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Auch samstags ab zur Schule

Austausch zwischen Gymnasien in Amiens und Lüdenscheid: Dominik berichtet

LN v. 30.04.09 - Statt ins Geschwister-Scholl-oder Zeppelin-Gymnasium ins Lycée La Hotoie in Amiens - und das auch samstags. Das war für Dominik und vier seiner Mitschüler der Alltag, denn die jungen Leute aus Lüdenscheid nahmen an einem Schüleraustausch mit der französischen Schule teil. Und selbst in einem Nachbarland Deutschlands gab es Unterschiede, die ins Auge stachen, wie Dominik berichtet.

Foto: LN"Direkt sind uns die hohen Zäune aufgefallen, die die ganze Schule abgrenzen", erklärt der 17-Jährige, der sich für den Austausch gemeldet hatte, um seine sprachlichen Fertigkeiten zu verbessern. Zäune gehören zu jeder Schule in Frankreich, selbst den Grundschulen, und seien für die Sicherheit der Schüler da, fügt der Gymnasiast hinzu. "Die Schule an sich ist eine schöne Schule, die den Schwerpunkt auf Sport hat. Das Aufeinandertreffen ist gut verlaufen und es war interessant, meine Austauschschülerin 'in echt' zu sehen, da ich sie nur von Bildern kannte." Mit Lucie, der Austauschschülerin verstand sich Dominik prima.

Die fünf Lüdenscheider seien herzlich aufgenommen worden, so Dominik weiter. "Da viele weit von der Schule wohnen, schlafen sie, wie auch ich, im Internat des Lycées La Hotoie. Ich als einziger deutscher Junge auf der Jungenetage des Internats hatte die besten Möglichkeiten, die Sprache zu lernen, denn ich war gezwungen, mich so gut wie möglich in Französisch auszudrücken."

Der Austausch war kein Urlaub, für die Austauschschüler gab es Unterricht nach eigenen Stundenplänen: "Meine Vorliebenfür Kunst, Sprachen und Sport wurden berücksichtigt. Eine erste Hürde war es, sich vor der Klasse vorzustellen, denn ich war umgeben von unbekannten Gesichtern. Doch an sich war dies auch kein Problem, denn ich wurde herzlich aufgenommen und habe mich direkt wohlgefühlt. Bis dann am ersten Tag mein erster Erdkundetest geschrieben wurde. Doch der wurde natürlich nicht gewertet. Zudem habe ich noch eine Englischarbeit geschrieben, die mir sehr leicht fielk, denn wir sind auf einem höheren Niveau in Deutschland. Der Unterricht in Frankreich unterscheidet sich auch in einigen Dingen vom deutschen Unterricht. Zum Beispiel melden sich die Schüler nicht, wenn sie was sagen wollen, und üblich ist es, auch am Samstag Schule zu haben oder zu spät zu kommen. Ich bin glücklich, dass ich diese Erfahrungen unter all den neuen Menschen und in der neuen Umgebung machen konnte", urteilt der Lüdenscheider Schüler (Foto: LN).