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Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums besuchten unsere Schülerinnen und Schüler der Jgst. 9 bis 12 eine Theater-vorstellung des Landestheaters Castrop-Rauxel über "Die Weiße Rose".

Mut mit dem Tod bezahlt - "Die Weiße Rose" im Kulturhaus

Foto: WR (Salzmann)

WR v. 14.05.2008 - „Sie wissen, warum Sie hier sind?” - „Wegen einiger Missverständnisse!” Nacheinander werden Hans und Sophie Scholl, Mitglieder der Widerstands-bewegung „Die Weiße Rose”, dem väterlich auftretenden Kriminalobersekretär Robert Mohr zum Verhör vorgeführt.

Mohr gibt sich verständnisvoll, möchte den Fall der Studenten, die des Hochverrats beschuldigt werden, möglichst schnell ad acta legen. Anders als der parteitreue Anton Mahler, der sich in den Fall verbeißt und keine Ruhe gibt, möchte Mohr das Leben der Geschwister retten und ihre Verhaftung als Missverständnis abtun. Selbst als die Beweislage immer erdrückender wird, hält Mohr der jungen Sophie Scholl, die er vor der Hinrichtung zu retten sucht, noch ein Hintertürchen offen. Doch Sophie geht lieber in den Tod als ihre Gesinnung und „Die Weiße Rose” zu verraten.

Episodenartig erlebten Schülerinnen und Schüler vom Staberg im Kulturhaus in Lilian Garrett-Groags Schauspiel „Die Weiße Rose”, Aushängeschild des Westfälischen Landestheaters Castrop-Rauxel, die letzten Tage der mutigen Studentengruppe, die mit Flugblättern zum Widerstand gegen den Terror des Nazi-Regimes aufrief.


Fesselndes  Kammerspiel 

Unter Regie von Christoph Zapatka geriet die Inszenierung zu einem fesselnden, packenden Kammerspiel. Auf zwei Ebenen lotete die Aufführung, von den Stadtwerken gesponsert, die Geschehnisse nach der Verhaftung und die Geschichte der Widerstandsgruppe aus. In düsteres Schwarz hüllte Susanne Ellinghaus, verantwortlich für Bühne und Kostüme, das geteilte Bühnenbild, das in die Verhörzimmer Mohrs und Mahlers wie (in Rückblenden) in die Studentenbude der Scholls entführte.

In Mohr alias Walter Theil begegnete den Jugendlichen der Mitläufer, dem es in schlimmer Zeit um das nackte Überleben ging. Väterlich, zwischen Sympathie für die Angeklagten und Linientreue schwankend, gab Theil den Gestapo-Mann, der sich seiner Sache unsicher war. Die Anklageschrift gegen die Scholls unterschrieb er letztlich - da feige - und gab sie der sicheren Hinrichtung preis.

Von anderem Kaliber war Stefan Leonard als Anton Mahler, der dem grausamen Ruf der Gestapo alle Ehre machte. Denise Elsen trat als Sophie Scholl für ihre Überzeugung ein. Eine Unterschrift hätte sie retten können, doch sie wählte den Tod. Lebhaft trat Markus Kloster als Hans Scholl für seine Überzeugung ein.

Alexander Leder (Wilhelm Graf), Regieassistent Mike Frömmrich als Ersatz für den erkrankten André Lexow (Alexander Schmorell) und Peter Adrian E. Krahl (Christoph Probst) bezahlten als Mitglieder der Weißen Rose ihren Mut mit dem Tod.