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"Projekte für Generationen"
Gymnasiasten beraten Psychiater

Foto: WR

WR v. 03.09.08 - „Uns fasziniert dieser kritische, unverbrauchte Blick, mit dem die Jugendlichen als externe Beobachter die Beraterteams bereichern können”, sagten am Dienstag Psychiater Dr. Egbert Cardinal von Widdern und sytemischer Familientherapeut Ansgar Röhrbein. Anlass war die Teilnahme der Klinik für Psychiatrie und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) am Landeswettbewerb „Projekte für Generationen” des NRW-Familienministeriums.

Cardinal von Widdern und Ansgar Röhrbein arbeiten unter anderem im Bereich der kollegialen Begleitung. Darunter sind professionelle Beraterteams zu verstehen, die Menschen bei Gesprächsrunden und Sitzungen im Berufsleben unterstützen. „Manchmal laufen Gespräche in die falsche Richtung. Die Beraterteams sind dafür da, in solchen Situationen zu helfen, da sie nicht unmittelbar in das Geschehen eingebunden sind”, so Röhrbein.

In diesem Zusammenhang ist die Idee entstanden, Jugendliche mit in die Arbeit der Beraterteams zu integrieren. „Sie sind externe Beobachter, die ohne Vorkenntnisse über das Berufsfeld an Gesprächen teilnehmen und uns über die Schulter schauen sollen”, so von Widdern. Ziel ist es, einen Abgleich der Beobachtungen der Jugendlichen mit denen der Beraterteams zu betreiben. „Sie stellen als Anfänger die unkonventionellen Fragen und brechen somit festgefahrene Strukturen auf”, so Röhrbein.

Mit diesem Projekt nehmen Janna Starke, Schülersprecherin des GSG, Björn Meyer, stellvertretender Schülersprecher, und die ehemaligen „Schollis” Leonie Böhse und Johannes Kortmann zusammen mit der Klinik für Psychiatrie unter dem Thema „Voneinander lernen” an dem Wettbewerb teil, der den Diaolog zwischen den Generationen anregen will. Sie erhielten für ihr gesellschaftliches Engagement eine Urkunde.

„Den Wettbewerb haben wir als Anlass genommen, um zu zeigen, dass sowohl die Jugendlichen von uns als auch wir als ältere Generation von ihnen lernen können”, sagte von Widdern. Schulleiterin Antje Malycha lobte das Projekt: „Es vermittelt den Schülern kritisches Denken, welches ihnen im späteren Berufsleben, aber auch hier in der Schule zugutekommen wird”. Bisher haben die „Schollis” an Vortreffen teilgenommen, die Eingliederung als externe Beobachter in die Beraterteams ist jetzt der nächste Schritt.