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Weißer Häuptling zu Gast in der Scholl-Aula

von Björn Meyer, Jgst. 13

Am Dienstag, dem 05.05.2009, saßen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 erwartungsvoll in unserer Aula, um den weißen Häuptling Fritz Pawelzik vom Stamm der Ashantis aus Ghana zu empfangen.

Der ehemalige CVJM-Weltdienstsekretär und Autor zahlreicher Bücher über den Glauben, die Liebe, die Hoffnung und den Lebenssinn, Fritz Pawelzik, besuchte das Gymnasium bereits zum zweiten Mal.

Auf der Bühne saß ein 82-jähriger Mann in einer afrikanischen Tracht. Als dieser sich mit dem Namen Nana Kofie Marfo II. vorstellte, wussten alle sofort, dass sie einen richtigen Häuptling vor sich sitzen hatten. Nana Kofie Marfo II, besser bekannt als Fritz Pawelzik, erzählte in lockerer und spannender Form von seiner Zeit in Afrika und wie er zum Häuptling der Ashantis wurde.

Mit großer Spannung verfolgten die Schülerinnen und Schüler die Geschichte, wie er auf seiner Reise nach Ghana (Westafrika) gekidnappt und anschließend in ein kleines afrikanisches Dorf verschleppt wurde: Nachdem er von rund 30 Männern von der Ladefläche eines Kleintransporters gezerrt worden war, zog man ihn aus und übergoss ihn mit Blut. Dieses Blut stammte von einem Schaf, welches die Mitglieder des Stammes für diese Prozedur geschlachtet hatten. Die Todesangst ließ ihm zu diesem Zeitpunkt bewusst werden, dass dies wohl seine letzte Reise nach Afrika war... Doch plötzlich begannen alle Menschen um ihn herum zu jubeln und man hörte den Medizinmann mit starker Stimme verlauten: „Nana, du bist jetzt unser neuer Häuptling!“ Auf die Frage des neu gekrönten Häuptlings: „Was macht man denn eigentlich als Häuptling?“ antwortete der Medizinmann: „Zwei Dinge: Essen und Schlafen.“ Diese beiden Aufgaben beherrsche er bestens, versicherte er den Zuhörern mit einem kleinen Lächeln. Von diesem Tag an war Fritz Pawelzik Häuptling der Ashantis und er bekam den Namen Nana Kofie Marfo II.

Während der weiße Häuptling den Kindern von seinen Aufgaben, Rechten und Pflichten als Stammesoberhaupt berichtete, griff er nach einem Objekt, welches in Tücher eingewickelt war und erklärte: „Jeder Häuptling besitzt ein Schwert in Afrika. Das ist mein Schwert.“  Liebevoll und detailgetreu erklärte er den Zuhörern, welche Bedeutung die Symbole haben,  die sein Schwert schmückten.

Nachdem Nana Kofie Marfo II sich mit einem traditionellen Gruß seines Stammes verabschiedet hatte, beantwortete er den Schülerinnen und Schülern noch Fragen. Die gezielten und detallierten Fragen der Kinder zeigten, wie ernst und konzentriert sie den Erzählungen gefolgt waren. Fritz Pawelzik lobte die Kinder am Ende der Veranstaltung sogar für ihr aufmerksames und ruhiges Zuhören.