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Kursfahrten 2006 - Toskana

LK Biologie und Mathematik - Bericht von Mareike Vogel und Melanie Minio

Freitag, 11. August 2006, 20.30 Uhr. Kaum hatten die 41 Schüler des Mathe- und Bio-Lks wieder gelernt früh aufzustehen und sich mit dem Schulalltag angefreundet, hieß es auch schon wieder: „Ab in den Süden!!!“ In Begleitung von Frau Breitkopf (Mathe-LK), Herrn Haferberger (Bio-LK), Frau Roth und Herrn Gossen startete die lustige Truppe auf ihre wahrscheinlich letzte Schulfahrt.

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Nach einer langen Fahrt durch die Nacht und endlosen Staus erreichten wir schließlich am Samstag gegen 14 Uhr Pisa, wo wir einen Zwischenstopp einlegten. Bestens gelaunt und voller Vorfreude auf die kommende Woche erkundigten wir für wenige Stunden auf eigene Faust die berühmte Stadt mit ihrem wahrlich schiefen Turm und ihrem schönen Dom. Weiter ging es dann zu unserem Hotel im Kurort Montecatini.

Erleichtert und doch etwas erschöpft machten wir es uns in unseren Zimmern gemütlich und hatten anschließend noch die Möglichkeit, die Stadt zu erkunden, wobei der erste Anlaufpunkt klar der Supermarkt war. Es dauerte auch nicht lange, bis wir in den Genuss der italienischen Küche kamen, denn im Hotel erhielten wir jeden Abend ein Drei-Gänge-Menü. Dabei war schon der Teller Pasta (wohlgemerkt die Vorspeise) sehr sättigend, sodass vermutlich auch der hungrigste Magen nach dem Abendessen gut gefüllt war.

Am Sonntag ging es nach dem Frühstück direkt in die kleine toskanische Stadt Vinci, die als Geburtsort des Erfinders und Künstlers Leonardo Da Vinci bekannt ist. Dort besuchten wir das Museum Leonardos, in dem viele seiner Erfindungen ausgestellt waren, bevor wir bei wunderschönem und heißem Wetter erst einmal zu Mittag aßen und weiter die Stadt besichtigten. Immer treu begleitet wurden wir von unserem lieben Busfahrer Johannes und seiner „Bekannten“ Barbara, die uns sehr viel Freude bereiteten. Abends hieß es dann wieder die Stadt unsicher zu machen und sämtliche Cafés zu testen, wo sich auch prima Geburtstage feiern ließen.

Am nächsten Tag stand „Siena“ auf dem Programm. Doch um in die Stadt zu kommen, musste zunächst der Berg, auf dem sie liegt, bezwungen werden. Zum Glück gab es Rolltreppen und so hatten wir mehrere Stunden Zeit, in kleinen Gruppen selbst die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt zu besuchen. Siena ist sehr bekannt für den riesigen Piazza del Campo, der als schönster Platz Italiens gepriesen wird, und den riesigen Dom.

Auch an Einkaufsmöglichkeiten mangelte es nicht. Zurück in Montecatini nutzten einige Schüler die Möglichkeit, die Altstadt Montecatinis („Montecatini Alto“) mit Hilfe einer gut erhaltenen Seilbahn zu besichtigen. Von dort aus hatte man abends einen atemberaubenden Blick auf die Stadt.

Nach einer Abstimmung unter den Schülern war das Ziel am Dienstag die toskanische Kleinstadt „Lucca“. Das Wetter war wie auch schon in den letzten Tagen heiß und sonnig und so planten wir nach dem Aufenthalt in der Stadt einen Strandbesuch. Doch zunächst wurden die alte Stadtmauer, der Dom und noch viele weitere Kirchen Luccas bestaunt, bevor wir nach nur kurzer Fahrtzeit das erhielten, worauf wir schon sehnsüchtig warteten: Sonne, Strand und Meer!

Überall herrschte das Gefühl von Urlaub und Erholung. Neben Spielen am Strand ließen wir uns von der Sonne grillen und trotz Badeverbotes fanden wir unter Aufsicht der Lehrer auch im Meer unsere verdiente Abkühlung. So stellt man sich doch einen schönen Tag in der Toskana vor, gefüllt mit Kultur und Erholung!

Am Mittwoch ging es dann nach San Gimignano, dem „Manhattan“ Italiens. Dort gibt es zwar keine modernen Wolkenkratzer, aber die mittelalterlichen Wohntürme verschiedener Adelsgeschlechter bieten einen schönen Anblick. Nachdem wir vom Busparkplatz den Berg hinauf zum alten Stadtkern gewandert waren, erstreckte sich vor uns eine Einkaufsmeile von lauter Souvenirläden und heimischen Gebrauchsgegenständen. Da wir auch dort die Zeit frei nutzen konnten, ging man in ein Café, bummeln oder schaute sich die Plätze mit Brunnen und die Wohntürme an. Es blieben uns dafür nur drei Stunden, denn danach ging es wieder zum Strand.

Das Wetter spielte am Anfang nicht so gut mit wie am Tag davor, aber es war trotzdem warm und sonnig. Auch an diesem Tag ließen einige Kursteilnehmer ihrer Fantasie freien Lauf und bauten einen Drachen aus Sand. Abends gingen dann wieder einige in die Stadt, nach Montecatini Alto oder blieben im Hotel.

Am Donnerstag ging es dann nach Florenz, aber Florenz heißt in Italien Firenze. Dies liegt wohl an der Sprachentwicklung. Dort legten wir gleich mit einer Stadtrundführung los. Wir fuhren zuerst, angewiesen von der Stadtführerin, an das südwestliche Ufer des Arno, von wo aus man einen wunderbaren Überblick über die Stadt hatte. Nachdem alle Mathe- und Bio-LKler ausgestiegen waren, ging es zur Santa Croce („heiliges Kreuz“). Diese Kirche beherbergt die sterblichen Überreste von Dante, Michelangelo, Galilei und Machiavelli. Die Fassade der Kirche wurde von einem Juden erstellt, welcher nun unter der Treppe vor der Kirche begraben liegt.

Von dort ging es zum Palazzo Vecchio, wo unter anderem die Medici regierten. Auf dem Platz davor sind etliche Statuen (auch der „David“) zu bewundern, die u. a. den Auf- und Abstieg der florentinschen Republik darstellen. Da den Medici ihre Gemächer in der Stadt zu klein waren, bauten sie außerhalb der Stadt einen Palast. Um ungesehen durch die Stadt gelangen zu können, ließen sie sich Gänge und Brücken vom Palazzo Vecchio bis zum neuen Palast errichten. Dieser Weg führte auch über die „alte Brücke“. Da dort früher nur Metzger ihre Läden hatten und dies ja nicht zum Ambiente einer Adelsfamilie passte, wurden die Fleischer per Gesetz von der Brücke vertrieben. Stattdessen siedelten sich dort Goldschmiede an.

Zum guten Schluss gelangten wir zum Dom Santa Maria del Fiore. Die Kuppel des Doms war das Vorbild für die Kuppel im Peters Dom in Rom. Man kann über mehrere Treppen die Kuppel von innen besichtigen. Nach der Stadtführung hatten wir wieder Zeit zur freien Verfügung. Dies wurde unter anderem für einen Besuch am Florenzer Markt genutzt.

Am Freitagmorgen hieß es dann Koffer packen und Zimmer räumen, denn es ging wieder ab nach Lüdenscheid. Da unser Busfahrer acht Stunden ruhen musste, bevor er uns nach Deutschland fuhr, nutzten wir die Zeit, um uns Verona anzuschauen. Dort wurde dann erst mal zu Mittag gegessen, gebummelt und gesonnt. Wenn man dazu nicht kam, lag das daran, dass Frau Breitkopf sich unbedingt sämtliche Sehenswürdigkeiten anschauen wollte - dies war nämlich recht günstig, weil Herr De Luca für uns eine Schulbescheinigung auf italienisch verfasst hatte. So zogen einige im Eiltempo mit Frau Breitkopf durch Verona.

Um 22 Uhr saßen dann wieder alle im Bus und fuhren auf demselben Weg wie auf der Hinfahrt nach Lüdenscheid zurück, wo uns unsere Eltern gegen 11 Uhr in Empfang nehmen konnten.