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Spielerische Aufklärung über tödliches Risiko

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WR v. 17.08.07

LN v. 17.08.07

WR v. 16.08.07 Die Gefahr ist tödlich. Nach wie vor. Wer sich heute mit dem HI-Virus ansteckt, stirbt zwar in aller Regel nicht mehr an Aids. Aber an den Nebenwirkungen der Medikamente, die die Krankheit - und den Körper - bekämpfen. Wie ein sicherer Schutz funktioniert, erfuhren gestern rund 300 Lüdenscheider Gymnasiasten. Die Jahrgänge 9 und 10 des Geschwister-Scholl- und des Bergstadt-Gymnasiums drehten ihre Runden über den "Mitmach-Parcours zu Aids, Liebe und Sexualität" - eine spielerische Aufarbeitung eines ernsten Themas.  

Foto: WR

"Am besten ihr probiert später mal aus, welches Kondom am besten passt!" Die Moderatoren an den fünf Stationen zeigten keine Scheu, wenn sie über den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten generell und HIV im Besonderen erzählten. Locker, aber nicht im Plauderton. Verbindlich, aber nicht ernst. Ein Vorgehen, dass bei den Schüler/innen ankam.

"Ich fands spannend und interessant", urteilte die 17-jährige Stefanie: Sie hatte kurz zuvor eine "Lea", eine Verhütungskappe aus Silikon für die Frau, aus einem Beutel gelost, ein Mitschüler die Antibabypille. Die Moderatorin erklärte anschließend, was es mit den verschiedenen Verhütungsmitteln auf sich hat - und wie zuverlässig sie sind. Mit Blick auf Verhütung einer Schwangerschaft wie auf sexuell übertragbare Krankheiten.

Wie wichtig die Aufklärungskampagne ist, konnte Markus Stock von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) begründen: "Die Zahl der HIV-Neuinfektionen steigt wieder an". Ein alarmierendes Zeichen dafür, dass die Gefahr, die von einer Ansteckung ausgeht, nicht (mehr) ernst genommen wird.

"Früher gab es Risikogruppen. Das ist heute nicht mehr so sehr der Fall", berichtete Rudolf Mann von der Anonymen Aids-Beratungsstelle beim Märkischen Kreis aus seiner Arbeit. Zu seinen Klienten gehört der junge Schwule, aber ebenso die ältere Dame, die mit ihrem neuen Lebenspartner den falschen Mann, nämlich einen HIV-Positiven, erwischt hat.

Es kann also jeden treffen.

Als "Unterricht in anderer Form" stellte Schulleiterin Antje Malycha (Geschwister-Scholl-Gymnasium) die Aufklärungskampagne, an der neben der Bundeszentrale und dem Kreis auch die Beratungseinrichtungen "pro familia MK", "donum vitae" Märkisches Sauerland und der HIV-positiven Freundeskreis Lüdenscheid beteiligt waren, dar.