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Austausch mit Mailand 2010

„Meine Gastmutter weint schon seit zwei Tagen!“ Nicht nur den Schülerinnen und Schülern fiel das Abschiednehmen am Mailänder Hauptbahnhof schwer. Unter Tränen auf deutscher und italienischer Seite ging nach einer Woche ein damit offensichtlich erfolgreicher Schüleraustausch zwischen dem Istituto A. Gentileschi und den beiden Staberger Gymnasien zu Ende.

Die Zeit vom 8. bis 14. Februar verbrachten 25 Schülerinnen und Schüler aus Lüdenscheid in Begleitung ihrer Lehrer Thomas Porrozzi vom Geschwister-Scholl-Gymnasium und Kathrin Böttcher vom Zeppelin-Gymnasium in der italienischen Modestadt. Die Jugendlichen der Jahrgangsstufen 11 und 12 waren in Gastfamilien untergebracht und nahmen an einigen Tagen auch am regulären Unterricht in der italienischen Schule teil. „So etwas wie Rechtskunde haben wir in Deutschland als Fach nicht“, stellte eine Schülerin fest. „Und der Unterricht ist schon anders als bei uns zu Hause.“

Nicht nur im schulischen, sondern auch im kulturellen Bereich konnten die Sprachbegeisterten Erfahrungen sammeln. „Der Stadtpatron von Mailand ist der Heilige Ambrosius!“, war sich Marco nach einer Woche Aufenthalt sicher. In der Gemäldesammlung „Brera“ lernten die Schüler zudem Originalwerke von Künstlern wie Tintoretto und Piero della Francesca kennen.

Viele Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise der Mailänder Dom, wurden den deutschen Gästen von ihren italienischen Partnern in Form kleiner Referate vorgestellt, die diese im Deutschunterricht vorbereitet hatten. „Es ist erstaunlich, wie sich die Schüler auch in solch komplexen Sachverhalten bereits in der Fremdsprache ausdrücken können“, freut sich die Wahl-Mailänderin und Konversationslehrerin Susanne Diekmann, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Tiziana Valenti den Austausch auf italienischer Seite betreut.

Auch deutsche Schülerinnen und Schüler der Stufe 11, die erst seit etwa einem halben Jahr Italienisch lernen, waren überrascht, wie gut sie bereits zurecht kamen. Bei einem deutsch/italienischen-Grammatikspiel in der Schule ergänzten sich die national gemischten Gruppen gegenseitig und lernten zudem noch etwas über die eigene Muttersprache.

Neben dem regelmäßigen Schulbesuch und den Rundgängen in Mailand selbst stand außerdem noch ein Ausflug nach Como inklusive Besuch des Seidenmuseums auf dem Programm. „Ich kann mir jetzt gut vorstellen, nach dem Abitur ein Jahr lang nach Italien zu gehen“, schmiedet Julijana schon eifrig Pläne.

Zunächst steht der Gegenbesuch der italienischen Partner an. Vom 20. bis zum 26. April werden die Mailänder an den Staberger Gymnasien zu Gast sein. Die deutschen Jugendlichen planen schon ein abwechslungsreiches Programm, da man nach der tollen Woche im Februar selbstverständlich auch den Gästen etwas bieten wolle. Tiziana Valenti aus Mailand freut sich und ist sich sicher: „Wir werden unseren Schülern auch in den kommenden Jahren diesen wichtigen Austausch ermöglichen!“