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Iter Hellenicum - Die Lateiner im Land der alten Griechen

Nach der „Iter Romanum“-Fahrt im letzten Jahr folgte dieses Jahr die „Iter Hellenicum“-
Fahrt, bei der es vier Lehrerinnen und Lehrer und 27 Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums nach Athen verschlug. Fünf Tage in Athen statt Unterricht, das klingt entspannend. Doch eine stufenübergreifende Projektfahrt ist eben kein Urlaub und so war nicht nur das feste Schuhwerk ein Muss, sondern jeder Schüler durfte ein Referat zu einem der Besichtigungsorte vorbereiten.

So besichtigten wir nicht nur den Syntagma-Platz zum Auftakt der Fahrt, sondern wurden auch umfassend von einer unserer Mitschülerinnen darüber informiert. Auch die Akropolis, welche wir auf dem „ursprünglichen Weg“ der alten Griechen bestiegen, und die Besichtigung des Lykabettushügels zeigten uns schnell, warum die Turnschuhe den Flipflops vorzuziehen waren. Bei bis zu 38° C im Schatten waren die Wanderungen von der U-Bahn bis zum Zielort kein Zuckerschlecken und die Verzweiflung, die uns packte, als wir feststellten, dass auf den Lykabettushügel, die höchste Erhebung Athens, keine versprochene Seilbahn führte, war wohl gut verständlich.

Nachdem wir die Areopagrede im Unterricht behandelt hatten (der Klausurtext unserer
letzten Lateinklausur!), stand auch die Besteigung dieser Sehenswürdigkeit auf unserem
Plan. Der Ausblick über Athen war überwältigend und tröstete uns darüber hinweg, dass
die Areopagrede dort leider nur auf Griechisch zu finden war.
Ein weiterer, unterrichtsbezogener Höhepunkt waren die Besichtigungen der griechischen
und der römischen Agora und das Aufsagen des auswendig gelernten Hymnos auf die
Philosophie. Natürlich auf Latein.

Nach der geschichtlichen Erkundung der Stadt lernten wir jedoch an den öffentlichen
Plätzen, die oft einen Treffpunkt für das multikulturelle Leben dort boten, auch das Athen im Hier und Jetzt kennen. Einen wesentlichen Teil dieses Lebens bildeten, wie wir sehr schnell feststellten, die Straßenhunde, welche durch ganz Athen streunen und sich das ein oder andere Mal unserer Gruppe anschlossen.

Bewegten wir uns in der Nähe des Syntagmaplatzes konnte es außerdem passieren, dass uns die dreiköpfige Wachsoldatentruppe des Parlamentsgebäudes entgegen marschiert kam. Diese tragen nicht nur Bommeln auf den Schuhen, sondern wie wir von Herrn Doktor Herrmann erfuhren, auch 400 Falten in ihren Gewändern als Erinnerung an die 400 Jahre der türkischen Herrschaft.

Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Projektfahrt, die uns weiter Spaß an der
Sprache Latein vermittelt hat, den Neid auf den Frankreich-Austausch hat verblassen
lassen und uns eines Besseren belehrt hat, dass es sich bei Latein keineswegs um eine
tote Sprache handelt.