entscheidend geprägt. 

Dies wird nicht nur durch die vielen antiken Sehenswürdigkeiten und Funde deutlich. Antike Ideen, Rechtsvorstellungen, Rechtsnormen, Literatur und Architektur beeinflussen bis heute das Denken und Aussehen unseres Kontinents. So stammen z.B. der Grundsatz, dass Urteile nur aufgrund geltenden Rechts gefällt werden dürfen (nulla poena sine lege - keine Strafe ohne Ge- setz), die Gattungen Komödie und Tragödie und viele Regeln der Rhetorik aus der Antike.

Elemente antiker Architektur finden wir z.B. bei den Regierungsgebäuden in Washington. Immer wieder werden antike Themen in Literatur und Politik aufgenommen und auf die heutige Zeit projiziert. Dabei werden antike Gestalten als beispielhaft für menschliches Verhalten aufgefasst. Durch die historische Kommunikation, die Erkenntnis des Gemeinsamen und des Unterschiedli- chen zwischen der heutigen und der antiken Welt, erfahren wir, dass wir Angehörige eines ste- tigen Entwicklungsprozesses sind, und reflektieren unsere eigene Zeit. So lernen wir uns als ei- nen Teil der Geschichte zu begreifen.

 

Das Latinum - Grundlage vieler Studiengänge

Das Latinum ist eine Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss vieler Studiengänge. Natür- lich kann man das Latinum an der Universität oder in Crash-Kursen nachholen. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Lateinkurse neben dem Studium eine große Belastung sind, zumal das Lern- tempo - das Latinum soll hier in der Regel nach eineinhalb Jahren erreicht werden - deutlich hö- her liegt als in der Schule.  [Informationen zum Erwerb des Latinums]

Französisch wird an unserer Schule nach der siebten Klasse ein zweites Mal im Differenzierungs- bereich ab der neunten Klasse angeboten, bei dem Fach Latein gibt es leider als einzige Mög- lichkeit, es als zweite Fremdsprache ab der siebten Klasse zu erlernen.

 

Latein als Hilfe in vielen Lebensbereichen

Latein fördert mit seiner dem Deutschen z.T. sehr ähnlichen, aber teilweise auch sehr unter- schiedlichen Grammatik den  Umgang mit der eigenen Muttersprache. Dies gilt für die Gramma- tik, für die Verwendung von Stilmitteln, für das Ausdrucksvermögen und für die Deutung von Texten. [Wörter lateinischen Ursprungs]

Außerdem bereitet Latein in hohem Maße auf ein späteres Studium vor. Im Lateinunterricht werden  bei jeder Textarbeit komplizierte Zusammenhänge (Sätze, Texte) analysiert, in einen Gesamtzusammenhang gestellt und schließlich in Verbindungen zu anderen Dingen betrachtet. Dieses methodisch sorgfältige und strukturierte Arbeiten ist für jedes Studium, unabhängig von der Fachrichtung, wichtig.

 

Latein - trocken, öde und langweilig?

Schaut man sich einige alte Lehrbücher an, kann man diese Aussage leider nur bestätigen. Das Buch Cursus Continuus jedoch, mit dem wir am Scholl unterrichten, enthält viele Bilder, interes- sante Texte aus dem Leben Roms, der Geschichte und der Mythologie. Durch vielfältige Sachin- formationen bekommt man ein lebendiges Bild der Antike. In diesem Buch kann man das Leben der unterschiedlichen Schichten, ihre soziale und politische Stellung, die Bauweise der Römer, die Berufe, den Aufbau des Staates, das Militärwesen und das Leben in Rom und in den Provin- zen kennen lernen. Dieses breite Spektrum des Alltagsleben wird ergänzt durch abwechslungs- reiche, motivierende Übungsformen und Rätsel.

Standardübungen wie "Bestimme und übersetze" oder "Konjugiere" oder "Dekliniere" treten mehr in den Hintergrund, ohne jedoch ganz zu verschwinden, da solide grammatische Kenntnisse im- mer noch als Grundlage einer sinnvollen Textarbeit gelten.

Auch hat sich in den letzten Jahren die lateinische Fachdidaktik deutlich weiterentwickelt: Vor- erschließung der Texte z.B. über Bilder und Wortfelder, Lernspiele und fachübergreifendes Ar- beiten gehören heute zum festen Bestand des Lateinunterrichts.

 

Latein ein reines Paukfach, viel zu schwer?

Wer Latein lernt, muss Zeit und Arbeit investieren. Aber dies gilt nicht nur für das Fach Latein.  Auch derjenige, der Englisch oder Französisch lernt, muss über Vokabeln und Formen lernen, sonst wird er auch in diesen Sprachen keinen Erfolg haben. Im Gegensatz zu diesen wird im La- teinunterricht jedoch mehr über als in der Sprache gesprochen. Dieses bietet auch Stilleren und Zurückhaltenderen die Möglichkeit im Unterricht mitzuarbeiten, da das Hemmnis entfällt, sich in einer fremden Sprache äußern zu müssen.

Weiterhin bietet das Fach Latein einen Ausgleich zu unserer schnelllebigen Zeit. Es verlangt vom Schüler die genaue Betrachtung eines Textes, Satzes oder eines einzelnen Wortes und ei- ne Ausdauer, die für die erfolgreiche Bewältigung des eigenen Lebens sehr hilfreich sein kann.

Der Unterricht in Latein gliedert sich in zwei Bereiche. In die Lehrbuchphase (2 ½ Jahre), in der man die Grundlagen der lateinischen Grammatik und Grundkenntnisse über das Leben und die Geschichte der Römer erwirbt, und in die Lektürephase, in der man verschiedene Werke antiker und mittelalterlicher Autoren übersetzt und bespricht. 

Weitere Auskunft: Frau Rogge