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Unsere Austauschschule in Amiens

von Nicole, Lukas, Christian und Björn

In Frankreich kann man nicht wie in Deutschland zwischen verschiedenen Schulformen entscheiden. Es gibt jeweils nur einen „Schultyp“ für verschiedene Altersklassen. Die Schullaufbahn beginnt mit der „école maternelle“, wie bei uns folgt die „école élémentaire“, die Grundschule. Ab der sechsten Klasse besuchen die Schüler das „collège“ und nach der neunten Klasse die weiterführende Schule, das Lycée. Dort hat man die Möglichkeit zum Abitur („le bac“). Falls die Schüler ihre Ausbildung weiterführen wollen, können sie die „université“ besuchen.

Am Lycée La Hotoie sind Schüler in der Altersspanne von 15 bis 19 Jahren vorzufinden. Ungefähr 1200 bis 1300 Jungen und Mädchen besuchen hier von Montag bis Samstag die Schule.

Der Unterricht beginnt normalerweise um 8.00 Uhr und endet gegen 18.00 Uhr. Jedoch haben viele Schüler Freistunden, so dass der Unterricht auch oft erst gegen 10.00 Uhr beginnt und man während der Unterrichtszeiten oft Schüler in den Aufenthaltsräumen antrifft. Eine Schulstunde dauert 55 Minuten. In den verbleibenden fünf Minuten, zwischen den einzelnen Schulstunden, sollten sich die Schüler in die fachspezifischen Unterrichtsräume der jeweiligen Fachlehrer begeben.

Durch Freizeitaktivitäten wie Theater AGs oder Sport wird das Freizeitverhalten der Jungendlichen gedeckt.

Von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr haben die Schüler die Möglichkeit in der Kantine ihr Mittagessen zu sich zu nehmen.

Zum Lycée La Hotoie gehört auch das angebaute Internat, welches von einem Drittel der Schüler bewohnt wird. Im Wesentlichen beschränkt sich das Leben im Internat nur auf die Abendstunden, da es in der Regel um 8.00 Uhr schließt und abends ca. um 17.00 Uhr wieder öffnet. Die Internatsschüler müssen also alle Sachen, die sie benötigen, mit sich tragen. Diese Sachen können sie in einem dafür vorgesehenen Raum einschließen.

Die Schüler bringen massenhaft Süßigkeiten von zu Hause mit, da die Mahlzeiten in der Kantine nicht sonderlich gut sind.

Die Räumlichkeiten sind mit einer Jugendherberge zu vergleichen. Sammelduschen und WCs befinden sich auf dem Gang.

Die meisten Schüler wohnen in Doppelzimmern, deshalb hat man kaum Rückzugsmöglichkeiten. Denn den Terminalschülern (Abiturienten) ist es vorbehalten in einem Einzelzimmer zu leben.

Die Regeln im Internat sind sehr streng. Ab 18.00 Uhr darf kein Schüler mehr das Schulgelände verlassen. Der Aufenthalt auf dem Schulhof ist bis 21.30 Uhr erlaubt und ab 22.00 Uhr ist Nachtruhe im Internat und die Schüler müssen sich in den Räumlichkeiten befinden. Ein Pförtner entscheidet, wer zu den vorgegebenen Zeiten das Internat noch verlassen darf. Für abendliche Aktivitäten muss eine schriftliche Erlaubnis („Autorisation“) der Erziehungsberechtigten vorgelegt werden.

Der Gebrauch von Fernsehern ist offiziell nicht erlaubt, doch die „Surveillants“ (Aufseher) dulden sie inoffiziell.

Das Verhältnis zwischen den Internatsschülern ist im Allgemeinen sehr gut. Oft sitzt man abends noch zusammen auf den Zimmern und lässt den Tag gemeinsam ausklingen.