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PKW-Fahrtraining für die Oberstufe

Am Donnerstag, den 14. Mai 2009, fand zum wiederholten Male ein polizeiliches PKW-Fahrtraining für junge Erwachsene auf dem Gelände der ehemaligen Blücherkaserne in Hemer statt. So machten sich am frühen Donnerstagmorgen fünfzehn Schülerinnen und Schüler des Zeppelin- und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit ihren PKWs auf, verschiedenste fahrpraktische Übungen durchzuführen. Begleitet wurden sie dabei von Lehrer Uwe Wolff, Verkehrssicherheitsbeauftragter des GSG.

Nach gut halbstündiger Anreise wurden die Teilnehmer zunächst von einem Sicherheitsbeamten am Haupttor der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Empfang genommen und zu einem Sammelparkplatz geleitet. Von dort aus ging es im Konvoi hinter einem Polizeiwagen her zum eigentlichen Übungsgelände. Die Moderatoren Polizeihauptkommissar Axel Strüver und Polizeioberkommissar Uwe Düchting, ein passionierter Rallyefahrer, begrüßten  anschließend die schon gespannt wartenden Schülerinnen und Schüler.

In ihrer Ansprache berichteten die beiden Sicherheitsberater den Teilnehmern von ihren Erfahrungen bei der Aufnahme von Unfällen. Hier seien vor allem junge Fahrer im Alter von 18 – 25 Jahren überdurchschnittlich häufig beteiligt. Besonders tragisch enden würden an den Wochenenden die sogenannten „Disko-Unfälle“, wo meist Fahranfänger aufgrund von Imponiergehabe bzw. gruppendynamischen Prozessen  durch ihr risikoreiches Verhalten sich und andere gefährden. „Überhöhte Geschwindigkeit ist dabei die Hauptunfallursache für oft tödlich verlaufende Unfälle“, so Axel Strüver.

Hierdurch wurden den Teilnehmern die besonderen Gefährdungen junger Fahrer nachhaltig ins Bewusstsein gerückt und der Sinn und Zweck für ein solches Fahrtraining deutlich: sicherheitsbewusstes, rücksichtsvolles und verantwortliches Handeln im Verkehrsraum. Wobei nicht nur Fahrmanöver geübt werden sollen, die eine Unfallwahrscheinlichkeit verringern sondern auch die Folgen eines Unfalls mindern können.

Die erste fahrpraktische Aufgabe war Slalom fahren. Die Geschwindigkeit konnte von den Teilnehmern  zunächst frei gewählt werden. Hierbei wollten schon einige sportlich ambitionierte Fahrer den anderen zeigen, was man so drauf hat. Doch schnell waren Grenzen erreicht und Pylonen wirbelten durch die Luft. In der anschließenden Nachbesprechung gingen die Moderatoren auf typische Fehler beim schnellen Richtungswechsel ein:

  1. Übergreifen oder einhändiges Drehen mit der flachen Hand beim Lenken,
  2. zu kurzer Blick vor die Motorhaube und
  3. falsche Sitzposition, meist zu weit vom Lenkrad entfernt.

Wie man es richtig macht zeigte Strüver den Schülern vor den nächsten Durchgängen:

  1. Hände in „Viertel vor Drei“-Position am Lenkrad und Arme überkreuzen beim Lenken,
  2. Blick weit vorausschauend auf die letzte Pylone und
  3. etwa eine knappe Armlänge Abstand (bis zum aufliegenden Handgelenk) zum Lenkrad, Beine und Arme leicht gebeugt.

In den darauf folgenden Fahrmanövern ließ sich schon das zunehmende Fertigkeitsniveau der Teilnehmer beobachten.
Und bei allem ernsten Hintergrund dieses Fahrtrainings kam auch der Spaß an der Sache nicht zu kurz, was vor allem an der freundlichen und lockeren Art der beiden Moderatoren lag.

Es folgten Übungen wie Gefahrbremsungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten und das Erfahren von Fliehkräften in der Kreisbahn und Grenzen der Fahrphysik. Außerdem Funktion  und Wirkung von ABS und ESP.
„Die Aufgaben haben mir meine Grenzen aufgezeigt und mir gezeigt, dass man sich doch besser der Verantwortung bewusst wird, die man im Straßenverkehr zu tragen hat“, meinte einer der Schüler.

Richtiges Bremsen in der Kurve (auch auf nasser Fahrbahn), Bremsen geradeaus einseitig glatt (auf Folie) sowie Bremsen und Ausweichen vor einem Hindernis auf glatter Fahrbahn waren weitere Lektionen dieses Lehrgangs.
Die Übungen hierzu waren so aufgebaut, dass die Teilnehmer die Aufgaben, die ihnen die Moderatoren stellten, zunächst selbstständig mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu bewältigen versuchten. Nach einer kurzen Besprechung mit Korrekturanweisungen begaben sie sich anschließend  erneut an die Fahrmanöver, die ihnen fast durchweg besser gelangen.

Nach der abschließenden gemeinsamen Auswertung waren sich die Schülerinnen und Schüler  über die Notwendigkeit und Effizienz eines solchen Fahrtrainings einig.