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Der Adrenalin-Kick

Außergewöhnlicher Sportunterricht: Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums erobern Mountainbike-Parcours

LN v. 13.07.2010 - Buckelpisten rauf und runter, mit dem Rad durch die Luft fliegen und kurz vor den Ferien noch mal richtig aufdrehen. Dazu bietet das Bike-Projekt während der Sport-Tage des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Gelegenheit. "Die letzten Tage vor den Sommerferien sollen nochmal richtig interessant sein", meint Betreuungslehrer Daniel Drees. Ein Extremsport wie Mountainbikefahren ist da gerade richtig. "Im Rahmen des normalen Sportunterrichts ist die Umsetzung eines solchen Projekts kaum möglich. Dafür bleibt nicht genug Zeit." Jetzt, wo die Noten feststehen, ist Zeit.

Für das zweitägige Angebot wurde Fachmann Sören Fröhling, Inhaber des Lüdenscheider Fachgeschäfts "Bicycles Garage", engagiert. Gestern, am ersten Tag, brachte er den 16- bis 18-jährigen Schülern die technischen Grundlagen bei. Allerdings kam schon nach kurzer Zeit aus den Reihen der Schüler der Einwand: "Hier geht es ja zu wie in der Schule, nur Sitzen und Zuhören!" Prompt reagierte der Fahrrad-Experte mit den ersten Probefahrten. "Es geht darum, es selbst zu erleben", findet auch Sören Fröhling. "Die Schüler sollen Spaß haben und einfach selber fahren."

Nach der ersten Angst, sich in den Parcours zu stürzen, konnten die meisten gar nicht mehr genug bekommen. Allein das Überwinden der Angst ist ein großer Erfolg, sagt Lehrer Daniel Drees. "Bisher hat das nicht geschadet. Es läuft alles problemlos, bisher hat keiner auch nur einen Kratzer davon getragen." Das Mountainbiken fordert geistig und körperlich, es dient daher auch der Selbsterfahrung. Grenzen können ausgetestet werden. Sicherheit ist natürlich oberstes Gebot. Ohne Schutzkleidung wird hier nicht geübt.

Nach ausreichendem Training auf dem Übungsparcours hinter dem Audrey's im Olpendahl, wird heute auf freier Strecke im Wald trainiert. "Unter Realbedingungen fahren zu können, ist das Ziel. Und vielleicht behält der eine oder andere das Mountainbiken als Hobby bei. Wir wollen den Impuls geben. Die Schüler sollen etwas Neues, Anderes erleben."

Damit der Reiz des Neuen erhalten bleibt, wird nicht übertrieben. Drei bis vier Stunden am Tag sind genug. Wenn die Konzentration nachlässt oder es zu warm wird, reicht's. Denn um Unfälle zu vermeiden, muss der Kopf fit sein. "Das Ganze macht am meisten Spraß, wenn man Fehler beheben und Stärken entdecken kann", sagt Daniel Drees. Damit auf jeden einzelnen eingegangen werden kann, ist die Gruppe klein. "Das Angebot stieß auf große Resonanz, aber mehr als zwölf leute hätten die Gruppe eindeutig zu groß werden lassen." Den meisten Teilnehmern diente das Projekt zum Kennenlernen des Sports.

Aber auch ein echter Profi gehört zum Team - der 17-jährige Marvin Eicher. Ihn hatte Sören Fröhling mitgebracht, um den Jugendlichen zu zeigen, was man mit Training erreichen kann. Tolle Tricks zeigte er den anderen Jungs. Seine Erfahrung: "Die Szene ist außergewöhnlich. Hier wird niemand gedisst. Ich habe durch das Hobby viele Freunde gewonnen.