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Jeder hat eine Migrationsgeschichte

Eröffnung der Ausstellung „Es war eine andere Welt! - Migrationsbiographien Lüdenscheider Bürgerinnen und Bürger"

WR v. 13.03.09 - Mit Eröffnung der Ausstellung „Es war eine andere Welt! - Migrationsbiographien Lüdenscheider Bürgerinnen und Bürger" präsentierten die FernUni Hagen, das Institut für Geschichte und Biographie und die beiden Staberger Gymnasien am Mittwochnachmittag im Bürgerforum ein erstes Highlight des von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten Projekts „Global - lokal".

In großer Zahl versammelten sich Besucher der „Lüdenscheider Gespräche" - unter ihnen Schüler und Lehrer beteiligter Schulen in Hagen - zur Vernissage, die mit einem außergewöhnlichen Kulturprogramm verbunden war. Aufgestellte Stühle reichten bei weitem nicht aus, allen Gästen einen Sitzplatz anzubieten.
Erfreut, durch die Veranstaltung den Altersdurchschnitt der „Lüdenscheider Gespräche" senken zu können, beleuchtete Professor Dr. Arthur Schlegelmilch als Leiter des Instituts für Geschichte und Biographie die Zuwanderung in die BRD im Wandel der Zeit.

„Jeder hat irgendwo seine Zuwanderungs- und Abwanderungsgeschichte", reicherte Schlegelmilch seine Ausführungen mit der Migrationsgeschichte seiner Großeltern an. Als „hervorragende Kooperation" würdigte Bürgermeister Dieter Dzewas die Zusammenarbeit von Schulen und Hochschule. Es sei dringend an der Zeit gewesen, sich mit der Thematik zu befassen.

Über das Gesamtprojekt und die Robert-Bosch-Stiftung informierte Professor Reinhard Wendt, FernUni, die große Runde. Die Förderung von geisteswissenschaftlichen Projekten habe bei der Stiftung hohen Stellenwert.

Als Ansatzpunkte des Projekts warf er die Stichworte Kulturtransfer, Transnationalität und Oral History in den Raum. „In Deutschland kam die Erkenntnis, dass wir ein Einwanderungsland sind, erst relativ spät." Persönlich freue er sich über die entstandene Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden. Im eigenen Umfeld fanden die Schüler ihre Interviewpartner.

Acht Migranten aus sechs Ländern sind für die Ausstellung befragt worden. Vincent Schnell, Robert Hoefeld, Esther Kolaczkowski, Robin Stach, Meltem Circi, Silas Windgaßen, Lukas Linscheid und Pascal Becker - acht der 15 am Projekt beteiligten Staberg-Schüler - stellten den Zuhörer die Befragten in kurzen Abrissen und Interviewpassagen vor.

Anhand der Lebensgeschichten von Hussam Afifi, der Familie Chiarastella, Tante Ella, der Amerikanerin Belle, Veli und Yeter Circi sowie Grigoriadis Sotirios lernten die Zuhörer unterschiedlichste Beweggründe für Migration kennen.

Die Ausstellungseröffnung „Es war eine andere Welt" im Bürgerforum des Rathauses fand außerordentlich großes Besucherinteresse.