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Kondome sollte man nicht "platt" sitzen

LN v. 17.08.2007 • Wie stellt man pantomimisch einen Seitensprung dar? Man hüpft von einem zum anderen. Und wie zeigt man eine Liebeserklärung? Man fällt theatralisch zu Boden und küsst die Hand der Angebeteten. Amüsant fanden die Schüler und Schülerinnen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums die Station "Körpersprache zur Sexualität". Hier sollten sie Gefühle und Situationen aus den Bereichen Liebe, Partnerschaft und Sexualität ausdrücken. Die Station war eine von fünf beim "Mitmach-Parcours" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Gestern und heute beschäftigen sich junge Leute aus den Klassen 9 und 10 vom Scholl und vom Bergstadt-Gymnasium mit den Themen Aids, Liebe und Sexualität.  

Foto: WR

Mit Hilfe des Parcours will die Bundeszentrale den Schutz vor dem HI-Virus und den Umgang mit HIV-infizierten und aidskranken Menschen wieder neu ins Gespräch bringen. Und tatsächlich ist der Parcours so interessant und kurzweilig, dass die Neugier und der Wissensdurst der jungen Leute geweckt wird. Gearbeitet wird mit witzigen Comics, mit denen die Frage "Wie kann ich mich anstecken?" beantwortet wird, mit Kondomen, die man nicht unbedingt "platt sitzen" sollte, mit Diskussionen über Verhütungsmittel und mit einer fiktiven Geschichte über das Leben mit Aids. Überall sind die Schüler eingebunden und aufgefordert, sich einzubringen. Von Berührungsängsten oder Peinlichkeit keine Spur. Auch war es keine unangenehme Pflichtveranstaltung für die 250 Schüler.

"Ich hoffe, die Jugendlichen nehmen für sich selbst viel mit", meinte Ursula Meyer. Die stellvertretende Bürgermeisterin kam, um die Wichtigkeit der Aktion zu betonen und erklärte: "Es ist wichtig, dass einem in entscheidenden Momenten nicht die Worte fehlen. Auch, wenn es romantische Momente sind." Die Veranstaltung im Scholl-Gymnasium wurde von Markus Stock von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gemeinsam mit dem stellvertretenden Schulleiter Hans-Henning Langkitsch vorbereitet. Mit im Boot und Ansprechpartner am Parcours sind auch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Märkischen Kreises, von pro familia, donum vitae und vom Freundeskreis der HIV-Positiven Lüdenscheid. "Eine gute Gelegenheit, die Akteure miteinander zu vernetzen", findet Rudolf Mann vom Gesundheitsamt. Er hofft auch, dass durch die Veranstaltung Hemmschwellen abgebaut werden können und die Jugendlichen Ansprechpartner kennen lernen.

Der Mitmach-Parcours wird seit 1994 bundesweit eingesetzt. Ziel ist, das individuelle Wissen zu Aids und HIV zu erweitern.

Weitere Infos zum Parcours unter www.bzga-ausstellungen.de

Projektanfragen unter 0231/ 9822003.