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Schüleraustausch ein Auftakt für mehr

WR v. 14.11.2007 - Überraschend klappte die auch die Kommunikation zwischen Lüdenscheidern und ihren italienischen Kommilitonen hervorragend.



Zu Beginn des Austausches begrüßte die Gruppe begeistert die Schulleiterin Gianna Arvedi in Gegenwart von Journalisten der örtlichen Presse und des regionalen Fernsehens. Dr. Werth bedankte sich für die freundliche Aufnahme und betonte die Wichtigkeit des Austausches, der nicht nur als Austausch unter Schülern zu verstehen ist, sondern auch Aufbau eines Lehreraustausches in verschiedenen Fächern sein soll. Die Schüler der beiden Städte sollen zukünftig die Möglichkeiten zu Berufspraktika in Firmen oder Organisationen haben.

Während des Aufenthaltes in Piacenza waren nicht nur die deutschen Schüler, sondern auch englische und französische Partnerstädte vertreten, was den europäischen Gedanken sehr stark zum Ausdruck brachte.

Beim Empfang im Kreishaus von Piacenza wurde vom Kulturdezernent in Anwesenheit der zahlreich vertretenen Medien der europäische Gedanke hervorgehoben. Das war nicht nur zu spüren bei diesem offiziellen Teil, sondern auch während einer Abendveranstaltung, zu der das Liceo Melchiorre Gioia die deutschen und englischen Schülerinnen und Schüler einlud. In einem zu einem Restaurant umgebauten alten Pferdestall wurden verschiedene Jugendbücher aus den drei Ländern Italien, England und Deutschland in den jeweiligen Sprachen vorgestellt.

Der Austausch war nach Meinung der Schüler eine erfolgreiche Unternehmung mit positiven Ergebnissen in allen Bereichen: kulturell, familiär und schulisch. Der kulturelle Reichtum Italiens wurde optimal vermittelt. Piacenza (ca. 100.000 Einwohner) war für die Schüler eine Überraschung: Die Stadt (gegr. im Jahr 218 v.Chr.) spielte eine wichtige Rolle in der römischen Zeit. Im Mittelalter war sie eines der lebendigsten Zentren Norditaliens. Die Altstadt ist von quadratischer Form mit nachfolgenden Erweiterungen im Mittelalter. Das Herz der Stadt ist die Piazza Cavalli, wo sich die Reiterdenkmäler von Alessandro und Ranucco Farnese befinden. Den Platz beherrschen der gotische Palast (13.Jahrh.), eines der schönsten Rathäuser Italiens, und der Palazzo del Governatore (18. Jahrh.). Auch die zahlreichen Kirchen zeugen von den historischen Phasen des Wachstums der Stadt, z.B. die Kirche St. Antonino (4.Jahrh.), der Dom (12.Jahrh.) und die Kirche San Francesco. Piacenza ist eine pulsierende Wirtschaftsstadt mit einer sehr niedrigen Arbeitslosigkeit (unter 2 %) und einer bedeutenden katholischen Privatuniversität.

Am Anfang des Austausches hatten die Schüler die Möglichkeit, unter der Führung eines sehr engagierten Kunstlehrers des Liceo Mailand bei schönstem Wetter zu besichtigen. Der Höhepunkt war mit Sicherheit die Besichtigung des Abendmahles von Leonardo da Vinci im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie und die Pietà Rondanini von Michelangelo im Castello Sforzesco.

Die Schüler nahmen während der ganzen Woche am Unterricht in verschiedenen Fächern teil und konnten so Eindrücke über das italienische Schulsystem sammeln. Die Klassenaufteilung erfolgt nicht in Kursen, sondern in festen Klassen.

Die deutsche Sprache wird im Liceo sehr gepflegt. Er gibt sogar einen bilingualen Unterricht in Geschichte, Geografie und Recht. Die deutschen Austauschschüler stellten fest, dass die Kommunikation nach nur einem Jahr Italienischunterricht überhaupt kein Problem war. Der Schwerpunkt des Austausches lag jedoch für die Schüler darin, Leben und Gewohnheiten in einer fremden Familie zu erleben.
Wirtschaftlich stark mit kulturellen Sehenswürdigkeiten bis zur Römerzeit - so präsentierte sie Piacenza den Gästen.